Altes Privileg

Gratis-Theaterkarten für Abgeordnete vor dem Aus

München - Ein altes Privileg bayerischer Landtagsabgeordneter steht vor dem Aus: Die kostenlosen Theaterkarten für die Volksvertreter werden voraussichtlich abgeschafft.

Ein altes Privileg bayerischer Landtagsabgeordneter steht vor dem Aus: Die kostenlosen Theaterkarten für die Volksvertreter werden voraussichtlich abgeschafft. Dafür stimmte die CSU-Fraktion am Mittwoch, wie Sitzungsteilnehmer berichteten. Auslöser war eine Presseanfrage des Bayerischen Rundfunks an die vier Landtagsfraktionen gewesen.

Daraufhin ging im Münchner Maximilianeum die Furcht vor neuerlichen Selbstbedienungsvorwürfen gegen die Volksvertreter um. Auch die anderen drei Fraktionen finden, dass die Abgeordneten die „Ehrenkarten“ der Staatstheater künftig selbst bezahlen sollen.

Nicht alle sind allerdings mit der neuen Linie einverstanden. „Ich war in vierzig Jahren zweimal auf Kosten der Fraktion im Theater“, sagte der frühere Kunstminister Thomas Goppel (CSU). Ihn treibt die Sorge, dass der Landtag nun noch weniger kunstsinnig wird. „Es wird so sein, dass keiner mehr ins Theater geht.“

Oft wurden die Karten verschenkt

Goppel vertritt aber nicht die Mehrheitsmeinung. Die Grünen sind ebenfalls dafür, die kostenlosen Theaterkarten abzuschaffen. „Wir haben das schon seit Oktober ausgesetzt“, sagte Fraktionschef Ludwig Hartmann. Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger sagte: „Die Abgeordneten sollen künftig die Karten selbst zahlen.“ Das befürwortet auch SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher.

Ein Problem war, dass manche Abgeordneten die Karten gar nicht selber nutzten, sondern an Mitarbeiter oder Freunde verschenkten. Kostenlose Eintrittskarten gibt es aber keineswegs nur im Landtag: So haben die Mitglieder des BR-Rundfunkrats Anspruch auf ein jährliches Kontingent an Freikarten für die BR-Orchester. Das soll der Qualitätskontrolle der öffentlich-rechtlichen Klangkörper dienen.

dpa

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