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Linke und linksextreme Gruppen demonstrieren in Berlin gegen eine Stadtumwandlung und zur Unterstützung der von Autonomen bewohnten Häuser in der Rigaer Straße. Foto: Maurizio Gambarini

Randalierer griffen mit Steinen und Böllern an

Krawalle bei linker Demo in Berlin - 1800 Polizisten im Einsatz

Berlin - Die früher üblichen Gewaltausbrüche am 1. Mai haben der Berliner Senat und die Polizei inzwischen weitgehend unterbunden. Nun ist der Streit um eine Straße eskaliert, in der Linksautonome wohnen. Eine politische Strategie zur Lösung des Problems fehlt.

Eine Demonstration von Unterstützern der linksautonomen Szene in Berlin ist in Krawallen mit mehreren Verletzten und Festnahmen geendet. Wiederholt griffen Randalierer Polizisten mit Steinen, Flaschenwürfen und Böllern an.

Von den 1800 eingesetzten Beamten wurden mehrere verletzt, Sanitäter mussten auch blutende Demonstranten behandeln. Schaufensterscheiben gingen zu Bruch, Polizeiautos wurden beschädigt.

Der Schwerpunkt der Krawalle lag in Berlin-Friedrichshain, aber auch in Nachbarstadtteilen war die Polizei im Einsatz. Demonstranten warfen Böller und feuerten Silvesterraketen ab. Polizisten sprühten Reizgas auf Angreifer. Die Polizei nahm während der Demonstration und danach mutmaßliche Randalierer fest, wie ein Polizeisprecher sagte. Genaue Zahlen dazu sollen heute veröffentlicht werden.

Die Polizei wollte auch während der ganzen Nacht in Friedrichshain und Kreuzberg präsent sein, um Zerstörungen und Brandanschläge auf Autos möglichst zu verhindern. Dennoch brannten in mehreren Stadtteilen erneut Autos.

Die Demonstration richtete sich gegen Polizeieinsätze und die seit längerem andauernde Polizeipräsenz in und vor einem von Autonomen bewohnten Haus in der Rigaer Straße. An der Demonstration hatten sich nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen beteiligt. In den vergangenen Wochen hatte es Aufrufe zu Gewalt und Straßenschlachten gegeben.

Der Berliner Senat aus SPD und CDU muss nun klären, wie er mit dem Konflikt um die Rigaer Straße weiter umgeht. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sowie Grüne, Linke und Piraten hatten Innensenator Frank Henkel (CDU) aufgefordert, Gespräche mit dem gewaltfernen Teil der Szene und Nachbarn in der Rigaer Straße zu führen. Auch die Anwohner fordern einen Runden Tisch aller Beteiligten, um die Probleme zu lösen. Henkel und die CDU hatten das bisher mit Verweis auf die Gewaltbereitschaft der linksradikalen Szene abgelehnt.

In den vergangenen Monaten hatten unter anderem ein großer Polizeieinsatz im Januar und die Räumung einiger Bereiche in dem Haus Rigaer Straße Nr. 94 am 22. Juni in der linksradikalen Szene für Aufruhr gesorgt. Die Polizei wollte damit auch gegen die wiederkehrenden Angriffe auf ihre Kräfte in der Straße vorgehen.

Als Reaktion gibt es seit Wochen fast in jeder Nacht Brandanschläge auf Autos, die Extremisten zugeschrieben werden. Die Polizei steht seit dem 22. Juni vor dem Haus und richtete kürzlich eine eigene Ermittlungsgruppe ein, um die Täter zu fassen.

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