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Kongos Präsident Joseph Kabila.

„Rebellion beendet“

Kongos Armee besiegt M23-Bewegung

Addis Abeba - Neunzehn Monate lang lebten die Menschen im Ost-Kongo in Angst. Immer wieder kam es zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und M23-Rebellen. Nun scheint der Schrecken ein Ende zu haben.

Nach eineinhalb Jahren blutiger Kämpfe hat die Armee der Demokratischen Republik Kongo die Rebellen der berüchtigten M23-Bewegung besiegt. Die Miliz gestand ihre Niederlage ein. „Wir haben beschlossen, unsere Rebellion zu beenden und auf rein politischer Ebene weiter nach Lösungen zu suchen“, hieß es am Dienstag in einer von M23-Präsident Bertrand Bisimwa unterzeichneten Mitteilung. Die Gewalt im rohstoffreichen Osten des riesigen Landes hatte mehr als 100 000 Menschen in die Flucht geschlagen.

Am Morgen hatte die Regierung in Kinshasa bereits mitgeteilt, die letzten Hochburgen der Gruppe seien jetzt in der Hand der Streitkräfte. Die Rebellen hätten sich nach einer Militäroffensive in den Hügeln von Runyonyi und Chanzu an einen unbekannten Ort zurückgezogen, sagte Armeesprecher Olivier Hamuli. Vor ihrer Flucht steckten die M23-Mitglieder sämtliche Ausrüstung, Autos und Munition in Brand.

Noch am Montag hatten Rebellen zehn Menschen getötet, als sie mehrere Orte in der Nähe der Stadt Bunagana unter Beschuss nahmen. Zuvor hatte Bisimwa aber bereits einen einseitigen Waffenstillstand erklärt und seine Männer aufgefordert, „alle Feindseligkeiten mit den Streitkräften der Demokratischen Republik Kongo einzustellen“.

Seit der Formierung der M23 im April 2012 hatten die blutigen Auseinandersetzungen mit den Regierungstruppen zu einer Massenflucht der Bevölkerung geführt. Die meisten von ihnen fanden im Nachbarland Uganda Zuflucht, wo auch immer wieder Friedensgespräche beider Parteien abgehalten wurden.

Die Miliz ist nach dem Datum 23. März 2009 benannt, an dem ursprünglich ein Friedensvertrag mit der Regierung in Kinshasa ausgehandelt worden war. Die Rebellen, die größtenteils der Volksgruppe der Tutsi angehören, warfen der Regierung vor, Versprechungen von damals nicht eingehalten zu haben. Seit Beginn der Rebellion hatten Kongos Regierung und die Vereinten Nationen sowohl Uganda als auch Ruanda wiederholt vorgeworfen, die Gruppe zu unterstützen.

dpa

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