Junge Mutter (22) tot aufgefunden - Verdacht auf Gewaltverbrechen

Junge Mutter (22) tot aufgefunden - Verdacht auf Gewaltverbrechen

Spanien vor Zerreißprobe

Konflikt um Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien spitzt sich zu

Einen Tag vor dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien spitzt sich der Konflikt zwischen der spanischen Regierung und Barcelona weiter zu: Unabhängigkeitsbefürworter hielten dutzende Schulen in Katalonien besetzt, damit diese am Sonntag als Abstimmungslokale für das Referendum genutzt werden können.

Katalonien - Die spanische Zentralregierung wies die Polizei an, die Schulen abzuriegeln. Es sei entscheidend, dass die Abstimmungslokale am Tag des Unabhängigkeitsreferendums geöffnet seien, sagte eine Mutter bei der Besetzung der Schule ihres Sohnes in Barcelona: "Wir müssen unsere Interessen verteidigen, sonst wird das niemand für uns tun." Am späten Freitagabend hatte Regionalpräsident Carles Puigdemont bei einer Veranstaltung in Barcelona noch einmal die Entschlossenheit der katalanischen Behörden deutlich gemacht, das Referendum am Sonntag trotz des Verbots durch das spanische Verfassungsgerichts abzuhalten. "Wir haben noch den ganzen Sonntag, um die Unabhängigkeit zu gewinnen", rief er seinen Anhängern zu. Angesichts der Mobilisierung der Bevölkerung hätten die Unabhängigkeitsbefürworter "schon gewonnen". Die Zentralregierung in Madrid hat bereits Millionen Stimmzettel beschlagnahmen lassen sowie die Sperrung von Wahllokalen angekündigt. Die katalanische Polizei Mossos d'Esquadra, die an Entscheidungen der Justiz gebunden ist, wurde angewiesen, die besetzten Schulen ab Sonntagmorgen 06.00 Uhr zu räumen, ohne allerdings mit Gewalt vorzugehen. In dutzenden Schulen wollten Eltern und Anwohner am Samstag Sportwettkämpfe, Kulturveranstaltungen, Tänze, Filmvorführungen oder große Essen abhalten, um die Räume bis zum Abstimmungsbeginn am Sonntagmorgen besetzt halten zu können. "Ohne Ungehorsam keine Unabhängigkeit", hieß es auf einem Plakat an einer Schule in Barcelona. Feuerwehrleute und mit Traktoren angerückte Bauern wollen die Wahlbüros am Sonntag schützen. Nach Angaben der katalanischen Regionalregierung soll die Abstimmung in insgesamt 2315 Wahllokalen stattfinden. Regierungssprecher Jordi Turull bezifferte die Zahl der Abstimmungsberechtigten auf 5,3 Millionen und sprach von mehr als 7200 Wahlhelfern. Auch eine Wahlurne mit dem Stempel der Regionalregierung wurde enthüllt - die spanische Polizei sucht immer noch nach dem Ort, an dem die Wahlurnen versteckt gehalten werden.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Gelbwesten“-Demo gegen Merkel: Gespalten zwischen „Nie wieder Deutschland“ und der Nationalhymne
Nach der Eskalation der „Gelbwesten“-Proteste räumt die Regierung Fehler ein - will aber weiter hart gegen die Demonstranten vorgehen. News-Ticker.
„Gelbwesten“-Demo gegen Merkel: Gespalten zwischen „Nie wieder Deutschland“ und der Nationalhymne
FBI warnt: Shutdown wird zu Sicherheitsrisiko
Kein Geld mehr, um Informanten zu bezahlen: Das FBI steht vor einem ungewöhnlichen Problem, heißt es aus dem FBI-Berufsverbandes FBIAA.
FBI warnt: Shutdown wird zu Sicherheitsrisiko
Hongkong will Schmähung der Nationalhymne bestrafen
Hongkong (dpa) - In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong soll jeglicher Mangel an Respekt gegenüber der Nationalhymne künftig unter Strafe stehen.
Hongkong will Schmähung der Nationalhymne bestrafen
„Vormundschaft über das Elsass“: Le Pen schürt antideutsche Ressentiments - Merkels Sprecher reagiert
Angela Merkel (CDU) und Emmanuel Macron unterzeichneten den „Vertrag von Aachen“. Le Pen wirft nun Merkel vor, eine deutsche „Vormundschaft“ über das Elsass zu …
„Vormundschaft über das Elsass“: Le Pen schürt antideutsche Ressentiments - Merkels Sprecher reagiert

Kommentare