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NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft kam bei „Maischberger“ in Erklärungsnot.

Bei „Maischberger“

Kraft kritisiert befristete Verträge - doch dann kommt etwas Pikantes ans Licht

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Berlin - Bei „Maischberger“ ging es um die Gerechtigkeit in Deutschland. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ärgerte sich über befristete Arbeitsverträge - doch dann kam sie in Erklärungsnot.

Über die Agenda 2010 und die Reformpläne von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wurde am Mittwoch bei „Maischberger“ hitzig diskutiert. "Schluss mit Agenda 2010 - Macht Schulz das Land gerechter?", wollte Sandra Maischberger von ihren Gästen wissen. Oskar Lafontaine (Linke), Hannelore Kraft (SPD), Ralph Brinkhaus (CDU), Langzeitarbeitsloser Ulrich Wockelmann und Unternehmer Thomas Selter stritten sich, ob Gerhard Schröders Agenda 2010 ein Segen oder Fluch für Deutschland ist.

Dabei ging es nicht nur um die Situation der Arbeitslosen, sondern auch um die von prekär Beschäftigten - Menschen zum Beispiel, die jahrelang mit befristeten Arbeitsverträgen abgespeist werden. Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, kritisierte dies scharf: „Ganz viele Menschen gehen von einem Zeitjob in den nächsten hinein, die kriegen ein Jahr, dann kriegen sie - wenn sie Glück haben - nochmal zwei Jahre...“. Sie wolle genau wie Martin Schulz dieses Thema anpacken. Es könne nicht sein, dass junge Menschen wegen ihrer befristeten Verträge keine Kredite bekämen, keine Familie planen und kein Eigentum aufbauen könnten. „Da müssen wir ran!“

Etwas findet Ralph Brinkhaus (CDU) „ziemlich komisch“

Doch da hakte Ralph Brinkhaus, Vize-Fraktionsvorsitzender der CDU, nach. Er finde es „ziemlich komisch“, das zu hören, wo er am Wochenende seine Lokalzeitung aufgeschlagen habe und gelesen habe, dass Krafts Finanzminister Nobert Walter-Borjans 50 Stellen ausgeschrieben habe, „die auf genau ein Jahr befristet sind“.

Moderatorin Sandra Maischberger wurde stutzig: „Stimmt das mit der Anzeige?“, fragte sie die NRW-Ministerpräsidentin. Kraft musste zugeben: „Das mit der Anzeige stimmt, doch es gibt dafür einen Sachgrund.“ Die 50 Stellen seien auf ein Jahr befristet, „weil es da um Finanzamtsleute geht, wo man gucken muss, ob die erforderliche Qualifikation für diesen Job da ist“, so Krafts schwammige Erklärung. Brinkmann warf ein: „Das kann man doch in der Probezeit auch ermitteln. Dafür gibt es eine Probezeit, Frau Kraft!“ Die SPD-Frau warf einen verzweifelt-entnervten Blick zum Himmel und sagte zu ihrer Verteidigung nur noch: „Da kennen sie sich im öffentlichen Dienst nicht gut genug aus.“

Eins kündigte die Ministerpräsidentin dann aber immerhin an: „Ich weiß, dass auch wir unsere Hausaufgaben machen müssen, und das tun wir.“

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