Die proeuropäische Partei Volt tritt bei der Kommunalwahl in München an.
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Die proeuropäische Partei Volt tritt bei der Kommunalwahl in München an.

Gruppierung im Porträt

Kommunalwahl München: Volt ist erstmals dabei - wofür steht die Partei?

Bei der Kommunalwahl 2020 treten mehrere kleine Parteien zum ersten Mal an. Darunter auch die Gruppierung Volt.

  • Mehrere Parteien starten am 15. März bei der Kommunalwahl 2020 zum ersten Mal.
  • Darunter auch die Gruppierung Volt, die bei der Europawahl für Furore gesorgt hatte.
  • Ihre wichtigsten Köpfe und das Parteiprogramm auf einen Blick.

München - „Europäisch denken, lokal handeln!“ - Mit diesem Motto tritt die Partei Volt zum ersten Mal bei der Kommunalwahl 2020 in München an. Dank 1.200 Unterschriften hat der Volt-Kreisverband es geschafft und darf nun an der Stadtratswahl am 15. März teilnehmen. Alle wichtigen Infos am Wahltag erhalten Sie entweder in unserm Bayern-Ticker* oder München-Wahl-Ticker*. 

Bewegt man sich derzeit durch München, sieht man - wie in vielen anderen bayerischen Städten kurz vor der Kommunalwahl auch - Wahlplakate noch und nöcher. Zwar schlendert man wohl bei denjenigen der „üblichen Verdächtigen“ wie SPD, CSU oder Grüne nicht selten ohne prüfenden Blick vorbei, dafür bleibt man bei anderen aus Neugier schon mal hängen. Das liegt meist daran, dass der Name der Partei frisch und unbekannt ist: so zum Beispiel bei Volt. Denn dann packt einen das Interesse und man will wissen: was machen die eigentlich?

Kommunalwahl 2020: Volt zum ersten Mal dabei - wer sind die wichtigsten Gesichter?

Fünf Gesichter repräsentieren die Spitzenkandidaten von Volt. Auf Platz 1 führt der selbständige Finanzberater Felix Sproll aus Sendling die Liste an. Nach dem Moto- und Wahlkampfs-Hashtag „#willich“ von Volt wünscht sich Sproll, dass München auch Vorbild für andere Metropolen in Europa werden kann. Er sei außerdem „Europäer aus Überzeugung“, so liest man es in einem Steckbrief auf der Volt-Webseite. Damit München Vorbild werden kann, plädiert er für mehr geteilte Mobilität, etwa in Form von Carsharing und den Schutz für Radfahrer. Es geht ihm außerdem um bezahlbaren Wohnraum

Katharina Radunz auf Listenplatz 2, Leiterin im Produktmanagement und Marketing, ist der Überzeugung, dass globale Probleme unserer Zeit in einer starken und politischen Gemeinschaft wie Europa gelöst werden können - und zwar nur da. Ihr geht es ähnlich wie Sproll um Wohnen und Mobilität. Aber auch Digitalisierung ist ein wichtiges Thema auf ihrer Agenda. Sie sieht darin nicht nur eine Chance für das Erreichen kommunaler Umweltschutz-Ziele.

Der Abteilungsleiter bei SWM/MVG Sven Heinrici belegt Listenplatz 3 und auch er steht für einen gesamteuropäischen Ansatz, wenn es um die Herausforderungen unserer Zeit geht. Er verfolgt unter anderem das Ziel, die Integration von Menschen, die „sich eine gesellschaftliche Teilhabe in München schlicht nicht leisten können“, zu fördern. 

Sozialwirtin Sophie Griesbacher fordert auf Platz 4 der Liste: „Lasst uns Best Practices aus ganz Europa nach München bringen!“ Mit neuen und innovativen Lösungen aus anderen europäischen Ländern will sie die Probleme von Wohnraum und Mobilität in München angehen. 

Den fünften Platz der Liste, und somit ebenfalls unter den Spitzenkandidaten, belegt der Student Jakob Klingenberger. „Volt gibt unserer Generation eine Stimme!“ so heißt es im Steckbrief des 24-Jährigen auf der Webseite von Volt. Er will die Münchner dazu bringen, dass sie ihr Auto freiwillig „dahoam“ stehen lassen. Dafür müssen sowohl das Nutzen des öffentlichen Nahverkehrs als auch Fahrten mit dem Radl attraktiv gemacht werden.  

Kommunalwahl 2020: Volt zum ersten Mal dabei - was macht die Gruppierung eigentlich?

Es sind sieben im Programm genannte Themen, die die Partei Volt bewegt und bewegen möchte. Allen voran ist der Europa-Gedanke im Vordergrund. Volt will die europäische Seite Münchens noch mehr hervorheben und fördern. Dabei geht es der Partei um die bessere Integration der Bürger, die aus anderen Teilen der EU nach München ziehen. 

Bildung in München ist ein weiteres Schwerpunktthema von Volt. Ziel der Partei ist es deshalb, alle Münchner Bildungseinrichtungen mit modernster Technik auszustatten. Sie wollen sich außerdem für eine gerechte Verteilung der Bildungschancen einsetzen. 

Digitalisierung liegt den Volt`lern ebenfalls am Herzen. Ein Internetzugang für jeden Bürger ist dabei eines der Ziele. Mithilfe der Digitalisierung sollen städtische Klimaziele besser messbar gemacht werden. „Digitale Datensicherheit“ und „Schutz der Privatsphäre“ spielen zudem eine wichtige Rolle für die Partei.

Um die Lebensqualität Münchens zu bewahren, ist es Volt ein Anliegen, die Stadt auch in Sachen Umweltschutz voranzubringen und zu optimieren. Dabei stehen im Mittelpunkt Müllvermeidung, Ressourcenschonung, Lärmschutz und vermehrte Begrünung.

Für bessere Mobilität will Volt sorgen, indem sie sich für einen gut ausgebauten und kostenlosen öffentlichen Nahverkehr aussprechen. In Sachen Verkehrswende soll die Rolle des Autos dabei nicht übersehen, sondern vielmehr neu gedacht werden.

Eine Veränderung des Wohnungsmarkts, um dadurch Wohnungsraum zu schaffen, dafür will sich Volt laut Wahlprogramm einsetzen. Deshalb unterstützt die Partei auch das Volksbegehren „Mietenstopp“. 

Zu guter Letzt will sich die Partei auch um den Ausbau Münchens als „europäische Kulturmetropole“ kümmern. Dabei ist Volt der kulturelle Austausch mit anderen europäischen Städten wichtig. „Stadtteilkultur“ und „Gelebte Diversität“ sind dabei nur einige der Schlagwörter, mit der Volt die Lebensqualität Münchens auch kulturell voranbringen will. 

Ob Volt bei der Kommunalwahl am 15. März genauso erfolgreich sein wird wie bei der Unterschriftensammlung für die Teilnahme, wird sich bald zeigen. Dann nämlich, wenn Volt mit ihren Kandidaten gegenüber denen der anderen zur Wahl stehenden Parteien die Bürger Münchens überzeugen kann.

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