Kommunalwahl 2020 in Bayern: Was ist Kumulieren und Panaschieren?

Bei der Kommunalwahl 2020 in Bayern kann man „Kumulieren“ und „Panaschieren“. Was bedeutet das? So füllen Sie den Stimmzettel am 15. März korrekt aus.
- Kumulieren und Panaschieren sind Besonderheiten bei der Stimmvergabe bei der Kommunalwahl 2020 in Bayern.
- Kumulieren bedeutet, dass man einem Kandidaten mehrere Stimmen geben kann.
- Panaschieren bedeutet, dass man Kandidaten über Parteigrenzen hinweg seine Stimmen geben kann.
- Hier erfahren Sie, wie Sie die Stimmzettel bei der Wahl korrekt ausfüllen.
- Die wichtigsten Geschichten aus Ihrer Merkur.de*-Region senden wir Ihnen einmal wöchentlich in unserem kostenlosen, lokalen Newsletter zu. Melden Sie sich an und erhalten Sie alle Infos zur Wahl am Montagmorgen um 6 Uhr. Die wichtigsten Infos am Wahltag lesen Sie in unserem Bayern-Wahl-Ticker* und München-Ticker*.
Die Wahl der Landräte und Bürgermeister dürfte bei der Kommunalwahl unproblematisch sein: Nur ein Kreuz – logisch – ist erlaubt, sonst ist der Stimmzettel bei der Kommunalwahl in Bayern ungültig. Etwas schwieriger ist die Wahl der Kommunalwahlparlamente, also die der Stadt- und Gemeinderäte und vor allem die der Kreistage. Hier macht doch eine erstaunlich hohe Anzahl von Wählern Fehler. Damit Sie bei der Wahl am 15. März 2020 korrekt wählen, haben wir hier die wichtigsten Informationen zusammengefasst.
Schaubild zur Kommunalwahl 2020 in Bayern: So füllen Sie den Stimmzettel am 15. März korrekt aus

Quelle: Gemeinde- und Landkreiswahlordnung (GLKrWO)
Kommunalwahl 2020 in Bayern: Parteien und Gruppierungen stellen Listen zusammen
Auf dem Stimmzettel für die Gemeinderäte, Stadträte oder Kreistage haben die Parteien und Gruppierungen ihre Kandidaten zu Listen zusammengestellt.
Der einfachste Weg ist es, eine einzige Liste anzukreuzen. Dann fallen alle Stimmen der angekreuzten Partei oder Wählergruppe zu. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten zu wählen.
Kommunalwahl 2020 in Bayern: Das bedeutet Kumulieren
Bei der Kommunalwahl 2020 in Bayern darf man einzelnen Bewerbern bis zu drei Stimmen geben. Das nennt sich Kumulieren oder „Häufeln“.
Beim Kumulieren muss man sich nicht an eine bestimmte Wahlliste halten, sondern kann quer über verschiedene Listen Schwerpunkte bei bestimmten Kandidaten setzen.
Durch das Kumulieren oder Häufeln rutscht der Kandidat auf der Liste seiner Partei „nach vorne“ und erreicht eine größere Chance, einen Sitz zu erhalten - allerdings nur innerhalb seiner Partei. Wie viele Mandate eine Partei in einem Stadtrat, Gemeinderat oder im Kreistag erhält, ergibt sich aus der Gesamtzahl der Stimmen für ihre Kandidaten.
Um ein Beispiel zu nennen, wann das Kumulieren oder Häufeln etwas bringt: Auch wenn sich ein Kandidat auf dem letzten Platz einer Wahlliste befindet, kann er durch eine hohe Zahl an Stimmen in ein Gremium einziehen.
Wichtig: Man kann einem einzelnen Kandidaten maximal drei Stimmen geben. Bei mehr als drei Stimmen ist der gesamte Wahlzettel ungültig!
Welche Aufgaben hat der Kreistag?
Kommunalwahl 2020 in Bayern: Welche Stimmzettel gibt es überhaupt?
- Gelber Stimmzettel: Wahl der Bürgermeister oder Oberbürgermeister
- Blauer Stimmzettel: Wahl der Landräte
- Grüner Stimmzettel: Wahl der Gemeinde- oder Stadträte
- Weißer Stimmzettel: Wahl der Kreisräte
In München werden bei der Kommunalwahl 2020 auch noch die Bezirksausschüsse gewählt.
Kommunalwahl 2020 in Bayern: So funktioniert das Kumulieren
Grundsätzlich gibt es mehrere Wege, zu kumulieren:
- Auf dem Stimmzettel sind je Kandidat mehrere Ankreuz-Möglichkeiten vorhanden
- Man trägt bei einem Kandidaten die Zahl der abzugebenden Stimmen (höchstens drei!) ein
- Wer handschriftlich einen eigenen Wunschkandidaten auf dem Stimmzettel ergänzt, kann ihn oft durch mehrfache Angabe seines Namens kumulieren. Auch hier gilt: Maximal dreimal!
Freie Listenwahl: Was ist „vorkumulieren“?
Eine Partei oder Wahlgruppe kann in Bayern einzelne Kandidaten auch mehrfach auf ihrer Wahlliste präsentieren - zum Beispiel, wenn sie ihre Liste nicht „voll“ kriegen. Die AfD etwa hat in Bayern dieses Problem: Es finden sich zu wenig Kandidaten, um Stadt- und Gemeinderatslisten zu füllen.
In solchen Fällen kann die Partei das Vorkumulieren nutzen und auf ihrer Liste manche Kandidaten bis zu dreimal angeben. Wenn der Wähler ein Listenkreuz an eine vorkumulierte Liste setzt, erhalten diese Kandidaten dann zwei oder drei Stimmen.
Kommunalwahl 2020 in Bayern: Was ist Panaschieren?
Neben dem Kumulieren gibt es bei der Kommunalwahl 2020 auch das Panaschieren. Das Wort mag sich für manche wie ein Fachausdruck aus dem Kochbuch anhören („Das Schnitzel bitte noch Panaschieren, bevor es in die Pfanne kommt...“). Tatsächlich geht es um das Mischen der Stimmen auf dem Wahlzettel.
In Bayern handelt es sich um eine sogenannte freie Listenwahl. Wer seine Stimme abgibt, ist dabei nicht an eine bestimmte Wahlliste gebunden. Das Wahlrecht im Freistaat sieht vor, dass der Wähler quer über verschiedene Listen seine Kreuze auf Kandidaten mehrerer Listen bzw. Parteien verteilen kann. Das nennt sich Panaschieren.
Das Verb leitet sich aus dem Französischen ab und kann mit „bunt mischen“ übersetzt werden - der Wähler setzt sich quasi sein „persönliches Gremium“ aus Kandidaten verschiedener Parteien oder Wählergruppe zusammen. Kreuzt man nur die Wahlliste, also die vorgeschlagenen Kandidaten einer einzigen Partei oder Wählergruppe an, erhält die automatisch alle Stimmen eines Wählers.
Kommunalwahl 2020 in Bayern
Persönliche Favoriten mit Panaschieren und Kumulieren fördern
Letztlich ist die Kommunalwahl nicht unbedingt eine Parteien-, sondern eine Persönlichkeitswahl. Auf Gemeindeebene kann man so für jene Kandidaten stimmen, die man für besonders geeignet hält - auch wenn diese für verschiedene Listen kandidieren.
Bei der Bundestagswahl, der Landtagswahl oder der Europawahl ist das Panaschieren nicht möglich. Ansonsten ist das Prinzip „Mischen und Variieren“ bei Kommunalwahlen in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen erlaubt.
Wann ist der Wahlzettel ungültig?
Der Stimmzettel ist bei der Kommunalwahl 2020 ungültig, wenn:
- er nicht eindeutig erkennen lässt, für wen die Stimmen abgegeben wurde
- er leer abgegeben wird
- die Gesamtstimmenzahl überschritten wird
- der Wähler darauf zusätzliche Bemerkungen oder Kennzeichen angebracht hat
Nach Gutdünken eigene Kandidaten zu einer Liste dazuzuschreiben, ist verboten und macht den Stimmzettel ungültig. Ausnahme: Wenn in einem Landkreis nur ein Landrats-Kandidat antritt oder (wie öfters in kleineren Gemeinden) nur ein Bürgermeister-Kandidat, gibt es freie Felder, auf die man andere Namen drauf schreiben darf. Gleiches gilt, wenn in einer Gemeinde nur eine Liste für den Gemeinderat zur Wahl antritt.
Was ist, wenn ich mich in der Wahlkabine verrechnet habe?
Kein Problem: Wer sich verschreibt oder verrechnet, der darf sich vom Wahlvorstand einen neuen Stimmzettel geben lassen.
Welche Aufgaben hat der Bürgermeister?
In welcher Reihenfolge werden die Stimmzettel bei der Kommunalwahl in Bayern ausgezählt?
Die Wahllokale schließen am 15. März 2020 um 18.00 Uhr. Anschließend beginnen die Wahlhelfer mit der Auszählung der Wahl der Bürgermeister und Oberbürgermeister. Danach kommen die Landräte dran, gefolgt von den Gemeinde- und Stadträten. Erst zum Schluss werden die Stimmzettel für den Kreistag ausgezählt.
Die Ergebnisse für die Bürgermeister- und Oberbürgermeisterwahl sowie für die Wahl der Landräte werden erfahrungsgemäß noch am Wahlabend bekannt gegeben. Weil die Auszählung für die Gemeinde- und Stadträte sowie für den Kreistag je nach Größe der Kommune deutlich aufwändiger sein kann, erfolgt eine Auswertung zum Teil erst am Tag nach der Wahl.
Wir haben bereits alle Informationen und Termine zur Kommunalwahl 2020 in Bayern zusammengefasst.
Ergebnisse der Kommunalwahl 2020 gibt es am Sonntag, 15. März 2020, bei merkur.de. Bereits im Vorfeld finden Sie bei uns eine ausführliche Berichterstattung über Kandidaten, Listen und alle aktuellen Entwicklungen.