Gesundheitsminister Söder
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Gesundheitsminister Söder

Kompromiss im Ärzte-Streit

München - Gesundheitsminister Söder: Kein Mediziner in Bayern wird mehr als 5 Prozent verlieren.

Die Gefahr von Praxisschließungen in Bayern nach Einführung des Gesundheitsfonds scheint vorerst gebannt. Ärzte, Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung (KVB) haben ein Abkommen getroffen, das die befürchteten drastischen Einkommensverluste einiger Facharztgruppen verhindern soll.

"Kein Arzt in Bayern wird mehr als fünf Prozent verlieren", sagte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) gestern in München. Praxisschließungen würden nicht mehr erwartet. Damit gebe es eine "Perspektive für Ärzte und Patienten". Söder zufolge sind auch die Streichung von Extrahonoraren für Hausbesuche, Bereitschaftsdienste und andere Sonderleistungen vom Tisch.

Die Kassenärztliche Vereinigung sprach von "ersten Schritten, um eine flächendeckende, qualitativ hochwertige ambulante Versorgungsstruktur" in Bayern zu erhalten. Gleichzeitig erklärte KVB-Vorstandschef, Axel Munte: "Die absolute Hauptlast wird der Solidarität der Mitglieder der KVB abverlangt."

Im Zuge der Gesundheitsreform waren die Arzthonorare bundesweit angeglichen worden. Obwohl die Vergütung der Ärzte insgesamt in Bayern in diesem Jahr um 280 Millionen steigt, hätte die neue Regelung nach Söders Angaben für Frauenärzte, manche Augenärzte, Hautärzte und Orthopäden Einkommensverluste von bis zu einem Fünftel bedeutet. Andere Fachrichtungen wie Pathologen, Labor- und Nuklearärzte hätten sich dagegen über ebenso große Einkommenszuwächse freuen können. Die Ungleichbehandlung hatte zu einem heftigen Streit sowohl unter den Ärzten als auch zwischen Ärzten und KVB geführt.

Die gemeinsame Vereinbarung sieht jetzt befristete Ausgleichszahlungen für Fachärzte vor, deren Honorar sich um mehr als fünf Prozent verringert; außerdem soll es Härtefallregelungen geben.

mm

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