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Kristina Frank: Die Mutter eines kleinen Sohns ist jung, sportlich, dynamisch, unverbraucht – sie steht für das moderne Großstadtprofil der CSU.

Mögliche Herausforderin bei Kommunalwahl

Wirft diese CSU-Senkrechtstarterin OB Reiter aus dem Sattel?

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Kristina Frank hat gewiss noch ein kleines Bekanntheitsproblem. Doch das könnte sich bald ändern. Langfristig könnte die neue Kommunalreferentin die Nachfolge von OB Dieter Reiter antreten.

München - Seit 1. August ist Kristina Frank Münchens neue Kommunalreferentin, den Mitarbeitern in ihrer Behörde hat sich die 37-Jährige schon mal per Videobotschaft vorgestellt. Intern kennt man sie also schon, und man kann davon ausgehen, dass sie künftig auch ihre öffentliche Präsenz verstärken wird. Denn die CSU-Politikerin wird heiß gehandelt als Herausforderin von OB Dieter Reiter (SPD) bei der Kommunalwahl 2020.

Die Mutter eines kleinen Sohns ist jung, sportlich, dynamisch, unverbraucht – sie steht für das moderne Großstadtprofil der CSU. Strategisch gesehen ist eine Kandidatur Franks eher vorstellbar, als dass Münchens Parteichef und Ex-Kultusminister Ludwig Spaenle seinen Hut in den Ring wirft. Wer würde wohl eher bei weiblichen Wählern punkten? Auch über diese Frage dürfte sich die CSU bei ihrer Entscheidung Gedanken machen. Ein weiterer Aspekt: Kristina Frank könnte für 2026 aufgebaut werden, falls sie gegen den beliebten Amtschef Reiter unterliegen würde.

Kristina Frank, gelernte Juristin, hat eine steile Karriere hingelegt, sitzt erst seit 2014 im Stadtrat. Fragen nach einer möglichen OB-Kandidatur hört sie ungern, es gibt aber auch kein klares Nein. Die Münchner CSU werde die Landtagswahl abwarten und dann würden die Parteigremien in Ruhe abwägen, lässt Frank während ihrer ersten Presserunde als Kommunalreferentin verlauten. Bei dem Termin geht es eigentlich um ihre Ziele im neuen Amt, doch dann kommen Fragen zu ihrer politischen Zukunft.

OB Dieter Reiter (SPD) könnte es 2020 mit Kristina Frank als CSU-Gegenkandidatin zu tun bekommen.

Kommunalreferat? Kristina Frank möchte „griffigeren Namen“

Klar ist, dass sich die Münchner CSU vor der Landtagswahl am 14. Oktober weder auf einen OB-Kandidaten noch auf einen neuen Bürgermeister und Wirtschaftsreferenten festlegen wird. Es sei keine Eile geboten, heißt es. Der derzeitige Fraktionschef im Stadtrat, Manuel Pretzl, dürfte Josef Schmid als Bürgermeister beerben und womöglich auch Wiesn-Chef werden. Das Amt des Wirtschaftsreferenten könnte ausgeschrieben werden. Schmid – er gilt als Favorit für das Direktmandat in München-Pasing – wird bis zur konstituierenden Sitzung des Landtags Anfang November Bürgermeister bleiben. Der neue Bürgermeister würde dann in der Vollversammlung am 28. November gewählt.

Kristina Frank ist unterdessen „gerade erst im Kommunalreferat angekommen“, wie sie am Donnerstag erklärt. Sie hat sich viel vorgenommen in ihrer Eigenschaft als Verwalterin der städtischen Grundstücke. Intern will sie die Kommunikation verbessern. Eine Arbeitsgruppe sammelt Anregungen von Mitarbeitern, die Kommunalreferentin antwortet einmal pro Monat per Videobotschaft.

Außerdem will sie gleich mal ihre Behörde umbenennen. „Kein Mensch weiß, was das Kommunalreferat ist. Ich möchte einen griffigeren Namen finden.“ 

Das ist Kristina Frank

Die 37-Jährige ist ein „waschechtes Münchner Kindl“. Sie ist verheiratet und hat einen kleinen Sohn. Frank ist Juristin und war Richterin am Landgericht München I. Die CSU-Politikerin ist begeisterte Sportlerin. Unter anderem liebt sie Bergsteigen, Radfahren, Tauchen und Skifahren. Und sie ist großer Wiesn-Fan.

Klaus Vick

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