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Kevin Kühnert

Kommentar

Kühnert träumt von BMW-Enteignung: der Absturz eines Senkrechtstarters

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Mit seiner Idee, die Firma BMW zu enteignen, macht Juso-Chef Kevin Kühnert der Linkspartei Konkurrenz und gerät damit zunehmend ins politische Abseits. Ein Kommentar von Mike Schier, stellvertretender Chefredakteur des Münchner Merkur.

Es gab einmal eine Zeit, da erschien Kevin Kühnert als echter Hoffnungsträger für die ewig angestaubt wirkende deutsche Sozialdemokratie. Frech und eloquent, frisch und selbstbewusst. Dann begann der junge Mann, der seine Brötchen hauptberuflich als wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Hinterbänklerin im Berliner Abgeordnetenhaus verdient, die Partei mit seiner Dauerpräsenz in Talkshows vor sich herzutreiben. Eine Zeit lang lief das ganz erfolgreich. Inzwischen aber ist der meinungsfreudige Juso-Chef dabei, sich mit ständig neuen Forderungen in Interviews ins Aus zu manövrieren.

Kühnert träumt von BMW-Enteignung

Mike Schier, stellvertretender Chefredakteur des Münchner Merkur.

In der „Zeit“ geht er nun endgültig zu weit: Seine blühenden Fantasien über eine Kollektivierung des bislang börsennotierten Automobilherstellers BMW oder ein Ende des privaten Immobilienbesitzes über selbst genutzten Wohnraum hinaus stellen Grundpfeiler der sozialen Marktwirtschaft infrage, die unser Land 70 Jahre lang solide getragen haben. 

In seinem ewigen Drang, die verhasste GroKo zu beenden, macht Kühnert inzwischen der Linkspartei Konkurrenz. Die Grünen erscheinen da als Partei der Mitte. So kann man sich natürlich auch vom Selbstverständnis einer Volkspartei verabschieden.

Man muss Kühnerts Aussagen zu BMW und Co. ernst nehmen

Werden Kühnerts Fantasien Realität? Nein. Muss man seine Aussagen ernst nehmen? Ja. Denn sie rücken der Mediendemokratie mal wieder den Kopf zurecht, dass das Land nicht in Talkshows regiert wird. Und auch nicht von Jugendorganisationen der Parteien. Gott sei Dank.

Kühnert am Pranger - darum geht es:

Kühnert hatte der Wochenzeitung "Die Zeit" gesagt: "Ohne Kollektivierung ist eine Überwindung des Kapitalismus nicht denkbar." Wie genau solche Kollektivierungen ablaufen sollten, ließ Kühnert in dem Interview offen.

Auch private Vermietungen solle es im "Optimalfall" nicht mehr geben. Ich finde nicht, dass es ein legitimes Geschäftsmodell ist, mit dem Wohnraum anderer Menschen seinen Lebensunterhalt zu bestreiten", sagte der Juso-Chef. "Konsequent zu Ende gedacht, sollte jeder maximal den Wohnraum besitzen, in dem er selbst wohnt", forderte der SPD-Politiker. Kritik an Kühnert kam parteiübergreifend - auch aus der SPD. Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs, schrieb am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Was für ein grober Unfug. Was hat der geraucht? Legal kann es nicht gewesen sein."

Lesen Sie auch: Kühnert: "Für jüngere Generation geht es um alles in Europa"

Mike Schier

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Kommentare

Ro Go
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Ich finde die Äußerungen von Kühnert sehr wichtig. Es geht hier um das Anstossen es gesellschaftlich überlebenswichtigen Änderungsprozesses und nicht um die Enteignung als solches. Wer die Augen offen hält weis das unser Gesellschaftsmodell mit Höchstgeschwindigkeit auf einem Baum zurast und die hier angeschoben Debatten können das Lenken sein. Was einen auch zu denken gibt: zahlreiche meiner Bekannten fühlen sich wie kurz vor der Revolution in der DDR. Nur habe bedenken das der Staat jetzt keine friedliche Revolution zulässt.

Karl_BergerAntwort
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Die staatliche Rente ist doch bereits völlig unterkapitalisiert....das hat aber nichts mit Neoliberalismus zu tun.

MohonkAntwort
(0)(0)

Die Partei des Marktgrafen hat die gesetzliche Rente schlecht geredet und in Regierungsverantwortung schlecht gemacht, um den privaten Versicherungen Geschäfte zuzuschanzen. Hat ja auch funktioniert. Nun ist aber das Geschäftsmodell nach der Lehman-Pleite und der daraus folgenden Finanzkrise am Zusammenbrechen. Die Rendite bricht auch zusammen. Und wenn die Manager auch noch das Kapital verzocken, ist die private Rente futsch.

Die einzige sichere Rente ist die umlagefinanzierte staatliche Rente. Sie muss nur wieder besser organisiert werden. Aber das wollen die Jünger des Neoliberalismus nicht.