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Wohnungsbau, Verkehr, Innenstadt: Diese Herausforderungen muss der künftige Münchner OB anpacken

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Von: Sascha Karowski, Klaus Vick

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Will auch über 2020 hinaus Münchens OB bleiben: Dieter Reiter führt die SPD in den Wahlkampf.
Will auch über 2020 hinaus Münchens OB bleiben: Dieter Reiter führt die SPD in den Wahlkampf. © Schlaf

Es ist wieder Wahlkampf in München. Im März 2020 will Dieter Reiter erneut zum OB ernannt werden. Dann würden jedoch einige Herausforderungen auf ihn zukommen. Wir zeigen, welche das sind.

München - Die SPD macht weiter mit Dieter Reiter. Am Dienstagabend ließ sich der amtierende Rathaus-Chef (61) in der Alten Kongresshalle zum OB-Kandidaten seiner Partei wählen. Schon zuvor galt eine breite Zustimmung der Genossen als sicher - nicht nur, weil es keinen Gegenkandidaten gab.

Münchner Bürgermeisterwahl 2020: OB Reiter tritt gegen Frank und Habenschaden an

Reiter steigt damit auch offiziell gegen die beiden Haupt-Herausforderinnen Kristina Frank (38, CSU) und Katrin Habenschaden (42, Grüne) um das Amt des Münchner Oberbürgermeisters in den Ring. Die Kommunalwahl findet am 15. März 2020 statt. 

Wie geht es dann weiter? Wir zeigen hier schon einmal, welche Fragestellungen auf den künftigen Rathaus-Chef oder die Chefin zukommen. Es gibt viel zu tun.

Münchens Themen vor der Kommunalwahl 2020: Wohnungsbau

Die Stadt wächst, die Zahl der Wohnungen muss mitwachsen. Aber wo bauen? Laut Planungsreferat gibt es in München noch Platz für etwa 70.000 Wohnungen. Dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Als Möglichkeiten blieben dann zum einen der Wohnungsbau in Kooperation mit dem Umland, zum anderen der Bau in die Höhe. 

Wann fällt die 100-Meter-Marke? OB Reiter wird in dem Zusammenhang nicht müde zu betonen, dass er durchaus empfänglich sei für Wohnhochhäuser. Allein: Es habe sich noch kein Investor gefunden, der welche bauen würde. Ein Grund ist unter anderem: Je höher ein Gebäude, desto teurer wird es, weil man zum Beispiel mehrere Aufzüge integrieren muss. Also: Günstiger Wohnraum würde auf diesem Weg nicht entstehen.

Verzweifelte Wohnungssuche: In München fehlt es an Wohnraum.
Verzweifelte Wohnungssuche: In München fehlt es an Wohnraum. © dpa / Peter Kneffel

Münchens Themen vor der Kommunalwahl 2020: Innenstadt

Eine weitgehend autofreie Innenstadt ist erklärter politischer Wille. Erste Maßnahmen werden schon umgesetzt. Beispielsweise verschwinden Parkplätze vor dem Sporthaus Schuster, die Dienerstraße wird autofrei (außer für Taxis). Mittelfristig soll auch das Tal zur Fußgängerzone werden, was OB Reiter befürwortet. Radfahrer sollen ebenfalls mehr Raum bekommen.

Unumstritten ist das nicht. Zuletzt hatte es zum Beispiel vor allem rund um die neuen Radwege auf der Fraunhoferstraße Ärger gegeben. Einige Händler laufen Sturm, weil Kunden nicht mehr vor den Geschäften parken dürfen. Auch Händler in der Innenstadt befürchten ein Ladensterben, sollte die Zufahrt in die Altstadt komplett verboten werden. Eine weitere Frage: Kommt in München irgendwann die City-Maut?

Münchens Themen vor der Kommunalwahl 2020: ÖPNV

Neue Tramtrassen, neue ­U-Bahnen, Verbesserungen für die S-Bahn auf städtischem Grund: Der ÖPNV muss ausgebaut werden, aber wie? Und wie teuer darf es werden? Die neue innerstädtische U9 soll bis zu 3,5 Milliarden Euro kosten. Ob sich Bund und Land an der Finanzierung beteiligen, ist noch zu klären.

Gleiches gilt für den Ausbau der S8-Trasse zum Flughafen. Die Stadt will gern, dass die neuen vier (statt zwei) Gleise in einem Tunnel verlaufen. Dann könnten oberirdisch beispielsweise Wohnungen entstehen. Macht die Bahn da mit? Welche Projekte können noch umgesetzt werden - Seilbahnen, Flugtaxis? Wie wird der Radverkehr weiter ausgebaut, sind zum Beispiel Radl-Autobahnen wie in den Niederlanden denkbar?

Beliebtes Verkehrsmittel: Die S-Bahn nutzen nicht nur viele Pendler in München täglich.
Beliebtes Verkehrsmittel: Die S-Bahn nutzen nicht nur viele Pendler in München täglich. © Jantz

Münchens Themen vor der Kommunalwahl 2020: Sozialpolitik

In München sind immer mehr Menschen von Altersarmut betroffen. Die Zahl der Senioren, die Grundsicherung im Alter beziehen, hat um 25 Prozent zugenommen - im April 2019 waren 15.170 ältere Münchner auf diese Sozialleistung angewiesen.

Was kann die Stadt tun? OB Dieter Reiter und Stadträtin Anne Hübner hatten vor einer Weile gefordert, die Stadt solle Rentnern in München aus dem Stadtsäckel 100 Euro mehr bezahlen. Doch das Sozialreferat lehnt das aus rechtlichen Gründen bislang ab.

ska, kv

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