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Andrea Nahles am Dienstag bei der 57. Spargelfahrt des Seeheimer Kreises

Maas und Scholz vorzeitig „von Bord“

„Kreuz durchdrücken“ und AfD als „Vogelschiss“: So spricht sich die SPD Mut zu

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Im Frühjahr wagen sich die Konservativen in der SPD traditionell auf den Wannsee. Nach Aufbruch zu neuen Ufern klang es aber nicht, was Andrea Nahles den Genossen zu sagen hatte.

Berlin - Ist es das „Pfeifen auf dem See“ statt im sprichwörtlichen Walde? Seit Monaten taumelt die SPD durchs Umfragetief. Das wissen natürlich auch die Genossen - und haben sich am Dienstag auf dem Berliner Wannsee selbst Mut zugesprochen. Außer Selbstvergewisserung und Attacken auf die Konkurrenz im Bundestag und in der Koalition schien allerdings bei der traditionellen „Spargelfahrt“ nicht viel Erhellendes gesprochen worden zu sein. 

Die SPD sei lange Zeit als „größte Selbsterfahrungsgruppe der Republik“ wahrgenommen worden, sagte Parteichefin Andrea Nahles am Dienstag auf dem Wannsee bei der 57. Spargelfahrt des Seeheimer Kreises, der konservativen SPD-Strömung. Aber die SPD habe am Ende das „Kreuz durchgedrückt und Verantwortung übernommen“, meinte sie mit Blick auf den schweren Gang in eine erneute große Koalition mit der Union.

Nahles tröstet Genossen: „Haben Verantwortung übernommen“

Mit Politik für die Menschen müsse man den Rechtspopulismus bekämpfen. „Wir müssen dafür sorgen, Woche für Woche, dass der einzige Vogelschiss in dieser Republik die AfD ist“, rief Nahles unter großem Applaus.

Sie spielte damit auf AfD-Chef Alexander Gauland an, der die zwölf Jahre des Nationalsozialismus in der deutschen Geschichte als einen „Vogelschiss“ bezeichnet hatte. SPD-Vizekanzler Olaf Scholz meinte, die SPD habe viel Zeit im Hafen zugebracht, es sei gut, dass man jetzt in der Regierung richtig in See steche.

Maas und Scholz verließen das Boot vorzeitig

Allerdings ging er selbst mit Außenminister Heiko Maas vor dem Ablegen der MS „Havel Queen“ wieder von Bord. Ein schlechtes Omen? Beide waren noch zu einer Besprechung bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geladen, um angesichts jüngster Verwerfungen wie dem Handelskonflikt mit US-Präsident Donald Trump über die künftige Außenpolitik zu beraten. 

Außenminister Heiko Maas verließ die Spargelfahrt vorzeitig - noch vor dem Ablegen

Die Minister Franziska Giffey (Familie), Svenja Schulze (Umwelt) und Hubertus Heil (Arbeit) blieben an Bord. Nachdem der - etwas harte - Spargel für die 600 Gäste an Bord getragen und serviert worden war, legte das Schiff ab.

Kreis-Sprecher Johannes Kahrs betonte: „CDU und CSU randalieren, die SPD regiert.“ Begründet wurde die Tradition 1961 in Bonn auf dem Rhein durch die Seeheimer-Vorläufer-Truppe „Kanalarbeiter“.

Lesen Sie auch: US-Botschafter ärgert Berlin, trifft „Rockstar“ Kurz - und bringt einen Minister in die Schusslinie

dpa/fn

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