+
Kubas Staatschef Raúl Castro begrüßt die neue Ära in den Beziehungen zu den USA. Zugleich betont er: Wir werden uns nicht ändern. Foto: Alejandro Ernesto

Kubas Staatschef Castro dankt den USA - keine Zugeständnisse

Havanna (dpa) - Der historische Neustart zwischen Kuba und den USA hat nach Worten von Staatschef Raúl Castro die Bevölkerung des Karibikstaats besonders gefreut.

"Das kubanische Volk bedankt sich für diese gerechte Entscheidung von US-Präsident Barack Obama", sagte Castro am Samstag vor dem kubanischen Parlament. Zugleich betonte er, dass mit dem US-Wirtschafts- und Handelsembargo das Hauptproblem zwischen beiden Ländern bestehen bleibe.

Das sozialistische Kuba sei bereit, konstruktiv und auf Augenhöhe mit den USA zu verhandeln, sagte der 83-jährige Castro. Ziel sei die völlige Normalisierung der bilateralen Beziehungen. Sein Land gebe aber seine Prinzipien nicht auf. Bei den anstehenden Gesprächen mit dem alten ideologischen Feind werde seine Regierung mit Besonnenheit auftreten, aber auch "standhaft" sein, versprach er.

Der jüngere Bruder von Revolutionsführer Fidel Castro (88) hat eine Reform des kubanischen Einparteiensystems stets abgelehnt. Vor seiner Ansprache wurde Castro in der Kammer mit langanhaltendem Beifall bedacht. Nach Angaben des Weißen Hauses sollen die Verhandlungen im Januar in Havanna beginnen.

Die Regierungen Kubas und der USA hatten am Mittwoch verkündet, dass sie ihre diplomatischen Beziehungen nach mehr als 50 Jahren Unterbrechung wiederaufnehmen werden. Der Neustart zwischen den beiden ideologischen Gegnern wurde weltweit als Meilenstein gefeiert. Das seit 1962 geltende US-Embargo bleibt aber vorerst bestehen.

Rund 550 Abgeordnete der kubanischen Nationalversammlung waren am Samstag zur letzten Jahressitzung zusammengekommen. In seiner Ansprache kündigte Castro auch an, dass die Kommunistische Partei Kubas (PCC) ihren nächsten Kongress im April 2016 abhalten wird. Bei der vergangenen Konferenz im Jahr 2011 war das Programm der marktwirtschaftlichen Reformen formell beschlossen worden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Steinmeier verurteilt Aggression im Wahlkampf
In wenigen Tagen wird gewählt. Der Bundespräsident verurteilt Übergriffe und Randale rechter Gruppen. Der Zustand der Gesellschaft macht ihm Sorgen. Die AfD erwähnt er …
Steinmeier verurteilt Aggression im Wahlkampf
Trump-Rede vor der UN: Für seine Verhältnisse sachlich
Donald Trump tritt vor die Vereinten Nationen: Das allein hat Sprengkraft. Seine Rede fällt für Trump-Verhältnisse sachlich aus, auch wenn es ihr nicht an Härte mangelt.
Trump-Rede vor der UN: Für seine Verhältnisse sachlich
Berliner Landgericht nennt Mietpreisbremse verfassungswidrig
Die Mietpreisbremse soll, was der Name sagt: den Anstieg von Mieten begrenzen. Das Berliner Landgericht hält das Instrument für verfassungswidrig. Ändern wird sich aber …
Berliner Landgericht nennt Mietpreisbremse verfassungswidrig
Wer im Rennen um Ministerposten schon jetzt die Nase vorn hat
Spitzenpolitiker stellen sich auf drei mögliche Regierungskoalitionen ein: Schwarz-rot, schwarz-gelb oder schwarz-grün. Wer könnte sich schon bald auf einem …
Wer im Rennen um Ministerposten schon jetzt die Nase vorn hat

Kommentare