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Ukraine warnt Russen vor Urlaub auf der Krim -„Unangenehm heißer Sommerurlaub“

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Von: Bettina Menzel

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Am Strand von Saky steigt Rauch nach einer Explosion auf. Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim im Schwarzen Meer kam es am Dienstag (9. August) zu mehreren Explosionen.
Am Strand von Saky steigt Rauch nach einer Explosion auf. Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim im Schwarzen Meer kam es am Dienstag (9. August) zu mehreren Explosionen. © Uncredited/dpa/AP

Russische Touristen machten mitten im Krieg weiter Urlaub auf der annektierten Halbinsel Krim. Doch nach Explosionen warnt die Ukraine nun vor einem „unangenehm heißen Sommerurlaub“.

Kiew/Krim - Die von Russland annektierte Halbinsel Krim gilt als beliebtes Reiseziel für russische Touristen. Doch nach den Explosionen am Dienstag (9. August) ergriffen viele Reisende die Flucht. Völkerrechtlich gehört die Halbinsel weiterhin zur Ukraine - es wäre denkbar, dass das Land versucht, das Gebiet mit militärischer Gewalt zurückzuholen. Ein Beitrag des ukrainischen Verteidigungsministeriums auf Twitter deutet jedenfalls an, dass es für russische Touristen dort zu „heiß“ werden könnte.

Krim-Explosionen: Handelt es sich um einen ukrainischen Angriff?

Binnen weniger Tage erschütterten eine Drohnenattacke gegen die Schwarzmeerflotte und Explosionen auf einer Militärbasis die von Russland annektierte Halbinsel Krim. Zunächst war unklar, wie genau es zu den Explosionen am Dienstag gekommen war. Russland sprach davon, dass in einem Depot auf dem Gelände des Militärflugplatzes Saki Munition explodiert sei. Das ukrainsiche Verteidigungsministerium ließ zunächst mitteilen, dass es nichts zur Ursache der Explosionen sagen könne.

Die Front ist etwa 300 Kilometer von Sewastopol, der größten Stadt auf der Halbinsel, entfernt. Offiziell verfügt die Ukraine über keine Raketen mit einer entsprechenden Reichweite, um Ziele auf der Halbinsel zu treffen. Experten vermuteten daher zunächst einen Sabotageakt von der Ukraine nahestehenden Partisanen oder Spezialkräften. Die renommierte US-Zeitung New York Times berichtete indes unter Berufung auf eine Quelle aus Militärkreisen, dass ukrainische Streitkräfte hinter dem Angriff stecken würden. Die Informationen ließen sich zunächst nicht überprüfen. Ein militärischer Erfolg der Ukraine auf der Krim wäre eine Blamage für Wladimir Putin.

Ukrainisches Verteidigungsministerium warnt russische Krim-Touristen vor „unangenehm heißem Sommerurlaub“

Eigentlich gilt die Krim als beliebtes Urlaubsziel. Auch mitten im Ukraine-Krieg reisten russische Touristen weiterhin auf die Halbinsel - wenn auch weniger als im Vorjahr. Der Weg zur Krim ist dieser Tage beschwerlich: Wegen der Flugverbotszone im Süden Russlands ist es schwierig, an die Schwarzmeerküste zu gelangen. Doch wegen westlicher Sanktionen gegen Moskau, eingestellten Flugverbindungen und wirtschaftlichen Problemen sind viele beliebte Reiseziele in Europa und anderswo für Russen dieses Jahr tabu.

Am Donnerstag (11. August) warnte das ukrainische Verteidigungsministerium russische Touristen in einem skurrilen Twitter-Beitrag vor einer Reise in die Krim. „Unseren geschätzten russischen Gästen raten wir von einem Besuch der ukrainischen Krim ab, es sei denn, sie wollen einen unangenehm heißen Sommerurlaub verbringen“, schrieb das Ministerium und teilte dazu ein Video. „Denn kein noch so guter Sonnenschutz wird sie vor den gefährlichen Auswirkungen des Rauchens in nicht zugelassenen Bereichen schützen.“ Ein Seitenhieb auf die Explosionen, die mit starker Rauchentwicklung einhergingen.

Ukrainisches Verteidigungsministerium zu russischen Touristen: „Es ist Zeit, heimzugehen!“

Im Video des ukrainischen Verteidigungsministeriums sind zunächst verschiedene beliebte Urlaubsziele russischer Touristen zu sehen, von der Türkei bis Kuba. „Du hattest einige Optionen diesen Sommer“, so der Text. Dann folgt der lakonische Kommentar: „Du hast die Krim gewählt. Großer Fehler.“ Im Anschluss erscheinen Video-Aufnahmen der Explosionen auf der Halbinsel, im Vordergrund sind vom Strand fliehende Touristen zu sehen.

„Es ist Zeit, heimzugehen“, so der Ratschlag des Verteidigungsministeriums der Ukraine angesichts dieser Bilder. Im Hintergrund tönt dazu der Sommerhit „Cruel Summer“ der 80er-Jahre Girlgroup Bananarama. „Die Krim ist Ukraine“, heißt es am Ende des Videos, die Schrift ist in den Farben der ukrainischen Flagge gehalten.

Indes wurde auf der Krim der Ausnahmezustand ausgerufen. Nach den Explosionen ergriffen viele Reisende die Flucht, es bildeten sich teils lange Autoschlangen vor der berühmten Krim-Brücke bei Kertsch. Ein großer Touristenandrang auf der Krim wird künftig wohl auch ohne die eindringliche Warnung des ukrainischen Verteidiungsministeriums ausbleiben.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte nach den Explosionen, die Krim habe sich in einen der gefährlichsten Orte Europas verwandelt und versprach die Befreiung der Halbinsel. „Die Schwarzmeerregion kann nicht sicher sein, solange die Krim besetzt ist“, erklärte er weiter. „Dieser russische Krieg gegen die Ukraine, gegen das ganze freie Europa, hat mit der Krim begonnen und muss mit der Krim enden, mit ihrer Befreiung.“

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