+
Australiens Premierminister Malcolm Turnbull kann das Land trotz massiver Stimmenverluste weiter führen. Foto: Paul Miller

Konservativer Wahlsieg in Australien sicher

Acht Tage mussten die Wahlhelfer in Australien zählen, so knapp war das Ergebnis der Parlamentswahl. Nun wissen die Australier, wer die Regierung stellt. Aber in Siegerlaune ist niemand so richtig.

Canberra (dpa) - Die konservative Regierungskoalition bleibt in Australien trotz massiver Stimmenverluste an der Macht. Acht Tage nach der Wahl räumte der Oppositionsführer der linken Labor-Partei, Bill Shorten (49), in einem Anruf bei Premierminister Malcolm Turnbull (61) seine Niederlage ein.

Turnbull trat angesichts der hauchdünnen Mehrheit bescheiden vor die Presse: "Die Wahl ist entschieden", sagte er. "Wir haben es friedlich entschieden und das sollten wir feiern." Turnbull hatte im Wahlkampf auf die Themen Wachstum und Arbeitsplätze gesetzt, Labor auf Gesundheit und Bildung.

Die Auszählung der Stimmen dauerte noch immer an, weil das Ergebnis in mehreren Wahlkreisen denkbar knapp ausfiel. Nach den Prognosen der Wahlkommission konnte die Koalition mit 76 oder 77 Sitzen rechnen. 76 Mandate reichen für die Mehrheit im 150-Sitze-Parlament. Labor kommt wahrscheinlich auf 69 Sitze, der Rest geht an kleinere Parteien.

Selbst mit weniger als 76 Mandaten bliebe die konservative Regierung im Amt, weil fast alle kleineren Parteien die Konservativen stützen würden. Die Koalition hatte im alten Parlament 90 Sitze gehabt, Labor 55.

Turnbull kam parteiintern bereits massiv in die Kritik, weil er so ein knappes Ergebnis einfuhr. Er hatte seinen beim Wahlvolk unpopulären Vorgänger Tony Abbott nach nur zwei Amtsjahren gestürzt und seiner Partei einen klaren Sieg versprochen.

Wahlkommission

ABC mit Hochrechnungen

Wahlkommission mit Ergebnissen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Heftige Proteste gegen Weltwirtschaftsforum - und Trump
Derzeit findet das Weltwirtschaftsforum in Davos statt. In Zürich protestierten nun etwa 100 Menschen gegen das WEF und gegen US-Präsident Trump.
Heftige Proteste gegen Weltwirtschaftsforum - und Trump
Macron telefoniert mit Erdogan: Darum ging es
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan angerufen und seine Besorgnis ausgedrückt.
Macron telefoniert mit Erdogan: Darum ging es
Familiennachzug von Flüchtlingen: CSU-Mann Herrmann bleibt hart
Es ist schon jetzt die längste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik. Nun sollen die GroKo-Verhandlungen zeitnah beginnen. Alle News im Ticker.
Familiennachzug von Flüchtlingen: CSU-Mann Herrmann bleibt hart
Abschiebeflug nach Kabul mit 17 Asylbewerbern gestartet
Weiterhin werden abgelehnte Asylbewerber aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben. Ein neuer Abschiebeflug ist gestartet - mit erheblich weniger Afghanen an Bord als …
Abschiebeflug nach Kabul mit 17 Asylbewerbern gestartet

Kommentare