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Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Donnerstag im Landtag im Gespräch mit dem Innenminister des Landes, Ralf Jäger.

"Ich bin fassungslos"

Misshandlungsskandal: Kraft räumt Fehler ein

Düsseldorf  - Hannelore Kraft hat nach dem Misshandlungsskandal in Flüchtlingsunterkünften in NRW Fehler eingeräumt. In Sachsen wird nun gegen einen angeblich attackierten Asylbewerber selbst ermittelt wird.

„Angesichts dieses Flüchtlingszustroms sind wir nicht in der Lage gewesen, offensichtlich, die Qualitätsstandards, die vorgegeben sind, einzuhalten“, sagte die Regierungschefin am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag. „Und wir haben auch angesichts dieses Drucks die Kontrollen nicht ausreichend durchgeführt. Das werden wir umgehend ändern“. Die Regierung trage dafür die politische Verantwortung.

In mindestens drei Unterkünften des Landes - Burbach, Essen und Bad Berleburg - sollen private Sicherheitsleute Asylbewerber misshandelt haben. Kraft betonte, man werde jedem einzelnen Verdacht nachgehen. „Ich bin fassungslos, dass so etwas passieren kann und ich schäme mich dafür, was den Menschen dort geschehen ist.“ Die Opposition warf der rot-grünen Regierung Versagen und Mitverantwortung für die Missstände vor. CDU und FDP legten Innenminister Ralf Jäger (SPD) einen Rücktritt nahe.

Sachsen: Gegen angeblich angegriffenen Asylbewerber wird selbst ermittelt

Gegen einen Bewohner des Asylbewerberheims im sächsischen Hoyerswerda, der einen Wachmann der Körperverletzung beschuldigt, wird ebenfalls ermittelt. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, hatte der 29-jährige Tunesier die Anschuldigungen gegen den 47 Jahre alten Wachmann erhoben, als er selbst am Montag im Rahmen von Ermittlungen gegen ihn wegen Körperverletzung befragt wurde.

Jetzt müsse geklärt werden, wer wen bei dem Streit Ende Juli verletzt habe und warum, sagte ein Polizeisprecher. Am Mittwoch waren zunächst nur die Anschuldigungen gegen den Wachmann bekanntgeworden.

dpa

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