Zukunft der Nato

Kommentar: Drei Probleme im Bündnis

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US-Präsident Donald Trump hat die Nato als „obsolete“ bezeichnet. Je nach Auslegung muss das nicht zwingend der falsche Ansatz sein, sagt unser Autor Christian Deutschländer. Ein Kommentar.

Ein Wort des US-Präsidenten ließ die Welt die Lexika wälzen. „Obsolete“ nannte Donald Trump die Nato. Die Übersetzung bietet Spielraum: von „überflüssig“ bis „veraltet“ und „abgenutzt“. Nach längerem Rätseln zeichnet sich ab: Für obsolet halten die USA das erfolgreichste Militärbündnis der Geschichte nicht. Aber für reformbedürftig. Und das ist vollkommen richtig.

Die Nato steht vor massiven Problemen, sie muss sich erneuern. Drei zentrale Sorgen wachsen: Die Annäherung des Bündnisses an Russland ist gescheitert, die alte Konfliktlinie West/Ost, die man zu verwischen hoffte, leuchtet wieder grell. Auslöser ist ohne Wenn und Aber die völkerrechtswidrige Besetzung der Krim durch Russland. Problem zwei: eine Welle von regionalen Konflikten und asymmetrischen Bedrohungen. Gegen Terroristen helfen Nato-Panzer nur bedingt. Drittes, nicht minder schweres Problem: der innere Zustand des Bündnisses. Die Kosten sind extrem ungleich verteilt. Die USA tragen die Hauptlast der kollektiven Sicherheit, Europa bleibt hinter dem gemeinsamen Ziel zurück, zwei Prozent des Haushaltes für Verteidigung auszugeben. Es ist nicht Trump allein, der das anprangert, jede andere US-Regierung hätte es auch getan.

Für Deutschland heißt das: Die Bundeswehr muss besser aufgestellt werden. Das Verteidigungsbudget wird wachsen, vor allem muss es der Bund endlich klüger verwalten. Jahrzehnte dauernde Beschaffungsverfahren für bald defektes Material, Gammelbestände in den Kasernen – da liegt Wichtigeres im Argen, als man mit den bisherigen Debatten über eine familienfreundliche oder geschlechtergerechte Truppe lösen wird. Sicherheit durch Nato-Beistand wird es auf Dauer nicht mehr billig geben.

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