+
Ralf Stegner (r.) von der SPD und Ministerpräsident Daniel Günther von der CDU.

Alle Entwicklungen im News-Ticker

Kommunalwahl in Schleswig-Holstein: CDU siegt im Norden - SPD stürzt ab

  • schließen
  • Stephanie Munk
    Stephanie Munk
    schließen

Am Sonntag, 6. Mai 2018, fanden in Schleswig-Holstein Kommunalwahlen statt. 2,4 Millionen Menschen konnten ihre Stimme abgeben. Alle Entwicklungen und Ergebnisse im News-Ticker.

  • Rund 2,4 Millionen Menschen waren am Sonntag, 6. Mai 2018, zur Kommunalwahl in Schleswig-Holstein aufgerufen.
  • Gewählt wurden die neuen Volksvertreter in den Gemeinden und Kreistagen. Gewählt wurde auch in den vier kreisfreien Städten Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster.
  • Die Ergebnisse zeigen einen Wahlsieg der CDU. Die SPD verliert hingegen deutlich.
  • Neben der Kommunalwahl stimmten die Kieler in einem Bürgerentscheid über die Zukunft des Flughafens in der Landeshauptstadt ab. Das Ergebnis ist deutlich. 70,3 Prozent sprachen sich für den Erhalt des Flughafens aus.

Die Ergebnisse der Kommunalwahl 2018 in Schleswig-Holstein

Partei

Ergebnis 2018 in Prozentpunkten

Veränderung zu 2013 in Prozentpunkten

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

35,1

- 3,8

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

23,3

- 6,5

Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE)

16,5

+ 2,8

Freie Demokratische Partei (FDP)

6,7

+ 1,7

Alternative für Deutschland (AfD)

5,5

+ 5,5

Die Linke (LINKE)

3,9

+ 1,4

Südschleswigscher Wählerverband (SSW)

2,3

- 0,6

Stand: 6. Mai 2018, 22.53 Uhr, vorläufiges amtliches Endergebnis.

>>> AKTUALISIEREN <<<

22.37 Uhr: Als eine der letzten ist nun auch die Landeshauptstadt ausgezählt. Die SPD behält in Kiel die Position als stärkste Partei mit 29.9 Prozent. Die CDU liegt nur noch bei 23,5 Prozent, die Grünen kommen auf 20,5 Prozent. Die Linke verzeichnet beachtliche 7,2 Prozent, die FDP holt 6,5 Prozent, die AfD verbucht 5,9 Prozent. Der SSW steht bei 2,8 Prozent. Die PARTEI schafft immerhin 2,6 Prozent.

21.49 Uhr: Beim Bürgerentscheid über die Zukunft des Flughafens zeichnet sich eine klare Mehrheit ab: Kurz vor dem Ende der Auszählung haben sich 70 Prozent für den Erhalt ausgesprochen.

21.46 Uhr: Stegner führt die Wahlniederlage auch auf den Gegenwind aus Berlin zurück. Zudem seien mehrere neue Parteien angetreten, die die Genossen offenbar Stimmen gekostet hätten. Der Landeschef lobt die die Ergebnisse aus Kiel (noch vorläufig) und Lübeck - in beiden Städten regiert ein SPD-Mann: „Wir haben Kiel und Lübeck gehalten. Da kann man mal sehen, was ein starker Oberbürgermeister ausmacht.“

21.17 Uhr: Inzwischen sind auch die Ergebnisse aus Lübeck eingetrudelt. Die SPD bleibt mit 27,6 Prozent stärkste Kraft (-6,2 Prozent) vor der CDU mit 24,7 Prozent (-7,3 Prozent). Die Grünen verlieren 1,1 Prozentpunkte und stehen bei 15,4 Prozent. Die AfD sammelt 5,1 Prozent ein und liegt knapp vor der Linken (4,9 Prozent) und der FDP (4,2 Prozent).

21.14 Uhr: SPD-Landeschef Ralf Stegner ist "insgesamt natürlich nicht zufrieden". Die Genossen müssten nun weiter daran arbeiten, ihr Profil zu schärfen. Wie Günther ist auch Stegner enttäuscht über die geringe Wahlbeteiligung.

21.12 Uhr: Ministerpräsident Günther spricht von einem „ausgesprochen guten Ergebnis, das die Union geholt hat“. Das Ziel, den Vorsprung als stärkste Kraft auszubauen, sei gelungen, so der Landesvater einer ersten Stellungnahme.

Kommunalwahl in Schleswig-Holstein 2018: CDU gewinnt vor SPD, Grüne feiern

20.57 Uhr: Die CDU geht nach einem Trend von Infratest Dimap als stärkste Kraft aus der Kommunalwahl in Schleswig-Holstein am Sonntag hervor. Landesweit kann die Union demnach mit 36,0 Prozent der Stimmen rechnen (2013: 38,9) und würde damit klar vor der SPD liegen, die auf 22,7 Prozent der Stimmen käme (29,8). Dahinter folgen der Schätzung im Auftrag des NDR zufolge die Grünen mit etwa 15,5 Prozent, die FDP mit 6,6 Prozent und die AfD mit 5,5 Prozent. Wählergemeinschaften bekamen dem Trend zufolge landesweit 6,3 Prozent der Stimmen. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) erzielte demnach 2,3 Prozent. Die Schätzung beruht auf Zwischenergebnissen der Kreise und kreisfreien Städte.

20.41 Uhr: Auch in Flensburg gibt es nun ein Ergebnis! Eins vorweg: Ganz so dramatisch schlecht war die Wahlbeteiligung in der drittgrößten Stadt des nördlichsten Bundeslandes doch nicht - 35,6 Prozent sind allerdings immer noch kein Grund zur (demokratischen) Freude. Die CDU verliert 2,7 Prozentpunkte, bleibt mit 19,4 Prozent aber stärkste Partei. Die Grünen steigern sich um 6,3 auf 18,8 Prozent. Die SPD erhält 2,5 Prozent weniger Stimmen als 2013 und landet bei 18,2 Prozent. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) kommt auf 17,6 Prozent, FDP und Linke landen bei 7,7 respektive 7,5 Prozent.

20.22 Uhr: Wer sich über die einzelnen Ergebnisse in den schleswig-holsteinischen Kommunen informieren möchte, kann das auf der Webseite des Statistischen Amts für Hamburg und Schleswig-Holstein tun.

19.47 Uhr: In Neumünster sind die Stimmen bereits ausgezählt. Die CDU behauptet mit 34 Prozent ihren Status als stärkste Partei vor der SPD, die auf 27,4 Prozent kommt. Die Grünen konnten sich signifikant verbessern auf 16,4 Prozent, die FDP landet bei 5,9 Prozent. Die Linke verbessert sich auf 4,3 Prozent.

19.39 Uhr: Nur noch wenige Minuten, dann können wir hoffentlich an dieser Stelle erste Ergebnisse aus den Hochrechnungen zur Kommunalwahl in Schleswig-Holstein liefern.

18.57 Uhr: Jürgen Weber, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, hat relativ bescheidene Ziele, was das Wahlergebnis der Sozialdemokraten angeht: „Bundesweit liegen wir bei 18 Prozent, da wäre ein Ergebnis über 30 Prozent schon ziemlich toll. Ich wünsche mir auf jeden Fall, dass wir besser als bei der Bundestagswahl abschneiden.“

18.40 Uhr: Besonders schwach war die Wahlbeteiligung in Flensburg: Weniger als 30 Prozent der Wahlberechtigten nahmen die Chance wahr, bei der Kommunalwahl ihre Stimme abzugeben. Grünen-Politiker Rasmus Andresen, Vizepräsident im schleswig-holsteinischen Landtag, hat angesichts dieser Werte Redebedarf.

Kommunalwahl in Schleswig-Holstein 2018 - Wahllokale geschlossen

18 Uhr: Das war‘s - die Wahllokale sind ab sofort geschlossen! Erste Ergebnisse werden allerdings gegen kurz vor 20 Uhr erwartet. Bis 17.30 Uhr sind 44,2 Prozent der wahlberechtigten Schleswig-Holsteiner zur Stimmabgabe gegangen. 2013 waren es 41,7 Prozent.

17.23 Uhr: Die Wahlbeteiligung scheint nach wie vor auf ein höheres Ergebnis als vor fünf Jahren zuzusteuern. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Nord sind bis 14 Uhr 31,6 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne gegangen. Und das bei dem tollen Wetter heute! 2013 waren es bis zu dieser Uhrzeit noch über vier Prozent weniger.

14.51 Uhr: Die Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein sind am Sonntag mit einer höheren Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren gestartet. In den ersten drei Stunden nach Öffnung der Wahllokale hätten 18,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, teilte das Büro des Landeswahlleiters in Kiel mit. 2013 waren es um 11 Uhr erst 12,9 Prozent gewesen. Die Wahllokale sind bis 18 Uhr geöffnet.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ging in Eckernförde an die Wahlurne. Er sagte: „Bei der Kommunalwahl entscheidet in erster Linie der Einsatz der ehrenamtlichen Kommunalpolitiker vor Ort.“ SPD-Landeschef Ralf Stegner erklärte mit Blick auf das bundesweite Stimmungstief seiner Partei: „Der Landesverband kann kämpfen. Wir können auch gegen den Wind Erfolge haben.“

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bei der Stimmabgabe. 

+++ Hallo und herzlich willkommen zu unserem News-Ticker zur Kommunalwahl in Schleswig-Holstein. Wir halten Sie am Sonntag den ganzen Tag auf dem Laufenden, was im Norden Deutschlands passiert. Hier bekommen Sie alle Infos und Ergebnisse.

Kommunalwahl in Schleswig-Holstein 2018: SPD droht nächste Schlappe

Das Abschneiden der SPD verspricht bei den Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein politisch die größte Brisanz. Zwar geht es bei Kommunalwahlen um Dinge wie Verkehr, Schulen, Kitas und Freizeitangebote, aber die politische Großwetterlage schlägt trotzdem immer mit durch. Sollte die SPD nach der Landtagswahl vor knapp einem Jahr und der Bundestagswahl Ende September jetzt auch die Kommunalwahl in den Sand setzen, könnte der Landesvorsitzende Ralf Stegner stärker unter Druck geraten. „Bei Umfragen unter 20 Prozent wünscht sich niemand Wahlen in seinem Bundesland“, sagte er vor einigen Wochen.

CDU-Landeschef und Ministerpräsident Daniel Günther steuert die Kommunalwahl mit dem Regierungsbonus an. Doch er konnte Zusagen aus dem Landtagswahlkampf für größere Abstände zwischen Windanlagen und Wohnhäusern nicht einhalten. Auch die Tatsache, dass nur Kommunen mit gut gefüllter Kasse problemlos auf die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen verzichten können, könnte Wählerstimmen kosten.

Gemessen am Abschneiden 2013 starten die Jamaika-Partner Grüne und FDP von ganz unterschiedlichen Ausgangspositionen zur Kommunalwahl. Die Grünen steigerten sich vor fünf Jahren auf 13,7 Prozent, während die FDP von 9,0 auf 5,0 Prozent abstürzte. Natürlich wollen beide Parteien diesmal zweistellig werden; ihre Ergebnisse zur Landtags- und Bundestagswahl 2017 nähren diese Hoffnung.

Auch die Linke ist, mit Ausnahme einiger Wahlkreise in Ostholstein, ebenfalls flächendeckend bei der Kommunalwahl am 6. Mai wählbar. 2013 kam die Partei auf 2,5 Prozent.

Die AfD, die seit Mai vorigen Jahres im Landtag sitzt, trat vor fünf Jahren noch nicht bei den Kommunalwahlen an. Ihr Abschneiden in den Kommunen ist schwer vorherzusagen.

Das waren die Ergebnisse der Kommunalwahl 2013 in Schleswig-Holstein:

Partei

Prozent

Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

38,9

+0,3

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

29,8

+3,2

Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE)

13,7

+3,4

Freie Demokratische Partei (FDP)

5,0

–4,0

Wählergruppen (WG)

4,8

–0,3

Südschleswigscher Wählerverband (SSW)

2,9

–0,1

Die Linke (LINKE)

2,5

–4,4

Piratenpartei Deutschland (Piraten)

1,6

+1,6

Sonstige

0,8

+0,3

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

CIA sieht saudischen Kronprinz hinter Tod Khashoggis
Die Hinweise auf die Beteiligung des saudischen Kronprinzen an der Tötung des Journalisten Khashoggi sind vielfältig. Nun kommt auch die CIA zum Schluss, dass Mohammed …
CIA sieht saudischen Kronprinz hinter Tod Khashoggis
Proteste und Straßenblockaden wegen hoher Spritpreise eskalieren: Eine Tote und 220 Verletzte in Frankreich
Bei Protesten und Straßenblockaden wegen zu hoher Spritpreise ist die Lage in Frankreich am Samstag eskaliert. Mehr als 220 Personen wurden verletzt, eine Frau kam ums …
Proteste und Straßenblockaden wegen hoher Spritpreise eskalieren: Eine Tote und 220 Verletzte in Frankreich
Sachsen-Anhalts CDU lehnt UN-Migrationspakt ab
Seegebiet Mansfelder Land (dpa) - Sachsen-Anhalts CDU hat sich auf einem Parteitag gegen den viel diskutierten UN-Migrationspakt gestellt. Eine Mehrheit der Delegierten …
Sachsen-Anhalts CDU lehnt UN-Migrationspakt ab
Gegen "Untätigkeit" der Regierung: Mehr als 6.000 Demonstranten legen Brücken in London lahm
Gegen die „Untätigkeit“ der Regierung demonstrierten Klimaschützer am Samstag in London. Sie blockierten dabei die Brücken der Stadt. 
Gegen "Untätigkeit" der Regierung: Mehr als 6.000 Demonstranten legen Brücken in London lahm

Kommentare