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Kontrahenten beim Kommunion-Streit: Kardinal Reinhard Marx (r.) und Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln.

Treffen in Rom

Kommunion-Streit:Papst ruft Bischöfe zur Einigung auf

Dürfen nicht katholische Ehepartner die Kommunion empfangen? Nach dreieinhalbstündiger Debatte verwies die Römische Glaubenskongregation den Konflikt an die deutschen Bischöfe zurück.

Rom/München/Köln – Es war ein denkwürdiges Treffen, zu dem am Donnerstagabend sechs Bischöfe aus Deutschland, der Sekretär der Bischofskonferenz und vier hochrangige Vertreter der vatikanischen Kurie in Rom zusammenkamen. Dreieinhalb Stunden lang debattierten sie auf Deutsch in der Römischen Glaubenskongregation über den Kommunionempfang für nicht katholische Ehepartner.

In der Sache waren die Fronten seit Langem klar. Auf der einen Seite war da der Wortführer der Mehrheit, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx. Er hatte vor gut zwei Monaten bei der Vollversammlung der Bischöfe in Ingolstadt einen Beschluss zur gemeinsamen Kommunion gemischtkonfessioneller Ehepaare durchgesetzt. Dies geschah, wie der Vatikan nun mit leicht kritischem Unterton feststellte, gegen den Widerstand einer „nicht unbeträchtlichen Zahl von Bischöfen“. Diese Minderheit wurde in Rom angeführt von dem anderen deutschen Kardinal, Rainer Maria Woelki, dem Erzbischof von Köln.

„Eine möglichst einmütige Regelung zu finden“

Nach dreieinhalbstündiger Debatte verwies die Römische Glaubenskongregation den Konflikt an die deutschen Bischöfe zurück. Papst Franziskus ersuche sie, „im Geist kirchlicher Gemeinschaft eine möglichst einmütige Regelung zu finden“, teilte der Vatikan mit (wir berichteten). Zugleich wurde betont, Franziskus würdige das ökumenische Engagement der deutschen Bischöfe. Dies war offenbar ein Lob für das Ansinnen der Mehrheit. Weiter hieß es in der Mitteilung, in dem Gespräch seien auch „die Beziehung der Frage zum Glauben und zur Seelsorge, ihre weltkirchliche Relevanz sowie ihre rechtliche Dimension“ erörtert worden. In diesen Worten konnte sich die Minderheit bestätigt fühlen.

Mit dem Aufruf zu einer einmütigen Lösung hat Papst Franziskus beide Seiten in die Pflicht genommen. Und er hat klar gemacht, dass Einmütigkeit in der Kirche mehr erfordert als eine Dreiviertelmehrheit. Es ist ein erhellender Zufall, dass just an dem Nachmittag, als die Deutschen in Rom über die Kommunionfrage debattierten, die Internationale Theologenkommission des Papstes ein umfangreiches Grundsatzpapier zum Thema Synodalität veröffentlichte. Darin wird betont, wie wichtig für Franziskus die Diskussion in synodalen Gremien ist – zu denen er ausdrücklich auch die Bischofskonferenzen zählt.

„Die Einheit ist wichtiger als der Konflikt“

Zugleich aber wird in dem Papier betont, dass es in kirchlichen Debatten anders zugehen soll als in Parlamenten. Es gehe nicht darum, den Vertreter der anderen Meinung niederzuringen und ihn mit „schlagenden Argumenten“ zu besiegen. Sondern darum, das im Meinungsaustausch herauszuarbeiten, was am Ende zu einer „gemeinsamen Unterscheidung“ führt. „Die Einheit ist wichtiger als der Konflikt“ und „der Dialog macht eine Gemeinschaft in Verschiedenheit möglich“, heißt es in dem druckfrischen Grundsatzdokument.

Ludwig Ring-Eifel

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