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Putin-Niederlage im Ukraine-Krieg? USA „absolut überzeugt“ - Russland hat „in Hauptzielen versagt“

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Von: Tom Offinger

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US-Außenminister Antony Blinken zweifelt am Erfolg des russischen Angriffs in der Ukraine. Putin könne zwar Städte einnehmen, aber niemals die Herzen und Köpfe der Menschen.

Washington/München - Nach Einschätzung von US-Außenminister Antony Blinken kann Kremlchef Wladimir Putin im Ukraine-Krieg nur verlieren. „Letztlich bin ich absolut davon überzeugt, dass Putin scheitern wird und Russland eine strategische Niederlage erleiden wird - ganz gleich, welche kurzfristigen taktischen Gewinne es in der Ukraine erzielen mag“, sagte Blinken am Mittwoch in Washington bei einem gemeinsamen Presseauftritt mit seiner britischen Kollegin Liz Truss. „Man kann eine Schlacht gewinnen, aber das heißt nicht, dass man den Krieg gewinnt. Im Gegenteil. Man kann eine Stadt einnehmen, aber nicht die Herzen und Köpfe der Menschen.“

Antony Blinken: US-Außenminister von Putins Niederlage überzeugt

Putin sei bereits mit bisherigen taktischen Zielen gescheitert, sagte Blinken weiter. Russland habe es bislang nicht geschafft, die Ukraine einzunehmen, und werde das Land auch nicht auf Dauer halten können. Schon jetzt habe Russland „in seinen Hauptzielen versagt“. Zudem hätten die harten Sanktionen und die Abwanderung vieler internationaler Unternehmen aus Russland tiefgreifende Folgen für das Land, nicht nur heute, sondern auch auf lange Sicht. Es gehe eher um die Frage, ob sich Putin am Ende entscheiden werde, die Verluste, die er sich selbst und dem russischen Volk zugefügt habe, zu begrenzen.

Auch US-Präsident Joe Biden hatte am Dienstag gesagt: „Die Ukraine wird nie ein Sieg für Putin sein.“ Der russische Präsident könne „vielleicht eine Stadt einnehmen, aber er wird nie in der Lage sein, das Land zu halten“. Das Ziel, eine Marionetten-Regierung in Kiew zu installieren, werde vom ukrainischen Volk niemals akzeptiert werden, versicherte Blinken weiter. „Sollte er dies doch versuchen, wird er sich auf einen langwierigen und blutigen Konflikt einstellen müssen, in dem Russland weiter schrecklich leiden wird.“

Krieg in der Ukraine: Scheitert russische Offensive?

In den vergangenen Tagen mehrten sich die Aussagen zahlreicher Experten, die der russischen Armee keinen Erfolg im Kampf um die Ukraine zutrauen. Egon Ramms, Nato- und Bundeswehr-General a.D., glaubte am Sonntagabend bei „Anne Will“, dass das „Volk und die Streitkräfte“ der Ukraine noch die Oberhand gewinnen könnten. Seiner Meinung nach habe Putin sowohl die „Armee“ als auch die „ukrainische Zivilbevölkerung“ „völlig falsch eingeschätzt“.

Der Angriff, der am Morgen des 24. Februar begonnen hatte, sollte in einem klassischen Blitzkrieg-Szenario zu einer Entscheidung binnen weniger Tage führen. Knapp zwei Wochen später ist noch keine ukrainische Großstadt in der Hand der russischen Streitkräfte, allerdings stehen Mariupol, Charkiw und die Hauptstadt Kiew unter schwerem Beschuss. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in seinem jüngsten Interview betont, in Kiew ausharren zu wollen: „Wir werden nicht aufgeben, wir werden unser Land nicht verkaufen.“ (to mit dpa)

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