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Corona-Rundumschlag von Kubicki: Söder „erbärmlich“ - Montgomery der „Saddam Hussein der Ärzteschaft“

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Der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki im Oktober 2021 mit Mundnasenschutz im Deutschen Bundestag in Berlin.
Wolfgang Kubicki hat zum Rundumschlag gegen Markus Söders Pandemie-Management ausgeholt. © Chris Emil Janssen/Imago

Dabei vergleicht der FDP-Fraktionsvize Bayern mit Sachsen. Auch gegen den Weltärztechef Montgomery teilt Kubicki aus.

Neumünster - „Wir handeln rasch, konsequent und sofort - und hoffen sehr, dass es wirkt“, hatte Markus Söder erst vor dem Wochenende gesagt. Der FDP-Fraktionsvize Wolfgang Kubicki sieht das völlig anders. Er wirft insbesondere dem bayerischen Ministerpräsidenten in der Pandemie politische Nachlässigkeit vor.

Söder stelle eigene Karriereambitionen vor den Schutz der Bevölkerung, sagte Kubicki am Sonntag auf einem FDP-Landesparteitag im schleswig-holsteinischen Neumünster. „Das ist charakterlos und menschlich erbärmlich.“

Söders Corona-Politik: Kubicki hebt auf geringe Impfquote in Bayern ab

Vor allem im Süden Deutschlands sei die Pandemie-Lage schwierig, sagte Kubicki. Er verwies auf die im Vergleich niedrigen Impfquoten in Bayern und Sachsen. Hunderte Tote in diesen Ländern seien Fehler politischer Nachlässigkeit.

Kubicki warnte vor einer gesellschaftlichen Spaltung. „Jeder kämpft nur noch für sich.“ Wenn Kommentatoren forderten, ihn aus Talkshows zu verbannen, weil er sich für Grundrechte einsetze, „dann läuft was schief in diesem Land“. 

Kubicki nennt Montgomery „Saddam Hussein der Ärzteschaft“

Den Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery bezeichnete Kubicki wegen dessen Kritik am Verhalten der FDP als „Saddam Hussein der Ärzteschaft“. Montgomery hatte zuletzt die Ständige Impfkommission (Stiko) scharf kritisiert - aber auch die Politik. Bestimmte Vertreter hätten „in Worten und Handeln an vielen Stellen versagt“, hatte Montgomery der Rheinischen Post“ vom 15. November gesagt.

Montgomery hatte dabei ausgeführt: „Wer apodiktisch sagt ‚Keine Impfpflicht und nie wieder Lockdown‘, der hat die Epidemiologie des Virus nicht verstanden und spielt ihm in die Hände.“ Vertreter von SPD und FDP sind gegen eine generelle Impfpflicht. Auf Freiheitsrechte hatte besonders die FDP gepocht, es waren aber auch einige Unions- und selbst Grünen-Politiker.

Für seinen Hussein-Vergleich hat sich Kubicki mittlerweile bei Montgomery entschuldigt. „Er hat mich angerufen und sich entschuldigt“, sagte Montgomery dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Demnach habe Kubicki nicht an den Massenmörder, sondern nur an den Schnurrbart Husseins gedacht.

Corona in Bayern: Söder verschärft Regeln in allen Bereichen

Hintergrund von Kubickis Attacke sind wohl auch die neuen Corona-Maßnahmen in Bayern. Endgültig soll das neue Paket erst am Dienstag (23. November) im Kabinett beschlossen und anschließend im Landtag beraten werden - dies sei bei derartigen Einschnitten nötig, sagte CSU-Chef Söder. Alle Maßnahmen sollen dann in der Nacht auf Mittwoch in Kraft treten.

Ab dann sollen für Ungeimpfte strikte Kontaktbeschränkungen gelten. Alle Clubs, Diskotheken und Bars müssen für drei Wochen schließen, Weihnachtsmärkte sind abgesagt. Kultur- und Sportveranstaltungen dürfen nur noch in deutlich kleinerem Rahmen stattfinden. In extremen Hotspots werden zudem weite Teile des öffentlichen Lebens heruntergefahren.

Was sich in Schulen und Kitas bald ändert, lesen Sie hier. Das sind die neuen Regeln für Friseure. (dpa/frs)

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