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Daumen hoch: Schwaigens Bürgermeister Hubert Mangold, hier bei der Siegerehrung zur Aktion Stadtradeln.

Noch gibt es eine kleine Einschränkung

Schwaigens Bürgermeister Mangold will „grundsätzlich“ kandidieren

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Lange blieb die Katze im Sack – nun lugt zumindest ein Großteil des Körpers hervor: Schwaigens Bürgermeister Hubert Mangold geht davon aus, dass er sich 2020 zur Wahl stellen wird. Mit einer Einschränkung.

  • Bei der Kommunalwahl 2020 in Schwaigen will Bürgermeister Hubert Mangold „grundsätzlich“ kandidieren.
  • Er hofft aber, dass sich wieder motivierte Kandidaten für den Gemeinderat finden.
  • Mangold fühlt sich für zahlreiche Projekte verantwortlich.

Schwaigen – Hubert Mangold sah sich in seiner ersten Amtszeit bereits an einem Punkt, an dem er ans Aufhören dachte. „Den hat es gegeben“, sagt er offen. „Mir ist alles zu viel geworden.“ 20 Wochenstunden arbeitet er als Referent bei der Telekom, dazu kommen seinen Angaben zufolge 50 als nebenamtlicher Erster Bürgermeister der Gemeinde Schwaigen. Die Belastung sei hoch, sagt er. Mangold hat viele Aufgaben, ist Ansprechpartner für fast alles. Und er kann es trotzdem nicht jedem Recht machen. Dabei gilt Mangold als rühriger Rathaus-Chef, der vieles angestoßen hat.

Und er fühlt sich in der Verantwortung, es stünden zahlreiche Projekte an – vom Lindenhof-Areal über den Hochwasserschutz bis zur Niederschlagswasserbeseitigung. Deshalb kommt Mangold zu dem Schluss, er wolle „grundsätzlich weitermachen“. Der 55-Jährige hatte eine Kandidatur bei der Kommunalwahl 2020 vor zwei Wochen im Tagblatt-Gespräch vor allem davon abhängig gemacht, wie viele Gemeinderäte ihren Hut noch einmal in den Ring werfen werden – und daraufhin jede Menge Zuspruch aus der Bevölkerung erhalten. So mancher wollten wissen, wohin die Reise geht.

Mangold selbst hat nun Klarheit: Am Montagabend tauschte er sich mit den Gremiumsmitgliedern aus. Das Ergebnis entsprach nicht wirklich Mangolds Traumvorstellung: Nur drei von aktuell sieben Gemeinderäten – Zweiter Bürgermeister Franz Wohlketzetter (Schwaigen) sowie Dr. Friedrich Glauner und Markus Jais sagten fix zu, erneut anzutreten. „Ich hatte gehofft, dass mehr weitermachen“, räumt Mangold ein. Marianne Lutz und Johann Demmel winkten ab. Beide vertreten den Ortsteil Schwaigen mit seinen rund 75 Einwohnern; etwa 550 weist Grafenaschau auf. Christoph Weber, der knapp 24 Jahre im Gemeinderat sitzt, habe bereits vor längerer Zeit angekündigt, sich zurückzuziehen, so Mangold.

Kommunalwahl 2020 in Schwaigen: Bürgermeister Mangold möchte parteifrei bleiben

Damit ist klar: Ohne Umbruch wird es nicht gehen. Dabei hatte Mangold, der parteifrei bleiben möchte, gehofft, dass ihm die funktionierende Mannschaft weitgehend erhalten bleibt. Denn: „Momentan läuft es super.“ Nun setzt er darauf, dass sich erneut motivierte Kandidaten für den Gemeinderat finden, die ihn künftig bei seiner Arbeit unterstützen werden. Unter diesen Rahmenbedingungen tritt Mangold wieder an; ein paar Meldungen von Interessenten gebe es.

Bislang legen die beiden Ortsteile jeweils eigene Bewerberlisten für den Rat vor – Gemeinsam für unsere Gemeinde sowie Liste Ortsteil Schwaigen. Mangold hält das für wichtig, damit auch der Kleinere im Gremium entsprechend vertreten ist. All das gilt es neben dem Anwerben geeigneter Kandidaten jetzt zu organisieren – der normale Lauf der Dinge vor einer Wahl.

2014 war Mangold auf einem außergewöhnlichen Weg ins Rathaus gekommen und hatte damit weit über die Region hinaus für Aufsehen gesorgt. Sein Vorgänger Karl Schwarzberger hatte bei der Wahl als einziger Bewerber nur 46 Prozent der Stimmen – 142 – erhalten. 55 Schwaigener votierten für Mangold, der aus dem Gemeinderat ausscheiden wollte und gar nicht als Bürgermeister kandidiert hatte. Am Ende entschied er sich, in die Stichwahl zu gehen. Das Ergebnis ist bekannt.

Lesen Sie auch: Großprojekt in Grafenaschau: Komplettes Seniorenheim zieht um

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