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Werner Menner.

Merkur-Kommentar

Krieg in Syrien: Friedensplan gibt ein wenig Hoffnung

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München - Der Krieg in Syrien ist längst zu einem Selbstläufer geworden, die Großmächte USA und Russland sind involviert. Unser Autor findet, die Macht, die Ereignisse zu kontrollieren oder zu steuern, haben sie nicht.

Sie hatten sie nie. Es könnte funktionieren, wenn beide ein gemeinsames Ziel hätten, doch davon sind sie mit Blick auf ihre völlig konträren geopolitischen Interessen auch nach dem nun vereinbarten Friedensplan noch immer weit entfernt. Man hat sich auf einen kleinen gemeinsamen Nenner geeinigt. Von Vertrauen als starke Basis aber kann keine Rede sein. Und dennoch ist dieser Schritt von immenser Bedeutung. Der Plan vermittelt Hoffnung – trotz vieler Schwachpunkte.

Niemand vermag derzeit zu sagen, ob sich die einzelnen Konfliktparteien – von denen es mittlerweile so viele gibt, dass eine politische Lösung wohl noch sehr lange ein Traum bleiben wird – an die Vereinbarungen halten werden. Den Hebel zur Umsetzung des Friedensplans halten vor allem Russland und Assad in Händen. Die syrische Opposition und die Saudis, deren erklärtes Ziel das Ende der Ära Assad war uns ist, werden sich damit nur schwerlich anfreunden – zumal von einem Sturz des Diktators schon lange nicht mehr die Rede ist. Völlig offen ist nach wie vor, wer das Land anstelle von Assad regieren soll – oder könnte. Und von den Kurden – dem stärksten Verbündeten der Alliierten im Kampf gegen den IS – ist nicht einmal mehr die Rede. Sie werden sich verraten fühlen, verkauft für das Wohlwollen der Türkei.

Die USA sind viele Kompromisse eingegangen, um Putin ins Boot zu holen. Moskau steht damit auf Augenhöhe mit Washington. Das wollte Putin – und es könnte hilfreich sein. Sollte das Abkommen tatsächlich einen Wendepunkt in einem Krieg bedeuten, der bereits hunderttausende Menschenleben gekostet und unendliches Leid verursacht hat – es wäre auch diesen Preis wert.

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