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Vorhaben der Koalition

Kliniken gegen Bezahlung nach Erfolg - Warnung vor Personalnot

Berlin - Das Vorhaben der Koalition, die Bezahlung der Kliniken stärker an Behandlungserfolg oder -misserfolg auszurichten, ist aus Sicht der Krankenhäuser zum Scheitern verurteilt.

Zu- und Abschläge je nach Qualität sind ein zentrales Ziel der Koalition im Kliniksektor. Es sei aber nicht messbar, ob die Patienten von Ärzten aufgestellte Verhaltensregeln auch einhalten, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Alfred Dänzer, am Dienstag in Berlin. Davon hänge zentral der Behandlungserfolg ab. Zudem müsse die Politik zunächst wachsende Finanzlücken in Milliardenhöhe schließen. Die Kliniken könnten auch tausende offene Stellen kaum neu besetzen.

Ein staatliches Qualitätsinstitut sei trotzdem zu begrüßen, sagte Dänzer. Denn heute verunglimpften Krankenkassen wie die AOK die Krankenhäuser mit übertriebenen Warnungen vor Behandlungsrisiken. Patienten würden verunsichert.

Der Kassen-Spitzenverband entgegnete, die Qualität von Operationen müsse bei der Bezahlung berücksichtigt werden. „Wir wünschten uns, dass sich die Klinikverbände an die Spitze der Bewegung stellten, statt sich im Bremserhäuschen einzurichten“, sagte Sprecher Florian Lanz.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) begann laut „Bild“-Zeitung (Mittwoch) mit Vorbereitungen zur geplanten Klinik-Reform. In einem Schreiben lud er die Gesundheitsminister der Länder ein, Vertreter für eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zu benennen, die am 24. März ihre Arbeit aufnehmen und die Reformpläne konkretisieren soll.

Die DKG zeichnete ein düsteres Bild der Lage der Kliniken. „Über 50 Prozent der Krankenhäuser schreiben rote Zahlen“, sagte Dänzer. Die Häuser hätten zunehmend Probleme, Ärzte, Pfleger und Assistenten zu gewinnen und zu halten. „Wir haben 10.000 freie Stellen“, sagte Hauptgeschäftsführer Georg Baum.

Die Arbeitsbelastung und die Attacken von Krankenkassen führen laut DKG dazu, dass die Motivation der Mitarbeiter sinke und viele nicht zu halten seien. Es gebe auch immer höhere Standards etwa für die Frühchen-Versorgung, nötige Finanzmittel würden aber nicht bereitgestellt.

Den Bundesländern warf die DKG vor, viel zu wenig in Gebäude und Geräte zu investieren. Statt der nötigen 6 Milliarden Euro jährlich flössen nur 2,7 Milliarden.

In einer bundesweiten Kampagne unter dem Motto „Wann immer das Leben uns braucht“ wollen die Krankenhäuser nun für ihre Anliegen werben.

dpa

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