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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

Kommentar

Kretschmanns Leiden: Abrechnung mit seinen Grünen

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Winfried Kretschmanns Kritik an seiner Partei unterstreicht die Konflikte der Grünen vor der Bundestagswahl. Doch woran krankt es in der Partei wirklich? Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

München - Eines kann man den streitbaren Grünen nicht vorwerfen: dass sie innerparteiliche Konflikte mit weichgespülten Parteitagsformeln übertünchen. Und wenn sie’s doch mal versuchen, fliegt der Schwindel prompt auf.

Der „Ihr habt ja keine Ahnung“-Wutangriff von Oberrealo Winfried Kretschmann auf seine Parteifreunde in der Automobilpolitik schmerzt, weil er die Grünen als eben jene Utopisten dastehen lässt, für die sie viele Wähler ohnehin halten. Und weil er einen programmatischen Burgfrieden durchkreuzt, mit dem das schlingernde Führungsduo Cem Özdemir/Katrin Göring-Eckardt mehr Ruhe in einen ohnehin schwierigen Wahlkampf bringen wollte.

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Kretschmann leidet an eigener Partei

Der Gefühlsausbruch des baden-württembergischen Ministerpräsidenten zeigt, wie sehr Winfried Kretschmann an seiner eigenen Partei leidet. Die hat mit ihm, dem Tübinger Bürgermeister Boris Palmer und dem Schleswig-Holsteiner Robert Habeck Spitzenleute von einem intellektuellen Format in ihren Reihen, von dem man in anderen Parteien nur träumen kann. Das nützt den Grünen nur leider nicht viel, weil auf zentralen Politikfeldern - auch in der Flüchtlingspolitik - linke Dogmatiker den Ton angeben.

Solange sich das nicht ändert, gilt Kretschmanns Rat an die eigenen Leute: „Dann seid mit sechs oder acht Prozent einfach zufrieden.“ Man darf davon ausgehen, dass die politische Konkurrenz die Grünen im Wahlkampf daran noch genüsslich erinnern wird.

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Georg Anastasiadis

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