Newcomer fordert Amtsinhaber heraus

FDP kontra CSU: In Seehausen bahnt sich Duell um Rathaus-Thron an

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Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) bekommt es bei der Kommunalwahl 2020 voraussichtlich mit nur einem Herausforderer zu tun. FDP-Mann Sebastian Trepte will sich als politischer Neuling um das Spitzenamt im Rathaus bewerben – und hat mit dem Außenseiterstatus kein Problem.

  • Bei der Kommunalwahl 2020 in Seehausen läuft es auf ein Duell hinaus.
  • Sebastian Trepte (FDP) tritt gegen Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) an.
  • Der FDP-Kandidat muss zuerst einen Ortsverband gründen.

Seehausen – „Die Wahrheit liegt in der Urne“, lautet eine politische Binsenweisheit. Die Bedeutung ist klar: Prognosen zu Wahlergebnissen sind reine Kaffeesatzleserei. Allerdings kann man in vielen Fällen zumindest einen Favoriten ausmachen. In Seehausen ist dies mit Blick auf die am 15. März 2020 anstehende Kommunalwahl der amtierende Bürgermeister Markus Hörmann (CSU). Der 54-jährige Geologe, seit 2008 Rathauschef in dem beschaulichen, knapp 2500 Einwohner starken Fischerdorf, sitzt fest im Sattel. Erstaunlich früh, nämlich bereits heuer im Frühjahr, hatten ihn seine Parteifreunde erneut zum Spitzenkandidaten ernannt.

Nach dem bisherigen Stand der Dinge wird es der CSU-Mann bei der Verteidigung des Rathaus-Throns – es handelt sich um einen ehrenamtlichen Posten – mit nur einem Konkurrenten aufnehmen müssen: Die FDP schickt Sebastian Trepte, ebenfalls ein Geologe, ins Rennen. Kürzlich wurde der 48-Jährige, der seit etwa zehn Jahren in der Gemeinde am Staffelsee wohnt und seit acht Jahren Parteimitglied ist, im Rahmen einer Aufstellungsversammlung in Garmisch-Partenkirchen nominiert.

Kommunalwahl 2020 in Seehausen: Gebürtiger Münchner Trepte muss FDP-Ortsverband gründen

Doch so ohne Weiteres wird der gebürtige Münchner nicht angreifen können. Er muss zuerst einen Ortsverband gründen – keine leichte Aufgabe in einer Kommune, in der die Liberalen seit Jahrzehnten keine politische Rolle spielen. „Ich bin im Gespräch mit Leuten, die mitmachen wollen“, berichtet Trepte. Mindestens vier sollten es sein. Er gibt sich optimistisch, diese Hürde zu nehmen. Immerhin: Eine Unterstützer-Liste wird er nach Angaben des Landratsamtes nicht vorlegen müssen, da die FDP als etablierte Partei eingestuft wird. Wäre es eine neue, unbekannte Gruppierung, müsste er auch noch Unterschriften sammeln.

Dennoch dürfte das Ganze kein Spaziergang werden, da Trepte bislang politisch nicht in Erscheinung trat. Fällt sein Name, zucken viele Seehauser nur mit den Schultern. Es könne aber auch ein Vorteil sein, findet der Freie Demokrat, sich als Newcomer zu bewerben. Er wolle es jedenfalls versuchen. Trepte ist Realist: „Ich bin nicht in der Favoritenrolle“, räumt er ein. Entscheidendes Ziel sei es, mit einer Gemeinderatsliste anzutreten und den Einzug in das Kommunalparlament zu schaffen. Die Chancen, dass dies gelingt, stuft er als gut ein, denn: „Das Potential ist vorhanden.“

An Ideen mangelt es dem Geologen nicht, der in einem Münchner Ingenieurbüro tätig ist und sich etwa mit Verkehrsprojekten beschäftigt. Ihm kommt es vor allem auf die Förderung des freien Unternehmertums an – das Markenzeichen der FDP. Trepte denkt beispielsweise an die IT-Branche oder an Büros, die man seiner Ansicht nach in Seehausen ansiedeln könnte. Dazu müsse Gewerbegrund entwickelt werden. Als weitere Themen, die ihm wichtig sind, nennt er unter anderem die Einführung eines Ortsbusses, die Unterstützung der Westtorhalle und eine Tunnellösung für die anvisierte Murnauer Westtangente.

Amtsinhaber Hörmann sieht indessen die Kampfansage sportlich. Er könne eine gute Erfolgsbilanz vorweisen, betont der Volksvertreter. Zum Beispiel sei der Ort fast schuldenfrei – und es sei in dieser Legislaturperiode vieles umgesetzt beziehungsweise auf den Weg gebracht worden, etwa die Planung eines neuen Gewerbegebiets.

Im Gemeinderat sind derzeit neben der CSU noch die Liste Bürgernah und die Parteilose Wählergruppe Seehausen (PWS) vertreten. Bei beiden scheint sich kein Bürgermeisterkandidat herauszukristallisieren. Christoph Lautner schließt dies jedenfalls für die PWS aus. „Wir sind mit Markus Hörmann eigentlich zufrieden“, erklärt er. Und Dr. Robert Roithmeier von der Liste Bürgernah meint: „Es sieht nicht danach aus.“ Er selbst stehe nicht zur Verfügung, denn: „Ich habe keine Zeit.“

Rubriklistenbild: © Seiler/Kornatz

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