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Robert Schiebel (vorn Mitte) ist Spitzenkandidat der CSU Bernried. Insgesamt schickt diese 14 Bewerber ins Rennen um die Sitze im Gemeinderat

Aufstellungsversammlung zur Kommunalwahl

Bürgermeisterwahl in Bernried: Schiebel (CSU) nimmt dritten Anlauf 

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Der Ortsverband der CSU tritt bei der Kommunalwahl in Bernried wie erwartet mit Robert Schiebel als Spitzenkandidat an. Der 61-jährige Verwaltungsfachwirt wurde bei der parteiinternen Aufstellungsversammlung einhellig zum Bewerber für den Chefsessel im Rathausgekürt.

Bernried – Sind für Robert Schiebel aller guten Dinge drei? Nach erfolglosen Kandidaturen 2002 und 2014 bewirbt sich der CSU-Ortverbandschef nun ein drittes Mal um den Posten des Bürgermeisters und damit neben Georg Malterer (ÜFW) sowie Franz Eder (Grüne/Bernrieder Liste) um die Nachfolge des scheidenden Amtsinhabers Josef Steigenberger.

Zu Schiebel gab es bei der Bernrieder CSU keine echte Alternative. Er ist in den eigenen Reihen unangefochten, einen Gegenkandidaten bei der Aufstellungsversammlung im Seerestaurant „Marina“ gab es folgerichtig nicht. „Vielen Dank für das Vertrauen – und dann packen wir gemeinsam an“, erklärte Schiebel am Ende seiner „Bewerbungsrede“ – noch bevor die 23 anwesenden, stimmberechtigten Ortsverbandsmitglieder ihren Wahlzettel ausgefüllt hatten.

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Das spätere Votum war lediglich eine Formsache: Schiebel erhielt 22 Ja-Stimmen. Ein Wahlzettel wurde ungültig abgegeben. Schiebel betonte, dass er in den vergangenen zwölf Jahren im Amt des zweiten Bürgermeisters „große kommunalpolitische Erfahrung gesammelt“ habe: „Ich fühle mich in der Lage, wieder zu kandidieren.“ Die CSU trete mit einer „supermotivierten Mannschaft“ an und wolle im Wahlkampf „Profil zeigen“: „Es geht um die Zukunft unseres Ortes.“

Inhaltlich ließ Schiebel durchblicken, dass er mit einer Standortverlagerung der Grundschule und des Feuerwehrhauses weg von den Bestandsbauten am Binselberg liebäugelt. Umbauten kämen bisweilen teurer als die Neuerrichtung von Gebäuden. Doch bis dato habe es von Seiten der Gemeinde noch keine Kostenrechnung für einen Neubau gegeben: „Das vermissen wir. Diese Überlegungen finden momentan nicht statt“, kritisierte Schiebel. Eine Standortverlagerung hätte seiner Meinung nach nicht nur verkehrstechnische Vorteile. Die Gemeinde könnte die frei werdende Fläche am Reitweg vermarkten – und käme zu Einnahmen.

Auf Platz 2 und 3 der CSU-Kandidatenliste folgen Jochen Wolle und Regina Steiger

Einhellig in Blockabstimmung abgesegnet wurde von der Versammlung die vorbesprochene CSU-Bewerberliste für die Gemeinderatswahlen. Nach Schiebel als Spitzenkandidat folgen mit Jochen Wolle und Regina Steiger zwei weitere, amtierende Mandatsträger.

Bei ihrer Vorstellungsrunde gaben die Kandidaten auch Einblick in ihre persönlichen Schwerpunktthemen. Demnach soll Bernried unter anderem „Tempo-30-Gemeinde“ werden, in den MVV-Tarifverbund schlüpfen und eine „Klimaoffensive“ starten. Letzteres allerdings „ideologiefrei“, wie Paul Somberg (Listenplatz 13 und 14) mit einem Seitenhieb auf die politische Konkurrenz, erklärte: „Ich möchte nicht jeden Tag einen grünen Zeigefinger sehen.“

Ebenfalls genannt wurde der Erhalt des dörflichen Charakters, die Forcierung der Jugendarbeit und eine Verbesserung des Binnenklimas zwischen den örtlichen Vereinen. „Wir müssen die Dorfgemeinschaft wiederherstellen. Die Vereine müssen wieder zusammenwachsen“, forderte Martin Daschill (Listenplatz 19 und 20). Außerdem müsse mehr für die Integration von Neubürgern ins Dorfleben mehr getan werden: „Wir dürfen keine Trabantenstadt werden“, so Daschill.

Die Kandidaten der CSU in Bernried:

1.-2. Robert Schiebel, 61, Verwaltungsfachwirt

3.-4. Jochen Wolle, 67, Dipl.-Ing. Elektrotechnik, Direktor i.R.

5.-6. Regina Steiger, 36, Schreinerin sowie Hotel- und Servicefachkraft

7.-8. Doris Kremser, 42, Verkäuferin

9.-10. Thomas Flakus, 57, Ausstellungstechniker

11.-12. Claudia Nötting, 44, Bauzeichnerin

13.-14. Paul Somberg, 66, Regionalverkaufsleiter i.R.

15.-16. Sophia Meyer, 21, Verwaltungsfachwirtin

17.-18. Friedrich Krauß, 62, Qualitätsprüfer

19.-20. Martin Daschill, 42, Team- und Projektleiter

21.-22. Maik Staate, 56, Leiter Bauüberwachung

23.-24. Stefan Schingnitz, 50, Dipl.-Handelslehrer, Facheinkäufer

25.-26. Heinz Bißwanger, 69, Maschinenschlosser, Disponent i.R.

27.-28. Bernd Schulz, 74, Rentner.

Jeder Kandidat wurde doppelt gereiht, um die mögliche Stimmenhöchstzahl bei einem Listenkreuz zu erreichen.

Ersatzkandidaten sind Rudolf Kuhn, Josef Nötting sen. und Franz Mayr.

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