+
Hannelore Kraft

Kraft bittet NSU-Opfer um Vergebung

Köln - Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat die Opfer des NSU-Terrors für die jahrelangen falschen Verdächtigungen um Entschuldigung gebeten.

„Wir können nur um Vergebung bitten, so lange so unentschuldbar blind gewesen zu sein“, sagte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitag).

Vor zehn Jahren explodierte in der überwiegend von Menschen mit ausländischen Wurzeln bewohnten Keupstraße in Köln ein Sprengsatz. 22 Menschen wurden verletzt. Die Ermittler gingen lange von einem kriminellen Hintergrund aus. Jetzt verhandelt das Münchner Oberlandesgericht darüber, ob die Tat vom „nationalsozialistischen Untergrund“ NSU verübt wurde.

Die Ministerpräsidentin kündigte an, die Landesregierung und die Ermittlungsbehörden in NRW würden im geplanten Untersuchungsausschuss des Landtags alles Notwendige zur Aufklärung der Untaten des NSU beitragen. „Wo es Fehler, Pannen, Versäumnisse und mögliche Vertuschungen gab, müssen diese offen benannt und die Konsequenzen gezogen werden. Das sind wir insbesondere den Opfern und ihren Angehörigen schuldig.“

Zehn Jahre nach dem Nagelbomben-Anschlag in der Keupstraße in Köln-Mülheim werden dort an Pfingsten 70 000 Besucher zu einem Kunst- und Kulturfest erwartet. An der zentralen Kundgebung am Montag nimmt Bundespräsident Joachim Gauck teil, zusammen mit vielen prominenten Künstlern.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Weltweit Millionen junge Arbeitslose
Genf (dpa) - Weltweit sind nach einer neuen UN-Analyse 70,9 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos. Das entspricht einer Quote von 13,1 Prozent, …
Weltweit Millionen junge Arbeitslose
Kommentar: Ende mit Schrecken
Nach dem Erdbeben der Sonntagnacht steht Berlin unter Schock. Das System Merkel wankt.Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.
Kommentar: Ende mit Schrecken
CDU Niedersachsen stimmt Koalitionsvertrag mit SPD zu
Auch die CDU hat dem Vertrag zur Bildung der großen Koalition in Niedersachsen zugestimmt. Sie plant nach einer selbstkritischen Wahlkampfanalyse die Neuaufstellung. Nun …
CDU Niedersachsen stimmt Koalitionsvertrag mit SPD zu
Mehrheit ist für Neuwahlen, Umfrageschelte für FDP
Knapp die Hälfte der Bundesbürger befürwortet nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen Neuwahlen. Die FDP erntet für das Verlassen der Sondierungen Kritik.
Mehrheit ist für Neuwahlen, Umfrageschelte für FDP

Kommentare