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Die Kandidaten: (vorne, v.l.) Robert Krinninger junior und Patrick Haegler, (Mitte, v.l.) Josef Bader, Christoph Bauer und Marion Grasegger sowie (hinten, v.l.) Thomas Glatt, Barbara Oberfranc, Barbara Moser, Anton Neuner, Martin Reindl und Anton Hofer. Nicht auf dem Bild zu sehen sind Hansjörg Köhler und Josef Schnitzer. 

Kommunalwahlen 2020

Der sechste Kandidat? Anton Hofer will Bürgermeister werden

Möglicherweise bekommt Garmisch-Partenkirchen bei der Bürgermeisterwahl 2020 einen sechsten Kandidaten. Ob Anton Hofer antreten kann, wird sich noch zeigen.

Update vom 5. Februar 2020: Die letzte Hürde vor der Kommunalwahl 2020 ist genommen: Anton Hofer ist sechster Bürgermeisterkandidat in Garmisch-Partenkirchen.

Garmisch-Partenkirchen –Es wird immer spannender. Bisher ist man in Sachen Kommunalwahl in Garmisch-Partenkirchen von fünf Bürgermeisterkandidaten (SPD, CSU, Freie Wähler, Grüne und FDP) ausgegangen. Jetzt könnte ein sechster dazukommen. Sein Name: Anton Hofer. Der 41-jährige Diplom-Ingenieur ist jedenfalls bei der Aufstellungsversammlung der erst am 10. Januar dieses Jahres gegründeten Bürgervereinigung „Garmisch + Partenkirchen miteinander“ im Hotel-Gasthof Drei Mohren zum Bürgermeisterkandidaten ernannt worden. Offiziell antreten kann Hofer bei den Kommunalwahlen am 15. März allerdings erst, wenn er bis spätestens Montag, 3. Februar, 190 Unterstützerunterschriften erhalten hat.

Sie nennen sich ganz bewusst „Garmisch + Partenkirchen miteinander“, sie spielen mit dem „+“ ausdrücklich darauf an, die beiden Ortsteile näher aneinanderrücken zu wollen. „Das ist unser Listenname und der unserer Wählervereinigung. Wir sind weder eine Partei noch ein Verein. Einsetzen wollen wir uns für eine parteien-übergreifende Sachpolitik, gegen trennende Elemente und generell für mehr Miteinander“, erklärte der 41-jährige Elektroingenieur, der sich bereits durch seine Hartnäckigkeit und seinen Kampfgeist bei der Bürgerinitiative „Mobilfunk mit Augenmaß/Interessengemeinschaft Törlenstraße“ einen Namen in der Marktgemeinde gemacht hat.

Auch ist es der jungen Gruppe an diesem Abend gelungen, zehn Wahlvorschläge für die Gemeinderatswahl auf Papier zu bringen (siehe Anhang). Einer der Kandidaten auf der Liste ist Patrick Haegler. „Mein Traum von einer direkten Demokratie lässt sich vielleicht in dieser Vereinigung verwirklichen“, hofft der 33-jährige Garmisch-Partenkirchner. Die Freie Liste versteht sich als Sprachrohr für die breite Bevölkerung, ein Aspekt, den Haegler bei den etablierten Parteien nicht gefunden hat, wie er sagt. Für ihn sind es die essenziellen Themen, um die es gehen sollte: wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten, Angebote für die Jugend, Jobmöglichkeiten außerhalb der Bereiche Tourismus und Gastronomie und die Freizeitgestaltung im Ort. „Nicht jeder kann sich einen Saison-Skipass leisten, Sportmöglichkeiten sollten aber für die breite Masse zugänglich sein“, meint der gelernte KFZ-Mechatroniker, der mittlerweile als kaufmännischer Mitarbeiter in einem Sportgeschäft tätig ist.

Kommunalwahl 2020: Welche Aufgaben hat der Bürgermeister?

Der Jüngste unter den Politik-Neulingen ist Robert Krinninger junior. Der 18-jährige Lastwagenmechaniker-Lehrling möchte vor allem auch im Gemeinderat eine Verbindung zwischen den jüngeren und älteren Mitgliedern schaffen. Für den Radsport wünscht er sich eine bessere Verkehrsführung, und der Titel „Kurort“ passe nicht zum Ort, „weil hier alles auf die Autofahrer abgestimmt ist“.

Auch Anton Neuner (70) findet es gut, dass es eine neue Gruppierung im Ort gibt und lässt sich auf die Liste setzen, „weil hier im Ort einiges schief läuft“. Der ehemalige Bauleiter und -träger kennt sich bestens in der Baubranche aus. Hier bestehe in mancherlei Hinsicht dringender Handlungsbedarf, ebenso wie im Bereich der Jugend. „Mein Enkel ist nach Potsdam gegangen, weil hier die Perspektiven fehlten. Meine 14-jährige Enkelin, sie ist deutsche Schülermeisterin im Skispringen, wurde nicht genug gefördert und geht nun aufs Ski-Gymnasium in Oberstdorf, so etwas darf doch nicht passieren“, beklagte der Pensionär. Vor 50 Jahren habe er sich zuletzt politisch engagiert, damals noch für die CSU. Aber seine Vorstellungen wurden nicht erfüllt und er trat aus der Partei aus. Nun will sich Neuner erneut politisch engagieren, „um junge und alte Leute zusammenzubringen, damit es künftig nicht mehr gegen- sondern miteinander geht und weniger Fehlentscheidungen getroffen werden“.

Weil sie bislang keine Partei gefunden habe, bei der sie alle ihre Ideen verwirklicht sieht, hat sich Barbara Oberfranc (36) bislang aus der politischen Szene herausgehalten. Mit „Garmisch + Partenkirchen miteinander“ verbindet die Diplomingenieurin die Hoffnung, dass sie für eine Gruppierung eintreten und wirken kann, die mit ihren Idealen übereinstimmt. „Damit ich hinter meinen Entscheidungen stehen und abends reinen Gewissens in den Spiegel schauen kann.“

Damit die Vereinigung bei der Kommunalwahl am 15. März überhaupt eine Chance hat, müssen bis zum 3. Februar sowohl für die Liste der möglichen Gemeinderatskandidaten als auch für Anton Hofer als Bürgermeisterkandidat jeweils 190 Unterstützerunterschriften im Rathaus am Rathausplatz 1 in Garmisch-Partenkirchen abgegeben werden.

Kommunalwahl 2020: Welche Aufgaben haben Stadtrat und Gemeinderat?

Kandidatenliste für die Gemeinderatswahl:

1. Anton Hofer (41, Diplom-Ingenieur), 2. Thomas Glatt (49, Elektro-Installateur), 3. Barbara Moser (52, Bankkauffrau), 4. Barbara Oberfranc (36, Diplom-Ingenieurin), 5. Josef Schnitzer (42, Gas-Wasser-Installateur), 6. Patrick Haegler (33, Kaufmännischer Mitarbeiter), 7. Robert Krinninger junior (18, Auszubildender zum Mechatroniker, Nutzfahrzeuge), 8. Hansjörg Köhler (49, Unternehmer), 9. Christoph Bauer (37, Gas-Wasser-Installateur), 10. Anton Neuner (70, Bauleiter).

Ersatzkandidaten: 1. Martin Reindl (47, Zimmerermeister), 2. Marion Grasegger (38, Sachbearbeiterin) und 3. Josef Bader (59, Verwaltungsangestellter).

Unterstützer der Vereinigung können ihre Unterschriften im Rathaus zu folgenden Zeiten abgegeben: Täglich und durchgehend von 8 bis 16 Uhr, zusätzlich am Samstag, 25. Januar, von 10 bis 12 Uhr, und am Donnerstag, 30. Januar, bis 20 Uhr. Ausweise müssen mitgebracht werden.

Michaela Sperer und Barbara Falkenberg

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