Aus allen Nähten platzte die Gunklstube bei der Aufstellungsversammlung von Bürgermeisterin Gisela Kieweg.
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Aus allen Nähten platzte die Gunklstube bei der Aufstellungsversammlung von Bürgermeisterin Gisela Kieweg.

Amtsinhaber will zeite Runde

Bürgermeisterwahl 2020 in Bad Bayersoien: Gisela Kieweg tritt wieder an

Amtsinhaberin Gisela Kieweg tritt bei der Bürgermeisterwahl 2020 für die Wählervereinigung „Für Bad Bayersoien“an - aber ohne eigene Gemeinderatsliste.

Bad Bayersoien – Rappelvoll war die kleine Gunklstube in Bad Bayersoien bei der Aufstellungsversammlung von Bürgermeisterin Gisela Kieweg am Dienstagabend. Sogar auf Treppen und Tischen saßen die interessierten Bürger. Die Amtsinhaberin geht bei der Kommunalwahl 2020 für die Wählervereinigung „Für Bad Bayersoien“ ins Rennen, auf eine eigene Gemeinderatsliste verzichtete Kieweg indes.

„Rasend schnell“ seien die sechs Jahre vergangen, in denen sie das Amt ausübte, begann das Gemeindeoberhaupt ihre Rede: „Es waren schöne Zeiten dabei und auch welche, wo man ein dickes Fell braucht.“ Viel habe sie gelernt in dieser Zeit. Und man merkt es ihr an: Das dicke Fell hat sie sich zugelegt, doch von Amtsmüdigkeit keine Spur. Die Bürgermeisterin streifte die wichtigsten Projekte in ihrer bisherigen Amtszeit: Zwei Baugebiete, Rathaus-Sanierung, Gewerbegebiet bei der Echelsbacher Brücke, Kauf des Bierlinghauses und eines Waldstücks an der Ammer, um nur einige zu nennen. „Kurzfristige Möglichkeiten beim Schopf gepackt“, nennt sie es. Im Bierlinghaus sieht Gisela Kieweg viel Potenzial für die Ortsentwicklung, auch für Senioren- oder Jugendarbeit könne man es eventuell nutzen. Und für den Wald bekommt die Gemeinde170 000 Ökopunkte. Die stellen einen Gegenwert von 1,7 Millionen Euro dar, rechnete die Bürgermeisterin vor.

Alle Kandidaten im Überblick

Die Kosten für diverse Maßnahmen so gering wie möglich zu halten und Fördermittel zu generieren, seien ihre große Stärke. Wie sie unermüdlich nach Fördertöpfen Ausschau hält, mit Verantwortlichen telefoniert, ließ Kieweg anklingen. „Eine Herzensangelegenheit“ ist ihr der Ausbau des 2018 erworbenen Potsch-Hauses. Auch hier gelang es ihr, Fördermittel auf zu tun. „Für den zinslosen Kredit von 700 000 Euro müssen wir nur die Tilgung bezahlen.“ Bei 1,7 Millionen Euro Gesamtkosten bleibe die Kostensteigerung mit 4000 Euro äußerst gering. Warum die Ausschreibung im Gemeinderat kritisiert worden sei, verstehe sie nicht. Das Objekt sei langfristig eine Einnahmequelle und bedeute eine Wertsteigerung für die Gemeinde. 750 Quadratmeter Wohnraum werden entstehen.

„Mit der Parksituation in der Ortsmitte muss sich der künftige Gemeinderat beschäftigen“, führte die Bürgermeisterin ein Zukunftsthema an. Ein pauschales Halteverbot an der Dorfstraße mache keinen Sinn, weil dort viele Geschäfte vorhanden seien. Die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs sei ein weiteres Ding, das sie schon in Angriff genommen habe. Und: „Wie es aussieht, bekommen wir bald wieder ein Café“, wie viele es sich wünschen. Mehr wollte die Bürgermeisterin noch nicht verraten.

In trockenen Tüchern scheint außerdem eine Plattform auf Bayersoier Seite gegenüber den Schleierfällen zu sein. Es fehle nur noch eine Untersuchung. „Ein Alleinstellungsmerkmal. Der Blick von unserer Seite ist einfach ein Traum.“ Ein Info-Pavillon für die drei Gemeinden Bad Bayersoien, Wildsteig und Rottenbuch an der Echelsbacher Brücke werde geplant, die Feuerwehr brauche ein neues Auto und das Feuerwehrhaus müsse saniert oder umgebaut werden, nannte Kieweg weitere Zukunftsvorhaben. „Ich würde mich unsagbar freuen, wenn Ihr mir Euer Vertrauen noch einmal schenken würdet. Ich werde das Beste für den Ort anstreben“, schloss sie ihre Ausführungen. Das taten die Anwesenden. Alle 47 Stimmberechtigten der Liste machten ihre Kreuz bei „Ja“.

VON JULIANE KLIESER

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