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Will Uffinger Bürgermeister werden: Andreas Weiß.

Geschäftsleiter Andreas Weiß tritt ohne Gemeinderatsliste an

Uffinger Bürgermeisterwahl: Der Kandidat aus dem eigenen (Rat-)Haus

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Er begann als Auszubildender bei der Gemeinde Uffing – nun möchte er Chef im Rathaus werden: Geschäftsleiter Andreas Weiß bewirbt sich um die Nachfolge von Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU).

Uffing – Er mag Menschen, geht gerne unter Leute. Doch einen zentralen beruflichen Weg schlägt Andreas Weiß allein ein: Der 36-Jährige kandidiert ohne eigene Gemeinderatsliste um den Posten des hauptamtlichen Ersten Bürgermeisters von Uffing.

Weiß hat dieses Modell bewusst gewählt: „Ich bin froh, dass ich keiner Liste angehöre – man ist frei“, sagt er. Der Schöffauer zeigt sich „überzeugt“, dass sich ein parteiloser Bürgermeister ohne Liste positiv auswirkt auf die Moderation und die Entscheidungsfindung im Gemeinderat. Christian Scheuerer machte in Ohlstadt, durch das sich einst tiefe politische Gräben gezogen hatten, vor, wie gut das klappen kann. „Dort war es sehr unruhig, auch in der Gemeinderatsarbeit.“

Seit Scheuerer im Amt sei, ziehe man nicht mehr aneinander, sagt Weiß – sondern an einem Strang. Er glaubt: Ein Rathaus-Chef, der einer Liste verpflichtet sei, verfolge vorrangig deren Ziele. Sich selbst sähe er in einer Art neutralen Zone: „Ich kann alle Ideen aufgreifen.“

Weiß bräuchte den Gemeinderat, damit aus seinen Ideen Ziele werden. Dazu zählt er, ein Gemeindeentwicklungskonzept erstellen zu lassen, um etwa in den Bereichen Bauen, Bevölkerung und Infrastruktur nötige Schritte einzuleiten. Zudem brauche das Ortszentrum einen Zukunftsplan, damit dort weiter Leben herrsche, sagt Weiß mit Blick auf Ladeninhaber, die das Ruhestandsalter erreichen. Die Gemeinde müsse unter anderem ihre Flächen ökologisch bewirtschaften. Weiter schweben Weiß ein Handwerkerhof sowie ein jährlicher Regionalmarkt vor. Und: Er will für alle Uffinger Möglichkeiten schaffen – etwa über eine Tagespflege oder Betreutes Wohnen, im Idealfall neben einem Haus für Kinder –, dass sie „immer da sein können“. Er denkt daran, dass die Gemeinde mit einem Träger aus dem sozialen Bereich Flächen entsprechend entwickelt.

Drei Bürgermeister-Kandidaten in Uffing: Weiß trifft auf Hartmann und Igler

Der 36-Jährige, der bei der Kommunalwahl 2020 als jüngster Kandidat auf die Mitbewerber Dr. Thomas Hartmann (Wahlgemeinschaft Uffing/WGU) und Markus Igler (Wir für Uffing) trifft, hätte als Bürgermeister eine Art Heimspiel. Er kennt die Verwaltung aus dem Effeff. 2000 begann er seine Laufbahn als Azubi im Rathaus, absolvierte dann eine Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirt und durchlief im Anschluss die Abteilungen. 2011 stieg er zum Geschäftsleiter auf, nimmt damit eine Schlüsselposition ein. „Ich glaube, ich habe alles schon erlebt, was in der Gemeinde anfällt.“ Nun möchte Weiß den nächsten Schritt machen, für sich und für den Ort: Bürgermeister werden.

Ein Uffinger habe ihn vor rund einem Jahr angesprochen, ihm gesagt: „Du kannst das. Du hast das Wissen, die Führungserfahrung, kannst mit Leuten umgehen und diplomatisch sein.“ Weiß überlegte, sprach mit seiner Frau Stefanie, mit der Familie, mit Freunden. Alle bestärkten ihn: Er könne das. Und schließlich wusste Weiß: Ich will das. Momentan sei er jemand, der verwalte. „Entscheidungen treffen andere.“ An dem einen oder anderen Punkt überlegt er: Wie hätte ich das gemacht? Anders? Besser? Es war der drängendste Grund, der den Vater von drei Töchtern (7, 8, 11) zur Kandidatur bewegte. „Ich kann Wissen und Erfahrungen bündeln und Entscheidungen zum Wohle der Bürger treffen“, glaubt Weiß.

Er wirft mit 36 Jahren neben seinem beruflichen Wissen manches Pfund in die Waagschale. In der knapp 3000 Einwohner großen Gemeinde Uffing ist er ein bekanntes Gesicht. Seit 2006, damals war er gerade 23, führt er die Feuerwehr Schöffau als Erster Kommandant, ein „nach wie vor sehr erfüllendes Hobby“; heute ist Kreisbrandmeister Weiß zuständig für die Grundausbildung im ganzen Landkreis. Und neben Karl Steingruber fungiert er als Geschäftsführer des Regionalwerks Oberland, in dem sich zehn Orte zusammengeschlossen haben, um das regionale Stromnetz zu betreiben.

Der Privatmann Weiß ist passionierter Hobby-Imker. Er hält mit seiner Familie vier Bienenvölker, radelt und wandert gerne mit Frau und Töchtern in der Umgebung, die er so schätzt. Weiß liest „alles, was mir in die Quere kommt“, und besucht gerne Veranstaltungen aller Art, mischt sich unter die Leute.

Auch im Wahlkampf will er zu den Menschen gehen, von Haustür zu Haustür, um möglichst viele zu erreichen, sich vorzustellen. Damit er dann vielleicht den nächsten Schritt machen kann.

Die Aufstellung

Andreas Weiß’ Aufstellungsversammlung findet am Donnerstag, 12. Dezember, ab 20 Uhr im Uffinger Gasthof Post statt. Danach braucht Weiß noch 60 Unterschriften von Unterstützern, um parteifreier Bürgermeister-Kandidat ohne eigene Liste zu werden. Unterstützer können sich ab Dienstag, 17. Dezember, bis Ende Januar im Rathaus eintragen.

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