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Er macht’s: Jürgen Mieskes (38) ist der Oberbürgermeisterkandidat der Freisinger CSU. Am Montag erhielt er 88,5 Prozent der Stimmen.

Kommunalwahl 2020

Jürgen Mieskes (CSU) will Freisinger OB werden und verspricht „Themen statt krakeelen“

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Er ist nominiert: Jürgen Mieskes (38) geht für die CSU ins Rennen um das OB-Amt bei der Kommunalwahl 2020 in Freising.

Freising – Vor acht Jahren war es ein großer Showdown, in der Luitpoldhalle marschierten die beiden Matadore zu den Klängen von „Highway to Hell“ ein, um sich dem Votum der Mitglieder zu stellen. Jetzt ging die Kür des Oberbürgermeister-Kandidaten der Freisinger CSU viel unspektakulärer über die Bühne: Ortsvorsitzender Jürgen Mieskes war der einzige Bewerber und erhielt im Lindenkeller 46 der 52 abgegebenen Stimmen (88,5 Prozent).

Wollen für die CSU kämpfen: (v. l.) Hubert Hierl, Martin Hauner, Jürgen Mieskes, Rudolf Schwaiger und Josef Schrädler haben Stadtratssitze fest im Visier.

Vorgeschlagen worden war der 38-Jährige von der FU-Vorsitzenden Christine Kömpel. Sie hatte um ein „geschlossenes Votum“ gebeten. Rückenwind gab Mieskes auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer. Es sei richtig, einen Kandidaten zu nominieren. Erstens weil man gegenüber radikalen Kräften an den Rändern nicht klein beigeben dürfe, zweitens weil in der Stadt derzeit sehr viel geschehe, das aber alles nur „die Vollendung der Thalhammer-Ära“ sei. Mieskes sei der ideale Kandidat. „Der Jürgen kommt nicht übers Krakeelen, sondern über Themen.“

Einige dieser Themen führte Mieskes in seiner Bewerbungsrede an: Familien zu stützen, sei ihm sehr wichtig, wobei ihm der Ausbau der Kindertagesstätten und eine Optimierung der Buchungszeiten vorschwebe. Wohnen müsse bezahlbar sein. Die Stadt dürfe nicht als „Preistreiber“ fungieren, indem sie beim Verkauf städtischer Grundstücke an Investoren Höchstpreise verlange, um den Haushalt zu sanieren, sagte Mieskes, seit 2007 selbstständiger Immobilienmakler. Zudem will er die Innenstadt beleben: Es gelte, den Individualverkehr zu minimieren, er wolle ein „grünes Band mit Bäumen“ anlegen und dort, wo das Pflaster noch nicht verlegt sei, einen anderen Bodenbelag wählen, der nicht schon nach ein paar Monaten so dreckig aussehe wie der jetzige.

Mieskes will auch die Umwelt schützen, denkt an „Babybäume“: Für jedes zehnte in Freising geborene Baby sollte ein Obstbaum gepflanzt werden. Das sei aktiver Umweltschutz, zumal man dann Kitas und Schulen mit regional angebautem Obst beliefern könne. Und zum Schluss: „Ich brenne für unsere Heimatstadt!“ Er wolle „mit aller Kraft den Bürgerinnen und Bürgern dienen“. Die Mehrheit der CSU-Mitglieder hatte nichts dagegen und schickte Mieskes ins Rennen.

Der Name Jürgen Mieskes steht auch ganz oben auf der 40-köpfigen Liste, mit der die Freisinger CSU sich um die Sitze im Stadtrat bewirbt. Und zwar möglichst viele, nachdem man immer mehr geschrumpft sei, wie Mieskes zurückblickte. „Das liegt nur an einem Thema“, behauptete der OB-Kandidat in Anspielung auf die 3. Startbahn. Die Liste sei „ausgewogen“, sagte Mieskes, er hätte gerne mehr als zwölf Frauen auf der Liste gehabt. Das Durchschnittsalter der 40 Bewerber beträgt 41,75 Jahre.

Der Liste, über die in einem Wahlgang abgestimmt und (inklusive der Streichung einzelner Namen) mit 51 Ja-Stimmen abgesegnet wurde, wünschte Irlstorfer „Gemeinschaftssinn und Kampfgeist“. Zwei Namen von amtierenden Stadträten fehlen (Peter Geiger und Thomas Ottowa), Susanne Nerb kandidiert nur noch auf dem 40. Platz. Rudolf Schwaiger, Hubert Hierl und Josef Schrädler treten wieder an. „Wir sind die Stadt“, hatte Mieskes gesagt.

Zu Beginn der Versammlung am Abend stand Kreisvorsitzender und Staatsminister Florian Herrmann Kopf. Und die Sprache hatte es ihm auch noch verschlagen. Zumindest war die Videobotschaft Herrmanns um 180 Grad gedreht auf der Leinwand zu sehen – und Ton gab es auch nicht.

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