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Gemeinsamer Entschluss: Enrico Corongiu hat sich nach intensiver Rücksprache mit seiner Frau Kerstin für eine Bürgermeister Kandidatur entschieden.

Kampf ums Rathaus

Ein Roter im schwarzen Mittenwald: Corongiu will’s wissen

Jetzt sind es drei: Nach Amtsinhaber Adolf Hornsteiner (CSU) und Georg Seitz (Freie Wähler) bewirbt sich in Mittenwald nun auch Enrico Corongiu (SPD) ums Bürgermeisteramt bei der Kommunalwahl 2020. Seine Partei steht voll hinter ihm.

Mittenwald Nun hat Enrico Corongiu die Katze aus dem sack gelassen: Der 41-jährige SPD-Gemeinderat bewirbt sich bei den Kommunalwahlen 2020 ums Bürgermeisteramt – das Placet seiner Partei natürlich vorausgesetzt. Diesen Entschluss hat Corongiu am Dienstagabend den versammelten Mitgliedern bei der Herbstsitzung im Gasthof Alpenrose mitgeteilt.

„Für meine Familie und mich war es eine schwerwiegende Entscheidung“, betont der Rotkreuz-Rettungsassistent. „Meine Hoffnung ist, dass ich bei unserer Aufstellungsversammlung am 28. November Ihr Vertrauen bekomme.“ Leicht hat es sich der SPD-Hoffnungsträger keinesfalls gemacht. „Bestärkt hat mich bei meinem Entschluss, dass ich bei der Bundestagswahl 2017 immerhin 21 Prozent der Stimmen bekommen habe.“ Durchaus ein Achtungserfolg für einen roten Kandidaten in einem erzschwarzen Landstrich.

Großer Beifall

Bei seinen Mitstreitern stieß Corongius Entscheidung auf großen Beifall. „Mich freut, mit welcher Ernsthaftigkeit Du an die Sache herangehst“, attestierte ihm die ehemalige Gemeinderätin Bärbel Rauch. Für die pensionierte Gymnasiallehrerin steht fest: „Bei drei Bürgermeisterkandidaten wird es eine spannende Wahl. Du hast einen guten Ruf in Mittenwald, deshalb hoffe ich darauf, dass Du ein gutes Ergebnis einfährst.“ Rauchs Mann Rudi, der seit 2008 für die SPD im Gemeinde-Parlament sitzt, ist ebenfalls voll des Lobes. „Du leistest gute Arbeit, die allerdings in der Öffentlichkeit nicht so gewürdigt wird“, meinte Rauch. „Deine Kandidatur könnte allerdings dafür sorgen, dass es politisch im Gemeinderat keine großen Mehrheiten mehr gibt und dort wieder mehr miteinander gesprochen wird.“

Ex-Ortsvorsitzender Detlef Hardt freut sich ebenfalls über Corongius Schritt. „Weil das eine ernsthafte Bewerbung eines Mittenwalders ist“, präzisierte der gebürtige Berliner. „Wir als Ortsverein werden ihn tatkräftig unterstützen.“ Parteimitglied Alfred Kielgas zeigte sich regelrecht stolz. „Ich habe Enrico vor sechs Jahren in unseren SPD-Ortsverein geholt. Jetzt bin ich froh, dass er es sogar zum Kreisvorsitzenden geschafft hat“ – und vielleicht noch mehr?

Rückendeckung von Gattin

Der stellvertretende Vorsitzende Bastian Eiter, der selbst heiß als Bürgermeister-Kandidat in Wallgau gehandelt wird, betrachtet die Chancen von Corongiu realistisch. „Ich freue mich über einen eigenen SPD-Kandidaten.“ Zweifellos sei Corongiu nicht Favorit. „Aber Chancen gibt es für jeden Bürger, der sich für diesen Posten bewirbt.“

Wesentlichen Anteil an Corongius Entscheidung hat zweifellos dessen Gattin Kerstin. „Wir haben zusammen Für und Wider abgewogen“, erzählt die 37-Jährige, die derzeit eine Ausbildung als Kinderpflegerin durchläuft. „Ich habe Enrico in seinen Plänen nur bestärkt und werde alle seine Entscheidungen selbstverständlich mittragen.“

Sollte es in viereinhalb Monaten im stockschwarzen Mittenwald tatsächlich zu einem politischen Erdbeben kommen, hat der potenzielle SPD-Spitzenkandidat, der es im März 2020 mit Amtsinhaber Adolf Hornsteiner (CSU) und Georg Seitz (Freie Wähler) aufnehmen wird, bereits Informationen in puncto Arbeit eingeholt. „Im Falle einer Wahl ins Rathaus wird mein bisheriger Beruf für sechs Jahre ruhen, danach könnte ich wieder problemlos einsteigen.“

Wolfgang Kunz

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