Die komplizierte Geschichte vom Nikolaus, dem Christkind und dem Weihnachtsmann

- Am Anfang beider Traditionen, sowohl der des Christkinds als auch des Weihnachtsmannes, steht der heilige Nikolaus. Schon im Mittelalter beschenkte er die Kinder traditionell am Nikolaustag am 6. Dezember (der wurde erst 1969 von Papst Paul VI. als allgemein gebotener Feiertag aus dem römischen Generalkalender gestrichen). Der heilige Nikolaus lebte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra in Kleinasien (der heutigen Türkei).

Update vom 5. Dezember 2016: Am Nikolaustag am 6. Dezember 2016 beschenkt der Heilige Nikolaus die Kinder. Wir haben zusammengefasst, was Sie zum Heiligen Nikolaus und den Bräuchen wissen müssen.

Das Christkind wurde eigentlich von Martin Luther (1483-1546) "erfunden", weil er wie die meisten Protestanten die Heiligenverehrung der Katholiken ablehnte. Gegen das Schenken an sich hatte er aber nichts. Deshalb ersetzte er den h eiligen Nikolaus kurzerhand durch den "Heiligen Christ", das Christkind, das in der Nacht auf den 25. Dezember Geschenke verteilte. Erst Anfang des letzten Jahrhunderts akzeptierten auch die Katholiken diesen Brauch.

Bei den Protestanten wiederum zeichnete sich fast zeitgleich eine Gegenbewegung ab. Angeführt vom Weihnachtsmann, der sich aus dem von Luther verpönten Nikolaus entwickelte. In den Teilen Deutschlands mit überwiegend evangelischer Bevölkerung wurde das Christkind schließlich völlig vom Weihnachtsmann verdrängt, während bei den Katholiken heute noch das Christkind einkehrt.

Der Weihnachtsmann ist also keine Erfindung der Amerikaner und erst recht nicht von Coca-Cola. Den Text für das Weihnachtslied "Morgen kommt der Weihnachtsmann" hat Hoffmann von Fallersleben schon um 1840 verfasst.

Der amerikanische Santa Claus entwickelte sich aus der niederländischen Variante des Nikolaus, dem Sinterklaas, den die Einwanderer mit in die neue Welt brachten.

Unter dem Christkind hatte sich Luther ursprünglich einen Geschenkebringer ohne Gestalt vorgestellt. Doch bereits im 16. Jahrhundert entwickelte sich bei den Menschen das Bild vom engelsähnlichen Christkind, das persönlich zur Bescherung in die Häuser kam. Deshalb ist das Christkind auf vielen Zeichnungen ein Mädchen oder aber auch das kleine Jesuskind, das Christuskind, in der Krippe. Das Christkind wurde im 17. Jahrhundert bald von Knecht Ruprecht begleitet, der ihm beim Tragen half ­ hin und wieder auch schon im roten Mantel. Mit einer Kette umgurtet, einem Sack auf dem Rücken und einer Rute trug auch er auf diese Weise ein wenig zum späteren Bild des Weihnachtsmannes bei, wie man ihn heute kennt.

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