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„Schachspiel mit dem Tod“: Medwedew droht mit Putins Atom-Arsenal und dem „Untergang der Menschheit“

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Von: Franziska Schwarz

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Dmitri Medwedew galt einst als liberale Hoffnung für Russland. Doch seit dem Ukraine-Krieg fällt er vor allem durch Hasstiraden wie etwa gegen „Onkel Scholz“ auf. Jetzt wieder.

München - Wer dem russischen Ex-Präsidenten Dmitri Medwedew auf Telegram folgt, sollte nicht nur russisch können – sondern mit unangenehmen Drohungen klarkommen. Erst am Sonntag (4. September) drohte Medwedew dem Westen in der Energiekrise noch einmal mit deutlich höheren Preisen. Nun, kurz nach der Beerdigung Michail Gorbatschows, hat er erneut markige Worte in Richtung EU und USA gesandt, wie zuerst das US-Medium Newsweek berichtete.

Medwedew warnte erneut vor Russlands Atomwaffen. Seine Drohung las sich, aus dem Russischen übersetzt, demnach so: „Die gewaltsame Auflösung einer Atommacht ist immer ein Schachspiel mit dem Tod.“ Wann „Schach“ und „Matt“ dabei gekommen sei, liege sehr präzise auf der Hand: Mit dem „Untergang der Menschheit“. Das russische Atomwaffenarsenal sei „die beste Garantie für die Erhaltung des großen Russlands“, fügte Medwedew hinzu.

Auch einige Beleidigungen hatte der Kreml-Politiker parat. Er schrieb von „schmutzigen Träumen angelsächsischer Perverser, die mit dem geheimen Gedanken an das Zerbrechen unseres Staates zu Bett gehen“.

Ukraine-Krieg: Der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew und Vize-Verteidigungsminister Pawel Popow in der Region Moskau.
Aufnahme vom 16. August: Der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew (l.) und Vize-Verteidigungsminister Pawel Popow © Yekaterina Shtukina/Imago

Russischer Ex-Präsident Medwedew: Unruhestifter in Europa

Medwedew ist seit Russlands Überfall auf die Ukraine schon mehrmals mit harschen Wortmeldungen aufgefallen. In den vergangenen Wochen äußerte der frühere Spitzenpolitiker mehrmals Eroberungsfantasien. Etwa, indem er die Karte einer komplett dezimierten Ukraine postete. Ukrainer beschimpfte er einmal als „Bastarde und Abschaum“.

Speziell Deutschland warf Medwedew kürzlich einen „hybriden Krieg“ gegen Russland vor. Auf Kanzler Olaf Scholz anspielend spottete er dabei: „Und dieser Onkel wundert sich, dass die Deutschen auf kleine Probleme mit dem Gas stoßen!“.

Auch vor der Italien-Wahl 2022 sorgt Medwedew für schlechte Stimmung. Seine Aussagen vom August, wonach die Wähler in Europa ihre „dummen“ Regierungen „bestrafen“ sollten, haben in dem Land eine Debatte um mögliche Wahlbeeinflussung durch Moskau ausgelöst. „Russische Einmischung“ titelte die Tageszeitung La Repubblica. Der Corriere della Sera schrieb: „Russland stört die Wahl in Italien“. Der 56-jährige Medwedew ist heute Vorsitzender der Regierungspartei Geeintes Russland sowie Vize-Vorsitzender des russischen Nationalen Sicherheitsrats. (frs)

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