Knappe Entscheiddung

Stichwahl in Isen: Irmgard Hibler siegt mit 38 Stimmen Vorsprung

Ganz knapp hat sich Irmgard Hibler (FW) gegen den CSU-Kandidaten Michael Feuerer in Isen durchgesetzt.  Da fällt es durchaus ins Gewicht, dass 74 Stimmzettel ungültig waren. Der Wahlvorstand  „wird das noch einmal korrekt und nachvollziehbar prüfen“.

Isen – Es war denkbar spannend und denkbar knapp. Mit 38 Stimmen Vorsprung haben die Isener Irmgard Hibler von den Freien Wählern zur neuen Bürgermeisterin gewählt. „Ich bin zufrieden“, sagt Hibler kurz nach der Wahl. „Ein deutlicheres Ergebnis wäre mir allerdings lieber gewesen“. Angesichts der Corona-Krise ist sie sich sicher, „dass sich die politischen Ziele aus dem Wahlprogramm nicht so umsetzen lassen, wie wir es geplant haben“. So sei es statt der Belebung des Ortskerns jetzt relevant, „dass unsere Geschäftsleute überleben“.

Den Bürgern müsse klar sein, dass es wichtig sei, dass sie, wenn die Geschäfte wieder öffnen „alles, was nur irgendwie geht, am Ort einkaufen müssen“, sagt Hibler. Auswirkungen werde die Corona-Krise vermutlich auch auf den Haushalt der Kommune haben, befürchtet die 46-Jährige. Priorität habe für sie der Breitbandausbau, um sowohl Homeoffice als auch Informationsfluss zu ermöglichen.

„Natürlich bin ich enttäuscht“, sagt dagegen CSU-Kandidat Michael Feuerer, auf den 49,44 Prozent der Stimmen entfielen. „Ich habe aber nicht gedacht, dass das Ergebnis so knapp ausfällt“. Feuerer. Sein Vorname war auf dem Wahlzettel falsch „Micheal“ geschrieben. Er glaubt aber nicht, dass die fehlenden Stimmen zum Wahlsieg etwas mit den Buchstabendreher zu tun haben. Er werde auf jeden Fall mit Hibler zusammenarbeiten. „ich habe das Ergebnis akzeptiert, jetzt geht’s weiter“, sagt Feueer.

Die 74 ungültigen Stimmen bei der Bürgermeisterwahl führt auch der amtierende Bürgermeister Siegfried Fischer weniger auf Unerfahrenheit mit dem Briefwahlverfahren oder Bemerkungen zu Feuerers falsch geschriebenen Vornamen zurück. „Ich denke, dass die Stimmzettel ungültig gemacht wurden, weil keiner der beiden Kandidaten in Frage kam“, vermutet er. „Der Wahlvorstand wird das noch einmal korrekt und nachvollziehbar prüfen, damit Michael Feuerer mit dem Ergebnis ein gutes Gefühl haben kann“.

Auch im Isener Marktgemeinderat tut sich einiges: Mit nur neun alten und elf neuen Gemeinderäten sind die Weichen für einen anderen Politikstil gestellt. Über zwei Jahrzehnte war Fischer ein starker und autoritärer Bürgermeister. So stark, dass sich die Räte auch getrost darauf verließen, dass Bürgermeister und Verwaltung es schon richten werden. Die neue Bürgermeisterin wird allein schon aus Mangel an politischer und administrativer Erfahrung mehr auf das Gremium hören müssen.

Sowohl Grüne als auch SPD haben ihre Sitze verdoppeln können. Bei den Grünen sind die Wege in Zukunft sehr kurz. Mit Lena und Florian Geiger sowie Manuela und Andreas Maier sitzen gleich zwei Ehepaare im Gemeinderat. Transparenz und Bürgerbeteiligung dürften die großen Themen der Grünen sein. Mehr Verantwortung sollten laut Bürgermeisterkandidat Florian Geiger die Referenten erhalten.

Vom Schulstreit hat die SPD profitiert. Als einzige Partei hat sie das Bürgerbegehren „Neubau statt Sanierung“ öffentlich gutgeheißen. Mit Michael Kunze und Gerhard Aimer-Kollroß sitzen zwei Räte im Gremium, die eng mit dem TSV verbandelt sind. Dass man dort mit mit dem aktuellen Zustand der Sportstätten unzufrieden ist und einen neuen Standort wünscht, ist kein Geheimnis. Nachdem der Neubau der Schule vom Tisch ist und es keine neue Schulturnhalle geben wird, kann man damit rechnen, dass die SPD die Verlagerung der Sportstätten bald auf die Agenda setzt.

Bei der CSU wertet man es als Erfolg, dass keiner der fünf Sitze verloren ging. Mit gleich vier neuen Räten werden die Christsozialen künftig vertreten sein. Darunter ist Carina Kellner, die gleichzeitig die jüngste Gemeinderätin ist. Nach vorne gewählt wurde Josef Keilhacker. Der Landwirt stand als Zwölfter auf der Liste, schaffte es mit 1059 Stimmen auf Platz vier.

Auf bewährtes Personal haben die Freien Wähler gesetzt. Michael Betz, Markus Lohmaier und Hans Schrimpf waren prominent platziert und wurden wiedergewählt. Neu ist, dass mit Michael und Wolfgang Betz Vater und Sohn künftige Gemeinderäte sind. Auch Florian Lechner wird für die FW im neuen Gemeinderat sitzen. Nicht wiedergewählt wurde Angelika Mergenthaler, die zum vierten Mal kandidierte und erst Anfang 2019 für Maria Grasser nachrückte.

Auch Sebastian Schart, Urgestein der Mittbach-Gruppe, hat den Sprung in den Gemeinderat nicht mehr geschafft. Er war bei der Nominierungsversammlung nur auf Platz zehn gesetzt worden, bei der Wahl fuhr er allerdings das fünftbeste Ergebnis ein. Da die Mittbach-Liste aber nur noch mit vier Räten vertreten sein wird, ist er damit nur noch Nachrücker. Ihn löst mit Lorenz Liebl ein junger Kandidat ab.

Mit wie bisher drei Rätinnen ist der Frauenanteil um die Bürgermeisterin gewachsen.

Alle Ergebnisse der Stichwahl 

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