Sebastian Horsch ist Politik-Redakteur beim Münchner Merkur.

Lange Wartezeiten auf Arzttermine

Kommentar: Auf Kosten der Kliniken

So wirklich wundern kann das niemanden. Dass Kassenpatienten länger auf Termine warten als Privatversicherte, ist gelebtes Alltagswissen und wird auch nicht zum ersten Mal durch eine Erhebung untermauert.

Privatpatienten sind lukrativer, deshalb kommen sie zuerst in den Terminkalender. Das ist so einfach wie – aus Sicht der Kassenversicherten – ärgerlich.

Ein noch größeres Problem wird jedoch nicht in erster Linie durch diese Ungleichbehandlung mitbedingt, sondern durch die allgemein langen Wartezeiten. Statt Wochen auf einen Facharzttermin zu warten, nehmen nämlich immer mehr Menschen die bequeme Abkürzung über das Krankenhaus. Das führt dazu, dass in Deutschlands Notaufnahmen neben echten Notfällen zunehmend auch Menschen auftauchen, die über furchtbar kratzenden Husten klagen oder sich einfach allgemein nicht so ganz wohl fühlen.

Was zunächst amüsant klingen mag, hat ernsthafte Folgen. Patienten, die eigentlich in eine normale Sprechstunde gehört hätten, binden in den ohnehin stark belasteten Notaufnahmen wertvolle Kapazitäten. Und die fehlen im schlimmsten Fall dann dort, wo es wirklich um Leben und Tod geht.

Sebastian Horsch

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