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Der große Sieger in der Mitte: Florian Lempert (l.) und André Göllrich (r.) gratulieren Anton Speer zum klaren Erfolg bei der Landratswahl.

Vertrauen aus allen Ecken des Landkreises

Nicht nur im „Anton-Tal“ die klare Nummer eins: Erdrutschsieg für Landrat Speer

  • Christian Fellner
    VonChristian Fellner
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Dieses Ergebnis konnte er selbst nicht glauben: Anton Speer holt über 70 Prozent. Seine Herausforderer zeigen sich als faire Verlierer.

Garmisch-Partenkirchen – Anton Speer stand da und traute seinen Augen nicht. Immer wieder diese „7“ vorne dran. Mehr als 70 Prozent? „Kann nicht sein, da stimmt was mit den Zahlen nicht...“ Immer wieder fragte er nach bei den Mitarbeitern aus dem Wahlamt. Immer bekam er dieselbe Antwort: Passt schon. „Das ist der Wahnsinn“, entfuhr es dem Amtsinhaber. Und das nicht nur einmal. 78,74 Prozent waren es am Ende für den Unterammergauer. Wahrlich: ein Erdrutschsieg.

André Göllrich (58) stand die ganze Zeit neben Speer im Foyer des Landratsamtes, wo per Beamer die Resultate gegen die Wand geworfen wurden. Der Herausforderer lächelte milde. Ja, bei ihm waren es andere Zahlen. Logisch bei Speers Ergebnis. Aber der FDP-Mann sah es gelassen. „Das war zu erwarten, ich bin Realist.“ Göllrich erwies sich als aufrichtiger und ehrenvoller Verlierer an diesem Abend. „Klar, ein paar Prozent mehr hätten es schon sein können, aber ich bin nicht so unzufrieden“, sagte der Garmisch-Partenkirchner. „Die Bevölkerung im Landkreis hat Vertrauen in Anton Speer, und ich habe es auch.“ In der gegenwärtigen Situation inmitten der Corona-Krise sei es „gut, dass es keine Stichwahl gibt“. Dem alten und neuen Landrat wünschte er „viel Kraft, denn da muss er sich jetzt richtig reinhauen“.

Corona wird Herausforderung

Das ist Speer bewusst. „Das Ergebnis stelle einen großen Vertrauensbeweis dar, aber auch eine Verpflichtung, gerade jetzt in der Corona-Krise“, betonte er. „Das wird noch eine sehr große Herausforderung für uns.“

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Auch Florian Lempert (CSU) nahm den Weg von Seehausen nach Garmisch-Partenkirchen in Angriff, kam am Abend, um dem Wahlsieger persönlich zu gratulieren. „Der Bürger wünscht sich ein Weiter-so“, kommentierte der 31-Jährige das Resultat. Natürlich seien 17,40 Prozent kein Wunschergebnis, „aber ich schaue entspannt und positiv in die Zukunft“. Entmutigen lasse sich der Politik-Jungspund durch diese Niederlage nicht. „Bei der ersten Wahl geht es darum, Erfahrungen zu sammeln.“ Und die habe er reichlich mitgenommen aus dem Wahlkampf. Warum Speer so enteilt ist, liegt für Lempert auf der Hand. „Wir konnten einfach unsere Themen nicht so gut setzen, und der Bekanntheitsgrad von Anton Speer ist enorm.“ Die Corona-Thematik sei letztlich gar nicht so entscheidend in seinen Augen gewesen. „Ein kleiner Bonus vielleicht, aber das macht nur ein paar Prozent aus.“

Speers Handy steht kaum still

Speer hingegen nahm eine Gratulation nach der anderen entgegen. Das Handy stand kaum mehr still. Als beeindruckend empfand er das flächendeckend gute Resultat über den gesamten Landkreis hinweg. Nicht nur in der Heimat im Ammertaler, das die beiden Herausforderer gleich in „Anton-Tal“ umtauften. „Ich habe überall das Vertrauen bekommen, das gibt einem schon Rückhalt für künftige Entscheidungen“, sagte der 61-Jährige. Und die stehen schon bald an. Bereits am Montag muss er nach München zur Landrats-Besprechung. Da wird geklärt, wie es mit Corona weitergeht. Groß feiern war also nicht drin am Sonntagabend. „Ein bisserl im engeren Kreis in Unterammergau“, verriet der Sieger und verschwand mit einem breiten Grinsen.

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