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Horst Seehofer war bis vor Kurzem Ministerpräsident von Bayern.

Kreuz-Pflicht in Behörden

Kruzifix-Streit in Bayern: Warum Seehofer lieber schweigt 

Kreuz-Pflicht in Behörden - Ja oder Nein? In Bayern ist darüber ein Streit entbrannt. Jetzt hat sich Bundesinnenminister Seehofer in der Sache zu Wort gemeldet

CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer will sich nicht in den Kruzifix-Streit in Bayern einmischen. „Aus meinem Amt als bayerischer Ministerpräsident bin ich mit dem festen Vorsatz ausgeschieden, dass ich zu keiner Handlung meines Nachfolgers jemals einen Kommentar abgeben werde“, sagte Seehofer den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Samstag). „Dabei bleibt es.“

Auf Initiative von Markus Söder, Seehofers Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten, hatte das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen, dass in allen Behördengebäuden unter Verwaltung des Freistaats am Eingang ein Kreuz angebracht werden soll. Der Vorstoß war bei der Opposition und in Kirchenkreisen auf Ablehnung gestoßen und unter anderem als Wahlkampfmanöver vor der Landtagswahl im Herbst kritisiert worden.

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Söder: „Ich finde es sehr, sehr schade“

Söder reagierte mit Unverständnis auf die Kritik der Kirchen. „Ich finde es sehr, sehr schade, wenn wir darüber jetzt einen Streit führen“, sagte er am Donnerstag in den ARD-„Tagesthemen“. „Und manchmal wundere ich mich sogar, dass dies aus kirchlichen Kreisen kommt. Denn da wär mir ehrlich lieber, man würde sich zum eigenen Kreuz bekennen, man würde sich zum Symbol der eigenen Religion dazustellen, anstatt es kritisch zu hinterfragen.“

Ministerpräsident Markus Söder setzte den Beschluss gleich um und hängte ein Kreuz in der Staatskanzlei auf.

Für ihn sei das Kreuz „in erster Linie ein religiöses Symbol“. Es gehöre „aber auch zu den Grundfesten des Staates“. Es habe eine „identitätsstiftende, prägende Wirkung für unsere Gesellschaft“. Söder sagte, er wundere sich, dass „wir über Toleranz für andere Religionen reden und uns nicht trauen, zu unseren eigenen Werten, unserer eigenen Religion zu stehen“.

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afp/dpa

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