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Probesitzen durften nach der Wahl beide. Ob am Ende Norbert Kerkel (r.) oder Rudi Reber den Chefsessel im Rathaus übernehmen, wird die Stichwahl zeigen.  

Markus Liebl (CSU) und Cornelia Riepe (Grüne) gleichauf  

Waakirchen: Stichwahl zwischen Norbert Kerkel (FWG) und Rudi Reber (ABV)

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Das Rennen um den Chefsessel im Waakirchner Rathaus ist noch nicht beendet. Für Norbert Kerkel (FWG) und Rudi Reber (ABV) geht‘s in die Stichwahl. CSU-Kandidat Markus Liebl musste eine Schlappe einstecken.

Waakirchen – Norbert Kerkel (FWG) und Rudi Reber (ABV) gehen in die Stichwahl um das Amt des Waakirchner Bürgermeisters. „Man muss auch mal Glück haben“, jubelte Reber (58), als Wahlleiter Christoph Marcher das Ergebnis gegen 19.45 Uhr verkündete. Nur zwei Stimmen mehr als Markus Liebl (CSU) und Cornelia Riepe (Grüne) konnte Reber für sich verbuchen, nämlich 690. Der kleine Vorsprung hält ihn im Rennen um den begehrten Posten. Stimmenkönig ist Norbert Kerkel (FWG), der 958 Stimmen holte. Damit entfallen 29,5 Prozent der Stimmen auf ihn.

„Ich freue mich erst einmal natürlich sehr“, kommentierte Kerkel das Ergebnis des ersten Wahlgangs. Doch bleibe nun die Stichwahl abzuwarten. Die

Anspannung war dem 55-Jährigen anzusehen. Zusammen mit seiner Frau Simone hatte Kerkel auf einer harten Holzbank vor dem Büro des Wahlleiters ausgeharrt, bis die Auszählung beendet war. Sie zog sich wegen der hohen Zahl der Briefwähler hin. Von den 3261 Wählern hatten 2396 per Brief gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,9 Prozent.

CSU-Kandidat Markus Liebl (CSU) ist aus dem Rennen

Aus dem Rennen ist CSU-Kandidat Markus Liebl (54). Die Enttäuschung war ihm anzusehen. „Aber das ist die Demokratie“, sagte er nur. Seinen Arbeitsplatz im Rathaus hat er trotz der Niederlage: Liebl ist Geschäftsleiter der Gemeinde. Er hatte sich mehr erhofft als die 21,2 Prozent, es am Ende wurden. Liebl war als Verwaltungsfachmann angetreten, der mit dem Metier durch und durch vertraut ist.

Umso überraschender, dass Cornelia Riepe (Grüne), die ihren allerersten Wahlkampf geführt hat, die exakt gleiche Stimmenzahl wie der alte Hase für sich verbuchen kann: 688. Riepe (45) strahlte: „Nachdem wir ganz neu sind, ist das einfach ein super Ergebnis.“ Die Grünen waren bisher im Waakirchner Gemeinderat nicht vertreten und hatten sich erst kurz vor der Kommunalwahl 2020 formiert.

Achtungserfolg für Cornelia Riepe (Grüne): Sie ist mit Liebl gleichauf

Auf das Ergebnis hatten die Kandidaten gemeinsam im Rathaus gewartet. Rainer Hölscher (FW) wurde von seiner Frau Gisela begleitet, die aktuell Gemeinderätin in Waakirchen ist und als Landrätin kandidiert. Während sie gespannt auf Ergebnisse wartete, zeigte der 55-Jährige keine Regung. „Mein Mann ist immer der Fels in der Brandung“, meinte Hölscher. Sein Ergebnis, 4 Prozent, nahm Rainer Hölscher mit Gleichmut. Das Ehepaar machte sich im Anschluss gleich auf den Weg in Richtung Miesbach. Sie wollten dabei sein, wenn das Ergebnis der Landratswahl verkündet wird.

Nur ein Kandidat ließ sich nicht im Rathaus blicken: Andreas Kilian (SPD). Der 31-Jährige hätte dort auch keinen Grund zur Freude gehabt. Er holte nur 2,7 Prozent.

Noch-Bürgermeister Sepp Hartl im Wechselbad der Gefühle

Als Beobachter verfolgte der noch amtierende Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) das Geschehen. Er hatte nach zwölf Jahren im Amt nicht mehr kandidiert. Jetzt nur noch Zuschauer zu sein, bedeute für ihn ein Wechselbad der Gefühle, meinte er. Auf der einen Seite freue er sich auf ruhigere Zeiten. Zuhause wartet der zwölf Wochen alte Bobtail-Welpe Bärli, mit dem der kleine Enkel begeistert spielt. Auf der anderen Seite falle der Abschied schwer: „Das waren die schönsten zwölf Jahre meines Lebens.“

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