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Griechenland-Türkei-Konflikt: Nach Beschuss eines Frachters droht die nächste Eskalation

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Von: Franziska Schwarz

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Schüsse, weil ein türkisches Schiff in griechischen Gewässern auftaucht. Athen spricht von Warnungen, Ankara sieht die Störfeuer als Missachtung von internationalem Recht.

Athen/Istanbul – Der Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei schwelt weiter: Die griechische Küstenwache hat nun Warnschüsse wegen eines Schiffes abgefeuert, das sich verdächtig innerhalb der griechischen Hoheitsgewässer vor der griechischen Insel Lesbos bewegt hat.

Der Kapitän des Schiffes „Anatolian“ habe sich zuvor geweigert, kontrolliert zu werden. Danach sei das Schiff in die naheliegenden türkischen Gewässer gefahren, teilte die Zentrale der griechischen Küstenwache in Piräus am Morgen (11. September) mit. Die türkische Küstenwache sei über den Zwischenfall informiert worden. Der Vorfall soll sich am Vortag ereignet haben.

Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei: TV-Aufnahmen des Beschusses

Türkische Medien hatten berichtet, das Schiff „Anatolian“ sei in internationalen Gewässern elf Seemeilen vor der türkischen Insel Bozcaada beschossen worden. Die beiden beteiligten griechischen Schiffe hätten damit internationales Recht missachtet. 

Nach Angaben des staatlichen türkischen Fernsehens TRT fuhren die griechischen Schiffe weg, als die türkische Küstenwache den Ort des Vorfalls erreichte. Der Sender veröffentlichte Aufnahmen, die den Beschuss zeigen sollen. Sie konnten nicht unabhängig überprüft werden. Das Schiff sei in die Türkei eskortiert worden, hieß es weiter.

Streit zwischen Türkei und Griechenland: Blick auf die Insel Tinos in der Ägäis
Streit zwischen der Türkei und Griechenland: Blick auf die Insel Tinos in der Ägäis © agefotostock/Imago

Streit um Ägäis-Inseln: Droht ein neuer Krieg in Europa?

In der Region wimmelt es von Schiffen, die illegal Migranten aus der Türkei nach Griechenland oder Italien und damit in die EU bringen. Die griechische Küstenwache kontrolliert fast jedes Schiff, das sich verdächtig in der Ägäis bewegt. Das Verhältnis der beiden Nato-Mitglieder Griechenland und Türkei ist wegen einer Reihe von Streitigkeiten um Hoheitsrechte auf einem Tiefpunkt.

Kürzlich hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nach einem Vorfall im Luftraum der Ägäis Griechenland Konsequenzen angedroht. Erdogan, der wegen der schweren Wirtschaftskrise, unter anderem durch die Inflation und der nahenden Präsidentschaftswahl unter Druck steht, ist zur Ablenkung von seinen innenpolitischen Problemen alles zuzutrauen – sogar ein Krieg gegen den Nato-Verbündeten Griechenland, kommentierte im Juni Münchner-Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis (dpa/frs)

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