„Wir warten auf den Bus“ lautete das Motto der Wahlveranstaltung, zu der die Grünen Forstern eingeladen hatten. MdL Markus Büchler, Bürgermeisterkandidatin Maria Feckl (v. l.) und einige Grünen-Listenkandidaten diskutierten mit den Bürgern, darunter auch Vertreter anderer politischer Gruppierungen.
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„Wir warten auf den Bus“ lautete das Motto der Wahlveranstaltung, zu der die Grünen Forstern eingeladen hatten. MdL Markus Büchler, Bürgermeisterkandidatin Maria Feckl (v. l.) un d einige Grünen-Listenkandidaten diskutierten mit den Bürgern, darunter auch Vertreter anderer politischer Gruppierungen. 

Kommunalwahl 2020

Die Grünen in Forstern: Wahlkampf im Bushäuschen

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Zu einer Wahlveranstaltung im Bushäuschen haben die Forsterner Grünen eingeladen. Es ging um den ÖPNV und die Verkehrssituation an der Staatsstraße, aber auch um weitere kritische Stellen in der Gemeinde.

Forstern – Wer in Forstern mit den Öffentlichen nach Erding, Markt Schwaben oder Ebersberg will, der kann mitunter lange auf den Bus warten. Genau diese Situation des ÖPNV haben die Grünen in einer Wahlveranstaltung aufgegriffen. Unter dem Motto „Wir warten auf den Bus“ traf man sich Montagmittag an der Bushaltestelle an der Hauptstraße.

Vertreter von Elternbeiräten, Nachbarschaftshilfe und Seniorenbeirat, aber auch SPD/Parteifreien und AWG waren gekommen, um sich mit Bürgermeisterkandidatin Maria Feckl und MdL Markus Büchler auszutauschen. Letzterer ist Sprecher für Mobilität der Grünen im Landtag, die Gestaltung des öffentlichen Raums gehört zu seinen Schwerpunkten.

„Ich sehe keinen Grund, warum das weiterhin eine Staatsstraße sein sollte“

Weil die Teilnehmer schon bei der Bushaltestelle derart angeregt diskutierten, blieb für den geplanten kritischen Spaziergang keine Zeit mehr. Doch der Themenbereich rund um die Staatsstraße kam dennoch zur Sprache. Grundsätzlich wurde festgestellt, dass die St 2331 den Ort zerschneide. Es werde oft zu schnell gefahren, außer der Ampel auf Höhe des Rathauses gebe es keine Querungshilfe, Radler seien komplett schutzlos unterwegs.

Dazu wollte Thorsten Scharmatinat (Grüne) von Büchler wissen, ob man am Status der Staatsstraße rütteln könne. „Ich sehe keinen Grund, warum das weiterhin eine Staatsstraße sein sollte“, meinte Büchler und empfahl, den Antrag zu stellen, dass sie auf eine Gemeindestraße zurückgestuft wird – mit der Begründung, dass mit B 12 und A 94 Alternativen für den überregionalen Verkehr bestehen.

„Das zentrale Problem ist die enorme Verkehrsbelastung“

Vorteil einer Gemeindestraße sei, dass die Kommune die Hoheit über die Straßengestaltung habe. Zebrastreifen, Ampeln, Tempo 30, Lkw-Durchfahrtsverbote – all das lasse sich leichter umsetzen. Nachteil sei, dass die Straßenbaulast dann ebenfalls bei der Gemeinde liege. „Das zentrale Problem ist die enorme Verkehrsbelastung. Die wird auch nach einer Abstufung bleiben“, befürchtete SPD-Gemeinderat Erwin Nominacher. „Die Abstufung kann ein Weg sein, die Verkehrsmenge zu reduzieren“, sagte Büchler – wenn auch nicht unbedingt der Königsweg.

Der Individualverkehr müsse ausgebremst und Alternativen wie Radwege, Ruftaxis, Park & Ride und ÖPNV attraktiver werden. Dazu bat Reinhard Anger vom Seniorenbeirat, darum zu kämpfen, dass der MVV seine Bushaltestellen für Mitfahrerbankerl öffnet. Bezüglich ÖPNV formulierte Feckl einige Forderungen der Grünen. Die Linien 445 (Erding–Forstern–Ebersberg) und 469 (Ebersberg–Forstern–Markt Schwaben) sollten deutlich ausgebaut werden. 

Überdachte Fahrradständer mit Absperrmöglichkeiten und Schließfächer

Die derzeitige Vorlage für das Ruftaxi 5445 befürworte man nicht – Feckl hofft hier vielmehr auf eine Takterhöhung etwa der Linie 445 auch während der Vertragslaufzeit. Außerdem fordern die Grünen überdachte Fahrradständer mit Absperrmöglichkeiten und Schließfächer zum Verwahren der Schutzkleidung, Park & Ride-Plätze für Autos, ÖPNV-Ansprechpartner in der Gemeindeverwaltung, jährliche Infoveranstaltungen zum ÖPNV und die Bekanntgabe der Fahrpläne im Amtsblatt sowie auf der Gemeinde-Homepage.

Manche Gehwege sind für Rollator, Rollstuhl und Kinderwagen ungeeignet

Die Grünen sehen zudem Handlungsbedarf – beispielsweise bei den Gehwegen. Es wurde bemängelt, dass manche Wege für Rollator, Rollstuhl und Kinderwagen ungeeignet seien – etwa der an der Tadinger Straße in Richtung Friedhof. Ein Umstand, der auch im Gemeinderat immer wieder moniert wird.

Per Rad oder Fahrgemeinschaft ging es am Ende zum Kinderhaus in Karlsdorf, wo die Zufahrt als problematisch bewertet wird. Zwar herrscht auf der Preisendorfer Straße Tempo 30. Doch wer aus den umliegenden Straßen zu Fuß zum Kinderhaus will, der muss entweder einen weiten Weg oder an der Preisendorfer Straße entlang gehen – ohne Gehweg. Hier bestehe dringend Handlungsbedarf.

„Wir wünschen uns einen einladenden Dorfplatz“

Kurz angerissen wurde auch das neue Ortszentrum. Nach dem Abriss des Wörl-Areals sei „ein XXL-Parkplatz entstanden, eine Kieswüste, und wir wünschen uns einen einladenden Dorfplatz“, sagte Feckl. Bis es in der Ortsmitte weitergeht, könne der Platz in der Zwischenzeit als Dorfplatz genutzt werden – „ansprechend mit Staudenbeeten, Blumenwiese und Parkbänken“, so die Idee.

Kommunalwahl 2020 in Bayern: Welche Aufgaben hat der Bürgermeister?

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vam

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