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Ein Kandidat und viele Gemeinsamkeiten

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Von der Wirtschaft in die Politik: Thomas Zimmermann (Mitte) kandidiert für die Grünen, deren Sprecher Berit Gruber und Dr. Robert Benoist gratulieren. © Stefan Schuhbauer-von Jena

Die Grünen in Seefeld setzen bei den Kommunalwahlen im März 2020 auf einen Quereinsteiger: Am Montagabend kürten sie in einer Kampfabstimmung den Diplom-Wirtschaftsingenieur Thomas Zimmermann (51) zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. Den Hechendorfer zieht es nach eigenen Worten in die Politik. Berührung mit dieser hat er schon länger: Seine Ehefrau Dr. Sonja Hoppe sitzt seit drei Jahren für die Grünen am Ratstisch.

Seefeld – Das war eine Überraschung: Nachdem Seefelds Grünen-Sprecher Dr. Robert Benoist Zimmermann als Kandidaten vorgeschlagen hatte, hob auch noch Mitglied Albert Augustin die Hand und nannte den Berufsschullehrer Nikolas A. Rathert (44) als möglichen Kandidaten für den Bürgermeistersessel. Beide Kontrahenten stellten sich vor und nannten ihre Beweggründe. Am Ende überzeugte Zimmermann: Er erhielt zehn Stimmen, vier entfielen auf Rathert.

Zimmermann arbeitet seit 25 Jahren in Technologie-Unternehmen, zuletzt befasste er sich mit Software-Lösungen für intelligente Stromnetze. Der 51-Jährige ist in Bruchsal bei Karlsruhe geboren und aufgewachsen, lebt seit 30 Jahren in Bayern und seit zehn Jahren mit seiner Frau Sonja und zwei Töchtern, 16 und 14 Jahre alt, in Hechendorf.

„Ich will als Quereinsteiger in die Politik wechseln“, sagte er in seiner Antrittsrede am Montagabend. Es gebe in der Gemeinde eine Reihe von Herausforderungen, „die Kompetenz und ein grünes Herz mit Sinn für das Machbare erfordern“. Zimmermann sieht sich dabei als Brückenbauer – zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz, zwischen Alteingesessenen und Hinzugezogenen, zwischen Jung und Alt und zwischen Ökologie und Ökonomie. „Dazu befähigt mich meine 25-jährige Erfahrung als Führungskraft in den Bereichen Energie, intelligente Stromnetze, Unternehmensberatung, IT und Telekommunikation.“ Flächenverbrauch, ÖPNV, Radwegebau, aber auch die Digitalisierung nannte Zimmermann als dringende Themen – ganz zu schweigen von der Klimawende, die zu schaffen sei. Er wisse, dass die finanzielle Situation der Gemeinde nicht zum besten stehe. Mit einem grünen Herz müsse man darauf schauen, „dass wir wirtschaftlich stabil bleiben und dafür Vernunft und grüne Ideen zusammenbringen“. Beruflich ist Zimmermann schon vom Gas gegangen, seine Frau hat aufgestockt, kandidiert aber auch für einen Platz im Gemeinderat. Sie ist parteifrei, Zimmermann ist vor wenigen Wochen den Grünen beigetreten.

Nach seiner Wahl stimmten die Grünen dafür, mit der Bürgerinitiative Eichenallee (BI) ein Bündnis zu schließen. Bei der Kommunalwahl 2020 treten die beiden Gruppierungen mit einer gemeinsamen Liste an, die Mitglieder der Bürgerinitiative unterstützen den Grünen-Bürgermeisterkandidaten Thomas Zimmermann und sind als „Sympathisanten“ der Grünen wahlberechtigt. „Nach über zwei Jahren politischer Arbeit von der Seitenauslinie möchten wir nun im Gemeinderat Verantwortung übernehmen“, sagte BI-Sprecher Ortwin Gentz. Die BI habe viel bewegt, „aber wir sehen sehr starke Defizite in der Demokratie“. Die BI sei sehr froh über den Ortsentwicklungsprozess. „Wir wünschen uns diese Gesprächskultur für den Gemeinderat.“ Zwischen BI und den Grünen gebe es „sehr viele Überschneidungspunkte“. Das sah auch Dr. Robert Benoist von den Grünen so: „Wir haben uns beschnuppert, viel Zeit eingesetzt und keinen Dissenz gefunden“. Die Aufstellungsversammlung findet möglicherweise schon am 24. Oktober statt. 

Zimmermann ist neben Petra Gum (FWG), Johanna Senft (BVS) und Klaus Kögel (CSU) der vierte Anwärter auf den Bürgermeisterposten. Amtsinhaber Wolfram Gum (CSU) stellt sich nach 30 Jahren nicht mehr zur Wahl. 

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