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Kein Witz: Bei der Podiumsdiskussion mit den Sauerlacher Bürgermeisterkandidaten vor sechs Jahren mit Merkur-Redakteur Martin Becker (r.) ging es auf dem Podium nicht nur bierernst zu.

Mittendrin im politischen Schlagabtausch

Kommunalwahl 2020: Alle Infos zu den Podiumsdiskussionen des Münchner Merkur

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Bei vier Podiumsdiskussionen des Münchner Merkur stehen Bürgermeisterkandidaten Rede und Antwort. Alle Termine gibt‘s hier. Außerdem verraten Teilnehmer, wie sie sich vorbereiten.

Landkreis – Wer überzeugt mit Argumenten, wer punktet mit seiner Persönlichkeit, wer zieht die Zuhörer mit ausgefeilter Rhetorik in den Bann und wer gibt sich inhaltlich Blößen? Podiumsdiskussionen sind meist nicht nur höchst unterhaltsam. Sie bieten den Wählern vor der Kommunalwahl auch die Gelegenheit, ihren Bürgermeisterkandidaten auf den Zahn zu fühlen. Bei vier Talkrunden im Landkreis sind der Münchner Merkur und seine Redakteure mittendrin im politischen Schlagabtausch: Als Moderatoren leiten sie die Diskussionen und bekommen als erste mit, wer von den Bewerbern ins Schwitzen kommt.

Ins Schwitzen gekommen ist der scheidende Rathauschef von Neubiberg, Günter Heyland (FW.N@U) nur vor den Diskussionsrunden. „Ich war vor den Veranstaltungen nervös, habe dann schon einmal eine Nacht schlecht geschlafen“, verrät er. Aber direkt auf dem Podium sei es mit der Aufregung vorbei gewesen. „Da war die Anspannung wie weggeblasen und ich voll konzentriert.“ Etwas Lampenfieber zu haben, sei aber auch kein Nachteil, findet er: „Das ist menschlich und spornt zudem an.“

Angriffe auf Mitbewerber? „Das ging nach hinten los und hat den Kandidaten geschadet“

Heyland, der seit 2006 Gemeindeoberhaupt von Neubiberg ist, sich aber nicht mehr zur Wahl stellt, hat als Bürgermeisterkandidat an zwei Podiumsdiskussionen teilgenommen und viele weitere als Gemeinderat und als Bürgermeister verfolgt. Der Vorteil derartiger Veranstaltung ist aus seiner Sicht, dass die Bürger die Kandidaten und deren Persönlichkeiten näher kennenlernen und gleichzeitig etwas über deren politische Ziele und Programm erfahren.

Für Neuankömmlinge auf dem Podium hat Heyland einen Tipp parat: fair und sachlich zu bleiben. „Ich habe mich immer zusammengerissen, damit ich die Mitbewerber nicht persönlich angreife oder diskreditiere.“ Er selbst sei dagegen schon Angriffen unter der Gürtellinie ausgesetzt gewesen. „Das ging aber nach hinten los und hat den Kandidaten geschadet.“

Brechend voll: Bei der Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl 2014 in Garching war kaum ein Sitzplatz mehr zu finden.

Ingrid Lindbüchl, Bürgermeisterkandidat der Grünen in Oberschleißheim, nimmt zwar das erste Mal in dieser Rolle an einer Podiumsdiskussion teil. Die 53-jährige Sozialpädagogin hat aber bereits Kinderkonferenzen moderiert und auf einer Veranstaltung des Gewerbeverbandes Fragen für die Grünen beantwortet. „Eine Podiumsdiskussion“, findet sie, „muss lebendig“ sein. Die Bürger hätten dabei die Möglichkeit, auch die Persönlichkeit eines Kandidaten kennenzulernen. „Sie können ihn einmal von oben bis unten betrachten und sehen, wie er in der Diskussion reagiert.“ Natürlich bereite sie sich auf die Diskussion vor. Wichtig ist aus ihrer Sicht, dass man sattelfest ist, was die Fakten angeht. Und selbstverständlich werde sie bei ihrem Auftritt auch Wert auf die Kleidung legen. „Ich werde wohl ein Kleid tragen“, verrät sie. Welches genau weiß sie noch nicht, nur so viel: „Es soll Seriosität, aber auch Attraktivität vermitteln.“

„Der Bürger will wissen, was er sich einkauft“

Anzug und Krawatte wird Matteo Dolce, der Kandidat der SPD in Taufkirchen, tragen. „Anzug trage ich auch in der Arbeit“, sagt er. Mit seiner Kleiderwahl will er den Bürgern auch vermitteln, dass er sie respektiert. „Aber eine rote Krawatte werde ich nicht tragen“, fügt er schnell hinzu. Wichtig ist dem 30-Jährigen, der schon einige Podiumsdiskussionen selbst moderiert hat, dass er authentisch bleibt. „Man soll den Matteo Dolce kennenlernen, der ich auch bin.“ Ansonsten sei es wichtig, in den Wortbeiträgen, die man abgeben kann, das Wesentliche zu vermitteln. „Es ist eigentlich wie bei einem Vorstellungsgespräch: Man muss in kurzer Zeit von sich überzeugen können“, sagt er.

So sieht es auch der CSU-Kandidat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Roland Spingler. „Man muss den Bürgern zeigen, dass man kompetent für das Amt ist. Der Bürger will wissen, was er sich einkauft.“, sagt er. Zwar sei sprachliche Gewandtheit durchaus hilfreich, aber letztlich komme es auf den Inhalt an. „Er hat viel geredet, aber nichts gesagt: Das soll man nicht über mich sagen können“, betont Spingler. Zur Vorbereitung tauscht sich der 62-Jährige mit den Parteifreunden aus. Einen eigenen Coach, wie er es beispielsweise aus Baden-Württemberg kennt und der dort Bürgermeister-Macher genannt wird, hat er nicht. So wird Spingler auch selbst die Wahl treffen, was er bei der Podiumsdiskussion anzieht. Modisch wird er wohl den „Mittelweg“ wählen, sagt er: „Es wird weder ein Designer-Anzug sein, noch komme ich in Jeans.“

Heiße Debatten an vier Abenden

Der Startschuss für den Diskussionsmarathon vor der Kommunalwahl fällt am Mittwoch, 29. Januar, um 19.30 Uhr im Saal des Restaurants „Feuer & Stein“ in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Vier Kandidaten wollen die Nachfolge von Bürgermeisterin Ursula Mayer antreten, die nach drei Amtsperioden auf eine erneute Kandidatur verzichtet hat: Andrea Hanisch (parteifrei, für die UB), Mindy Konwitschny (SPD), Roland Spingler (CSU) und Karsten Voges (Grüne). Die Podiumsdiskussion wird vom Münchner Merkur in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule SüdOst im Landkreis München veranstaltet. Moderiert wird der Abend von Merkur-Redakteur Stefan Weinzierl. Einlass ist ab 18.30 Uhr.

Am Dienstag, 18. Februar, lädt die Volkshochschule Unterhaching um 19 Uhr ins Unterhachinger Kubiz. Bei der Podiumsdiskussion wird sich Amtsinhaber Wolfgang Panzer (SPD) einen Schlagabtausch mit seinen Herausforderern Renate Fichtinger (CSU), Peter Hupfauer (FDP), Armin Konetschny (Grüne) sowie Julia Mittermeier, der Spitzenkandidatin der Freien Wähler, liefern. Mit auf dem Podium sitzt als einer der Moderatoren Merkur-Redakteur Martin Becker.

Bereits einen Tag später, am Mittwoch, 19. Februar, um 19 Uhr diskutieren im Kultur- und Kongresszentrum Taufkirchen (Ritter-Hilprand-Hof) auf Einladung der Volkshochschule und des Münchner Merkur fünf Bewerber miteinander. Zugesagt haben neben Amtsinhaber Ullrich Sander (parteifrei, für die CSU) auch die weiteren Bewerber Matteo Dolce (SPD), David Grothe (Grüne), Michael Lilienthal (FW) und Maike Vatheuer-Seele (FDP). Redakteurin Doris Richter leitet die Runde.

Den Schlusspunkt setzt am Mittwoch, 4. März, die Podiumsdiskussion im Bürgerzentrum Oberschleißheim. Ab 19 Uhr steigt das von der Gemeinde organisierte Kandidaten-Duell mit Amtsinhaber Christian Kuchlbauer (FW) und seinen Herausforderern Markus Böck (CSU), Casimir Katz (FDP), Ingrid Lindbüchl (Grüne) und Harald Müller (SPD). Die Teilnehmer stellen sich den Fragen der anwesenden Bürger und des Merkur-Redaktionsleiters Günter Hiel

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