Rot, grün, schwarz oder ganz anders?

Umfrage vor der Kommunalwahl am Sonntag: Was wir wählen, warum wir wählen

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  • Nina Bautz
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Am Sonntag wird in München gewählt: Wir haben uns unter den Münchnern umgehört, wie die Stimmung vor dem Großereignis ist und ob sie schon wissen, was und warum sie wählen.

  • Am Sonntag steigt in München die Kommunalwahl - trotz Ausbreitung des Coronavirus.
  • Wir haben Menschen aus verschiedenen Bereichen gefragt, ob sie sich schon entschieden haben, wem sie ihre Stimme geben.
  • Einige finden, Dieter Reiter soll bleiben, andere wollen eine Veränderung - so wie es Umfragen in München* zuvor schon andeuteten.

München - Die Spannung steigt, am Sonntag werden ein neuer OB, ein neuer Stadtrat und die Zusammensetzung der 25 Bezirksgremien gewählt. Die tz hat sich schon zuvor unter Münchnern umgehört, welchen Oberbürgermeister sie sich wünschen oder welche Partei sie bevorzugen. Und was ihnen besonders wichtig ist. Heraus kam ein bunter Reigen an Meinungen. Vermutlich genauso bunt, wie sich der neue Stadtrat präsentieren wird.

Insgesamt 17 Gruppierungen treten nämlich an – so viele wie noch nie. Weil es keine Fünf-Prozent-Hürde wie bei Landtags- oder Bundestagswahlen gibt, dürften mindestens zehn Parteien den Sprung ins Kommunalparlament schaffen. Am Montag dürfte man schon schlauer sein.

Wunsch: Rot-Grün

Dr. Karin Lohr, BISS-Geschäftsführerin: „Ich habe schon gewählt und zwar rot-grün – das sind meine beiden Wunschfarben. Denn das Thema soziale Gerechtigkeit ist bei SPD und Grünen meiner Meinung nach am besten aufgehoben.“

CSU steht für Heimat

Markus Bonarius, 45, Kundenberater: „Ich wähle die CSU. Ich komme ursprünglich aus Hessen und seit ich hier wohne, wähle ich nichts anderes. Die Partei verkörpert für mich einfach eine sehr gute Mischung aus Heimat und Natur, Tradition und Moderne. Das finde ich toll!“

Für neuen Wind im Rathaus

Elke Fett, 75, Sprecherin der Viktualienmarkt-Händler: „Ich wähle Frau Frank von der CSU. Sie ist die Kommunalreferentin und für den Viktualienmarkt zuständig. Ich möchte neuen Wind im Rathaus spüren. Immer die Gleichen – das ist nicht gut. Ich unterstütze auch Armin Gastl (CSU) für den Stadtrat. Auch er hat einfach ein Gespür für den Markt.“

Crocamo und Reiter

Michi Schmitz, 55, Service-Mitarbeiter: „Ich unterstütze in jedem Fall Pino Crocamo. Trotzdem wähle ich aber auch einige Kandidaten der SPD. Mit Dieter Reiter und seiner Arbeit bin ich recht zufrieden. Er ist oft zu sehen, bewegt sich viel unter Menschen und ist immer präsent.“

Für Tiere und Umwelt

Dr. Dalia Zohni, 44, Leiterin des Münchner Tierheims in Riem: „Ich wähle grün, weil diese Partei für den Tier-, Umwelt- und Naturschutz steht und sich für nachhaltige Landwirtschaft und gegen Massentierhaltung einsetzt.“

Es braucht Veränderungen

Moses Wolff, 50, Kabarettist: „Ich wähle verschiedene Leute, weil ich einige persönlich kenne und viel von ihnen halte, Roland Hefter (SPD) zum Beispiel oder Christiane Blumhoff (Mut). Ein paar Veränderungen sollte es geben, die Radwege auf der Fraunhoferstraße sind übertrieben.“

Einige sollen rein, andere bleiben

Helmut Schleich, 52, Kabarettist: „Ich kenne einige Stadträte persönlich, denen ich meine Stimme gebe. Und manche sind noch nicht im Stadtrat, die ich aber gern drin hätte. Und das ist ja das Tolle am Kommunalwahlrecht. Dass es uns diese Möglichkeiten gibt.“

Diesmal nicht grün

Beppi Bachmaier, Wirt vom Fraunhofer und Herzkasperlzelt: „Unser Wirtshaus war immer eine Grünen-Hochburg und ich Grünen-Anhänger. Diesmal kann ich sie nicht wählen. Die Situation bei uns in der Fraunhofer Straße seit dem Wegfall der Park- und Anliegerplätze ist indiskutabel. Ich weiß noch nicht, wen ich wähle.“

Ich gehe nicht hin

Anton Obermeier, 69, Rentner: „Ich gehe wahrscheinlich gar nicht wählen, denn ich habe bei niemandem das Gefühl, dass wirklich meine Interessen vertreten werden. Lange habe ich die SPD gewählt und war auch selbst politisch aktiv. Heute fehlt vielen Politikern der Bezug zur Realität. Ich hoffe, das ändert sich wieder. So wählen wie die angeblichen Protestwähler würde ich aber nie!“

Anton Obermeier.

Wohnen als Topthema

Eva Schreiber, 57, ehemalige Gärtnerin: „Dieter Reiter hat bereits viel für den sozialen Wohnungsbau getan. Wohnen ist zu teuer geworden und es ist wichtig, dass den Menschen weiterhin geholfen wird.“

Eva Schreiber

Wie wild kumulieren

Gerhard Leiser, 59, Speditionskaufmann: „Ich kumuliere und panaschiere wie wild – zur Freude der Auszähler. Ich wähle Kandidaten von Grünen und SPD, denn Dieter Reiter hat seine Arbeit gut gemacht.“

Noch eine Amtszeit

Annamirl Spies, Kabarettistin aus Freimann: „Ich wähle Dieter Reiter. Ich finde ihn sympathisch und authentisch. Er konnte in einer Amtszeit noch nicht alles anpacken.“

Auf Merkur.de* finden Sie auch weitere Informationen darüber, was die Umfragen zur Kommunalwahl in Bayern* für andere Städte vorhersagen.

mhe/ska/nba/ast/kv/sc

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © dpa / Sven Hoppe

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