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Reinhard Höppner hat mit 65 Jahren den Kampf gegen den Krebs verloren.

Ex-SPD-Ministerpräsident

Krebs: Reinhard Höppner (65) gestorben

 Magdeburg - Mit seinem Namen bleibt das „Magdeburger Modell“ verbunden - auch wenn Reinhard Höppner sich damit nicht nur Freunde machte. Nach langer Krankheit ist der Ex-Ministerpräsident nun verstorben.

Reinhard Höppner war ein zutiefst gläubiger Christ und ein überzeugter Sozialdemokrat. Für viele geht er in die Geschichte als der Politiker ein, der die SED-Nachfolgepartei PDS - die heutige Linke - auf Länderebene hoffähig machte. Als erster deutscher Ministerpräsident bildete er 1994 in Sachsen-Anhalt eine Minderheitsregierung, die von der Tolerierung durch die PDS abhängig war. Das sogenannte „Magdeburger Modell“ hielt bis 2002. Dabei stützten die Linkssozialisten zunächst ein rot-grünes und später ein SPD-Kabinett.

Höppner steht für eine politische Ära in Sachsen-Anhalt. Mit viel taktischem Geschick, aber auch mit Nachdruck und Willen zur Macht setzte er seine Ziele durch. So hielt er sowohl den Tolerierungspartner PDS als auch die Kritiker in den Reihen der SPD im Zaum.

Zur politischen Bilanz aus jener Zeit zählt die Fortschreibung des Solidarpakts für die neuen Länder bis 2019, die er maßgeblich mit verhandelte, aber auch die bundesweit höchste Arbeitslosigkeit.

Die Karriere des Reinhard Höppner

Höppner wurde am 2. Dezember 1948 in Haldensleben bei Magdeburg als Sohn eines Pfarrers geboren. Nach einer Lehre als Elektromonteur studierte er an der TU Dresden Mathematik und promovierte später. Mehr als 18 Jahre arbeitete Höppner als Fachbuch-Lektor im Berliner Akademie-Verlag.

Seine Politiker-Karriere begann Höppner in der Zeit der Wende. Im Dezember 1989 trat er der Ost-SPD bei, saß mit an den Runden Tischen, die zur gemeinsamen Willensbildung aus der Taufe gehoben wurden. Im Frühjahr 1990 wählte die erste freigewählte DDR-Volkskammer Höppner zu ihrem Vizepräsidenten, ehe er im Oktober 1990 in den Landtag Sachsen-Anhalts einzog und dort zunächst SPD-Fraktionschef wurde. 1994 wechselte er dann auf den Chefsessel im Landeskabinett.

Nach acht Jahren als Ministerpräsident übernahm Höppner die Verantwortung für eine desaströse Wahlniederlage der SPD. Danach wurde es ruhiger um ihn. Bis 2006 war er noch Mitglied der SPD-Landtagsfraktion in Magdeburg. Später zog sich Höppner ganz aus der Politik zurück, trat aber als Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchtags 2005 bis 2007 weiter öffentlich auf.

Trotz seiner Krebserkrankung hielt Höppner zudem Vorträge und schrieb Bücher. 2006 war er zum ersten Mal operiert worden. In der Nacht zum Montag verlor er im Alter von 65 Jahren den Kampf gegen die heimtückische Krankheit. Höppner hinterlässt eine Frau und drei erwachsene Kinder.

dpa

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