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An der Grenze zwischen Ungarn und Serbien stehen tausende Flüchtlinge an den Zäunen. 

"Lasst uns nicht so tun, als ob..."

UN kritisiert EU für Umgang mit Flüchtlingen

Genf - Sprecher der Vereinten Nationen kritisieren den Umgang der Europäischen Union mit den Flüchtlingen. Man müsse eine gemeinsame Migrationspolitik schaffen und umsetzen und keine Zäune errichten. 

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat die Europäer zur solidarischen Teilung der Lasten der andauernden Flüchtlingskrise aufgerufen. Die europäischen Länder sowie die EU müssten vor allem jenen Staaten helfen, deren Möglichkeiten bereits erschöpft seien - namentlich Griechenland, Mazedonien und Serbien, sagte die UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming am Dienstag in Genf.

Die Lastenteilung sei angesichts der massiven Fluchtbewegungen aus den Kriegsgebieten in Syrien sowie aus Ländern des Westbalkans dringender den je. „Es ist klar, dass dies von keinem Land allein gelöst werden kann und dass rasch eine umfassende europäische Reaktion erfolgen muss, die auf Solidarität und Lastenverteilung erfolgt“, erklärte Fleming.

Kein Ende in Sicht

Nach Einschätzung des UNHCR ist derzeit keine Ende der starken Fluchtbewegung über die Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien Richtung Nord- und Mitteleuropa in Sicht. Die Menschen würden weiterhin in Gruppen von 300 bis 400 Personen in Zügen und Bussen durch Mazedonien nach Serbien reisen, um von dort in verschiedene EU-Staaten zu gelangen. In Serbien bräuchten derzeit rund 10 000 Flüchtlinge humanitäre Hilfe. Zudem würden dort in nächster Zeit noch weiterhin pro Tag etwa 3000 Migranten ankommen.

Der UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechte von Migranten hat der Europäischen Union eine verfehlte Flüchtlingspolitik vorgeworfen. „Lasst uns doch nicht so tun, als ob das, was die EU und ihre Mitgliedstaaten unternehmen, tatsächlich funktionieren würde“, erklärte François Crépeau am Dienstag in Genf.

Appell an gemeinsame Migrationspolitik

„Zäune zu errichten, Tränengas einzusetzen und andere Formen der Gewalt gegen Migranten und Asylsuchende, Festnahmen und die Verweigerung des Zugangs zu Obdach, Nahrung oder Wasser sowie Drohungen und Hassreden werden Migranten nicht davon abhalten, nach Europa zu kommen oder dies zu versuchen“, sagte der Experte laut einer Mitteilung des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte.

Crépeau appellierte an die EU, sich auf eine umfassende gemeinsame Migrationspolitik zu verständigen, die auf dem Respekt für die Menschenrechte basiert. Nur so könne die EU den Menschenhandel mit Migranten effektiv bekämpfen. Die EU-Staaten müssten vielmehr ihre Arbeitsmärkte für Migranten öffnen. Zudem sollte die EU nach Ansicht des UN-Berichterstatters für Flüchtlinge aus Krisenstaaten wie Syrien und Eritrea ein großes Umsiedlungsprogramm in Angriff nehmen, das in den nächsten fünf Jahren bis zu zwei Millionen Flüchtlingen Schutz bieten könnte.

dpa

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