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Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Jetzt spricht sie auf Facebook

Kramp-Karrenbauer assoziiert Homo-Ehe mit Inzucht

Berlin - Die SPD hat der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) vorgeworfen, gleichgeschlechtliche Partnerschaften mit Inzucht und Polygamie gleichzusetzen.

Update 22 Uhr: Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hat auf Facebook eine Stellungnahme veröffentlicht.

Ich weiß, die derzeitige Diskussion um die Gleichstellung ist für viele Menschen eine höchstpersönliche Frage. Sicher...

Posted by Annegret Kramp-Karrenbauer on Mittwoch, 3. Juni 2015

Kramp-Karrenbauer hatte der „Saarbrücker Zeitung“ gesagt, es gebe in Deutschland bisher eine klare Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau. „Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen“, meinte sie.

„Damit erreicht die Debatte über die Ehe für alle einen neuen Tiefpunkt“, sagte Generalsekretärin Yasmin Fahimi der Deutschen Presse-Agentur. Fahimi betonte, sie habe keinerlei Verständnis dafür, „dass eine CDU-Ministerpräsidentin gleichgeschlechtliche Partnerschaften jetzt mit Inzucht und Polygamie gleichsetzt“. „Das ist ein Schlag ins Gesicht Hunderttausender gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, die füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen.“

Kramp-Karrenbauer fuhr in dem Artikel fort, bestehende Diskriminierungen zwischen Ehe und der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft müssten abgebaut werden. „Am Ende dieses Prozesses werden wir uns wahrscheinlich auch mit der Frage nach der Volladoption befassen müssen.“ Diese lehne sie ab, sagte Kramp-Karrenbauer. Seit Jahren heiße es, dass für die Entwicklung von Kindern Vater und Mutter die beste Konstellation seien. „Gerade diese Frage dürfen wir nicht daran festmachen, ob sich jemand diskriminiert fühlt oder nicht - sondern allein am Kindeswohl.“

SPD, Grüne und Linke versuchen über den Bundesrat eine Mehrheit für einen Vorstoß zur Gleichstellung für homosexuelle Partnerschaften zu organisieren, um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) unter Druck zu setzen. Im Bund sind der SPD wegen der Koalition mit der Union die Hände gebunden.

Zwei Drittel der Deutschen befürworten Homo-Ehe

Zwei Drittel der Deutschen sind einer Umfrage zufolge für die Homo-Ehe. In einer am Mittwoch veröffentlichten Insa-Umfrage im Auftrag der "Bild"-Zeitung sprachen sich 65 Prozent für die Homo-Ehe aus. 26 Prozent lehnten dies ab. Zugleich sind jedoch 71 Prozent der Befragten der Meinung, dass es für die Entwicklung eines Kindes am besten sei, wenn es mit Mutter und Vater aufwachse. 19 Prozent sehen dies hingegen nicht so.

Jeder zweite Deutsche (51 Prozent) ist generell der Ansicht, dass Homosexuelle in Deutschland benachteiligt werden. Jeder Dritte (33 Prozent) sieht hingegen keinerlei Benachteiligung. Befragt wurden insgesamt mehr als 2160 Bundesbürger.

dpa/Afp

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