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Die Wahlkabinen sollen intensiv desinfiziert werden.

Desinfektion und Co.

Coronavirus: So bereiten sich die Wahllokale vor

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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  • Josef Ametsbichler
    Josef Ametsbichler
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Die Kommunalwahl 2020 rückt näher, der Coronavirus verbreitet sich. Die Kommunen ziehen Konsequenzen: Sie rüsten beim Infektionsschutz auf. Und: Jeder darf seinen Stift mitbringen.

Landkreis – Corona-Schreck am Gymnasium Oberhaching: Als das Direktorat Freitagfrüh rund 30 bis 40 Schüler nach Hause schickte, machte an der Schule prompt das Gerücht die Runde, es habe eine Covid-19-Infektion gegeben – trotz klarer Kommunikation der Schulleitung. „Wir haben definitiv keinen Corona-Fall an der Schule“, sagte Schulleiter Mathias Müller auf Anfrage. Die Maßnahme sei rein vorbeugend erfolgt, weil das Robert-Koch-Institut Südtirol nun als Risikogebiet einstuft. Alle betroffenen Schüler seien dort im Faschingsurlaub gewesen.

Die Nerven der Verantwortungsträger im Landkreis sind offenkundig angespannt. Am Freitag tagte der Ältestenrat des Kreistags zum Coronavirus. Das Ziel: Alle Fraktionen auf den aktuellen Informationsstand zu bringen. Landrats-Stellvertreterin Annette Gannsmüller Maluche (SPD) lobte den zweistündigen Informationsaustausch als „sehr hilfreich“. Die Entscheidungsfindung der Gesundheitsbehörden, was etwa die Schließung des Lise-Meitner-Gymnasiums Unterhaching und einer Kita in Gräfelfing angeht, sei gut nachvollziehbar. Neue Maßnahmen seien nicht verkündet worden; ob am Montag in Unterhaching der Unterricht stattfinden kann, war bis Redaktionsschluss unklar.

Stadt hat zusätzliche Stifte und Desinfektionsmittel geordert

Doch der Blick geht nach vorn: Für die Kommunalwahl am Sonntag, 15. März, hat etwa Unterschleißheim zusätzliche Stifte und Desinfektionsmittel geordert, um die Ansteckungsgefahr im Wahllokal zu verringern. Damit befindet sich die Stadt im Einklang mit den Empfehlungen des Innenministeriums, die das Landratsamt München gegenüber dem Münchner Merkurerläutert: In den Wahllokalen solle ausreichend Handreinigungsmittel zur Verfügung erstellt werden. Außerdem sei es erlaubt, wenn Wähler eigene Stifte ins Wahllokal mitbringen. Grundsätzlich empfehle die Behörde bei der Wahl wie sonst auch, Händehygiene und Niesetikette zu beachten sowie 1,5 bis 2 Meter Abstand zu anderen Menschen zu halten. „Den Kommunen wird empfohlen, in den Wahllokalen gut sichtbare Aushänge zu den entsprechenden Verhaltensregeln anzubringen“, so eine Sprecherin des Landratsamts.

Lesen Sie auch: Coronavirus: Alle Entwicklungen im Landkreis München im Ticker.

Dass einzelne Wahllokale aus Infektionsschutz geschlossen bleiben könnten – viele sind ja in Schulen untergebracht – ist denkbar. „Die Städte und Gemeinden werden im Bedarfsfall betroffene Wahllokale in Ausweichstandorte verlagern und die Wähler in angemessener Weise informieren“, erklärt das Amt. Viele Wähler sind offenbar ohnehin auf eine andere Idee gekommen – Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller beobachtet jedenfalls eine erhöhte Nachfrage nach Briefwahlunterlagen.

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