+
Michail Chodorkowski ist ein Erzfeind von Russlands Präsident Wladimir Putin. 

"An Stelle von Putin"

Kreml-Kritiker sucht Putin-Rivalen für Präsidentenwahl

London - Wer kommt nach Wladimir Putin und gibt es überhaupt eine Alternative? Putins Erzfeind Michail Chodorkowski ist auf der Suche nach einem Konkurrenten für die nächsten Wahlen in Russland.

Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski sucht nach einem Rivalen für Wladimir Putin bei der nächsten Präsidentenwahl in Russland. Mit dem Projekt "An Stelle von Putin" wolle er seinen Landsleuten bei der Suche nach Alternativen zum derzeitigen Staatschef helfen, sagte Chodorkowski am Montag bei einer Videokonferenz aus London, wo er im Exil lebt. Er selbst wolle sich nicht um das Präsidentenamt bewerben, betonte der Ex-Oligarch.

Putin selbst, der über Zustimmungswerte in der Bevölkerung von 80 Prozent verfügt, dürfte auch 2018 wieder antreten. Offiziell erklärt hat er es aber noch nicht.

Als mögliche Rivalen brachte Chodorkowskis Stiftung Offenes Russland den ehemaligen Finanzminister Alexej Kudrin, den bekannten Oppositionellen Alexej Nawalni und die Tochter des verstorbenen russischen Präsidenten Boris Jelzin, Tatjana Jumaschewa, ins Gespräch. Offenes Russland stellt auch 19 Kandidaten für die Parlamentswahl am Sonntag und fünf für die Wahl des Stadtrats von St. Petersburg, der Heimatstadt Putins.

Putins Erzfeind Chodorkowski, der ehemalige Mehrheitsaktionär des Yukos-Konzerns, war 2003 festgenommen worden. Russlands damals reichster Mann wurde wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt und war fast zehn Jahre lang inhaftiert. Ende 2013, wenige Wochen vor den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi, wurde er von Putin überraschend begnadigt. Nach seiner Freilassung gründete Chodorkowski seine Stiftung Offenes Russland zur Sammlung der schwachen proeuropäischen Kräfte in Russland.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die dreisten Drei: Sie könnten Merkel, Schulz und Seehofer stürzen
Andrea Nahles (SPD), Alexander Dobrindt (CSU) und Jens Spahn (CDU) sägen am Stuhl ihrer Parteichefs. Angela Merkel, Martin Schulz und Horst Seehofer wirken angezählt. 
Die dreisten Drei: Sie könnten Merkel, Schulz und Seehofer stürzen
Sprecherin: Trump wird nach Davos reisen
US-Präsident Donald Trump wird zum Weltwirtschaftsforum in Davos reisen. Bei dem Treffen wollen 3000 Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft über die Zukunft beraten.
Sprecherin: Trump wird nach Davos reisen
US-"Shutdown" nach nur drei Tagen praktisch beendet
Nach einem nervenaufreibenden Wochenende lichtet sich der politische Nebel in Washington: Der "Shutdown" geht zu Ende, ehe er richtig greifen konnte. Viele Betroffene …
US-"Shutdown" nach nur drei Tagen praktisch beendet
Spitzentreffen: Seehofer, Merkel und Schulz rechnen mit zügigem Verhandlungsstart
Es ist schon jetzt die längste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik und auch eine sehr teure. Die SPD fällte einen staatstragenden Beschluss - die …
Spitzentreffen: Seehofer, Merkel und Schulz rechnen mit zügigem Verhandlungsstart

Kommentare